Alfred Grünewald (* 17. März 1884 in Wien; † 9. September 1942 in Auschwitz)LAMBDA nachrichten. Hrsg. von der HOSI Wien. 35. Jahrgang, 2.2013, Laufende Nummer 149. Mai/Juni 2013. S. 43 war ein österreichischer Schriftsteller.

Leben Alfred Grünewald war der Sohn eines Kaufmanns. Er absolvierte die Fakultät für Bauingenieurwesen und Architektur an der Technischen Hochschule Wien. Zunächst war er als Architekt und Mitarbeiter von Adolf Loos tätig, anschließend lebte er als freier Schriftsteller in Wien. Grünewald stand dem Expressionismus nahe.

Am 11. März 1938, dem Vorabend des Einmarsches der Nationalsozialisten in Österreich, unternahm Grünewald einen Selbstmordversuch (Grünewald war Jude und homosexuellEin Denkmal. Alfred Grünewalds Aphorismen in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 7. August 1996; Abgerufen am 11. Januar 2013Auf der Suche nach dem verschollenen Text in: Die Welt vom 12. Februar 1997; Abgerufen am 11. Januar 2013). Nach den Novemberpogromen wurde er am 14. November 1938 in das KZ Dachau verbracht, im Januar 1939 allerdings wieder entlassen. Er floh über die Schweiz nach Südfrankreich; nach Kriegsausbruch wurde er in der Fort-Carré in Antibes und im Lager Les Milles interniert, bis zum Spätsommer 1942 lebte er in Nizza. Dort wurde er von der Polizei des Vichy-Regimes festgenommen und an die SS ausgeliefert. In Auschwitz wurde er am 9. September 1942Memorial de la Shoah ermordet.

Werke mini|Sonette an einen Knaben, 1920. Mit einer Widmung des Autors Sein Werk umfasst vor allem Gedichtbände und Dramen. Sonnenpeter. Ein Drama in vier Aufzügen. Verlag für Literatur, Kunst und Musik, Leipzig 1906 Mummenschanz des Todes. Heller, Wien 1909 (Gedichte). Die Gezeiten der Seele. Erdgeist-Verlag, Leipzig 1912 (Gedichte). Spiele. Drei Einakter., Meister, Heidelberg 1914. Mutter. Ein Requiem. Wiener graphische Werkstätte, Wien / Leipzig / Zürich 1918. Das Vöglein Süzelin. Amalthea-Verlag, Zürich / Leipzig / Wien 1918 (Gedichte). Urians Lendenschmuck. Ein Fastnachtspiel in fünf Aufzügen. Amalthea-Verlag, Zürich / Leipzig / Wien 1918 Sonette an einen Knaben. Strache, Wien / Prag / Leipzig 1920. Karfunkel. Neue Balladen und Schwänke. Ilf-Verlag, Leipzig / Wien / Zürich 1920. Dithyrambischer Herbst. Tillgner, Potsdam 1920 (Gedichte). Renatos Gesang. Ein Buch der Einsamkeit. P. Stern, Wien 1921 (Gedichte). Pavor nocturnus. Fünf Einakter. Verlag d. Wiener Graph. Werkstätte, Wien 1921. Ergebnisse. Verlag d. Wiener Graph. Werkstätte, Wien 1921 (Aphorismen). ; Neudruck: "Ergebnisse", Aphorismen. Mit einem Nachwort von Klaus Hansen, 1995 Die Streiche des Herrn Sassaparilla. Verlag d. Wiener Graphischen Werkstätte, Leipzig / Wien 1922 (Epos). Der Teufel von Wien. Mit Illustrationen von Franz Warik, 2. Auflage. Clauß, Leipzig 1922 (Gedichte). Narziss und Foningtunso. Tragikomödie in vier Akten (sechs Bildern). S. Fischer, Berlin 1926, Tröstliche Kantate. Krystall-Verlag, Wien 1928 (Gedichte). Ausgewählte Gedichte. Lichtenstein, Weimar 1931. Gebet um Lieder. Gedichte. Darmstädter Verlag, Darmstadt 1935. Die brennende Blume. Gedichte. Krystall-Verlag, Wien 1937. Sonette an einen Knaben. und andere Gedichte, verbunden mit einer Lebensdarstellung, herausgegeben von Volker Bühn (2013), ISBN 978-3-86300-064-6 Reseda. Novelle und andere Prosa, herausgegeben von Volker Bühn (2013), ISBN 978-3-86300-065-3 Es gibt Zeiten, die Anachronismen sind. Aphorismen, Fabeln, Essays., herausgegeben von Volker Bühn und Friedemann Spicker, Bochum : Brockmeyer Verlag, Mai 2016, ISBN 978-3-8196-1023-3

Literatur

Giebisch/Pichler/Vancsa (Hrsg.): Kleines österreichisches Literaturlexikon. Brüder Hollinek, Wien 1948. Wilhelm Kosch: Deutsches Literaturlexikon. Biographisch-bibliographisches Handbuch. 3., neu bearbeitete Auflage. K. G. Saur, München / Leipzig 2003. ISBN 3-907820-00-2 Johann Willibald Nagl, Jakob Zeidler, Eduard Castle (Hrsg.): Deutsch-Österreichische Literaturgeschichte. Ein Handbuch zur Geschichte der deutschen Dichtung in Österreich Ungarn. Vier Bände. Carl Fromme, Wien 1897–1937. Grünewald, Alfred. In: Lexikon deutsch-jüdischer Autoren. Band 9: Glas–Grün. Hrsg. vom Archiv Bibliographia Judaica. Saur, München 2001, S. 385–395. ISBN 3-598-22689-6 Volker Bühn: Alfred Grünewald. Werk und Leben. Böhlau, Köln / Weimar / Wien, 2016. ISBN 978-3-205-20305-6

Weblinks

Autorenportfolio im Nachlass Franz Brümmer Liebesgedichte von Alfred Grünewald auf deutsche-liebeslyrik.de

Einzelnachweise

Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Literatur (Österreich) Kategorie:Lyrik Kategorie:Drama Kategorie:Aphoristiker Kategorie:Homosexualität in der Literatur Kategorie:Schriftsteller (Wien) Kategorie:Österreichischer Emigrant zur Zeit des Nationalsozialismus Kategorie:Opfer des Holocaust Kategorie:Häftling im KZ Dachau Kategorie:Häftling im KZ Auschwitz Kategorie:Mitglied des Österreichischen P.E.N.-Clubs Kategorie:Absolvent der Technischen Universität Wien Kategorie:Person (Cisleithanien) Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1884 Kategorie:Gestorben 1942 Kategorie:Mann