Death Metal ist ein Subgenre des Metal, das zum Spektrum des Extreme Metal gehört. Kennzeichnend sind aggressiv gespielte Riffs, die auf häufig tiefer gestimmten E-Gitarren und E-Bässen gespielt werden, sowie Gitarrensoli. Am Schlagzeug dominieren schnelle Rhythmusfiguren in Kombination mit einem häufigen Einsatz von Doublebass- und Blastbeat-Techniken. Der Gesang ist zumeist guttural, neben den typischen tiefen Growls gibt es auch hohe Screams bis hin zu Pig Squeals. Die Liedtexte vermitteln eine nihilistische Weltanschauung, oft kombiniert mit Resignation. Themen wie Tod, Krankheit, Krieg, Folter, Horror und gesellschaftliche Missstände werden häufig behandelt. Gelegentlich werden auch philosophische Gebiete wie Misanthropie oder Satanismus besungen.

Geschichte Der Musikstil entstand Mitte der 1980er Jahre aus dem Thrash Metal.Death Metal (englisch)Albert Mudrian: Choosing Death – The Improbable History of Death Metal and Grindcore. ISBN 1-932595-04-X, S. 55ff.Bettina Roccor: Heavy Metal – Kunst. Kommerz. Ketzerei. Iron Pages (I.P. Verlag Jeske/Mader), Berlin 1996, ISBN 3-931624-07-2 (Dissertation), S. 115 Erst nach einiger Zeit entwickelte sich jedoch das Bewusstsein für eine neue Musikrichtung und Metal-Szene; so lassen sich damals beispielsweise auch bei der Thrash-Metal-Band Destruction Riffs finden, welche ohne weiteres von einer Death-Metal-Band hätten stammen können.

mini|hochkant|Chuck Schuldiner in Schottland während der InHuman Tour of the World, 1991

Als erste Vorreiter gelten vor allem die Bands Possessed, Slaughter, Hellhammer/Celtic Frost, Master/Death Strike, Necrophagia, Morbid Angel und nicht zuletzt Death, deren Kopf Chuck Schuldiner als „Godfather of Death Metal“ verehrt wird.Sympathies

Am einflussreichsten waren in den USA Bands aus der Gegend um Tampa, Florida (zum Beispiel Death, Morbid Angel, Obituary,Ignacio Coluccio: Deicide), dem Umfeld New Yorks und Marylands (Suffocation, Cannibal Corpse, Immolation, Malevolent Creation), sowie zu einem großen Maße auch Autopsy.Grim_Rieper, soulsatzero: Zur Bildung des erstgenannten geografischen Schwerpunktes (Florida Death Metal) dürften erheblich die bei Tampa gelegenen Morrisound Studios beigetragen haben, in denen Scott Burns arbeitete. Dieser war lange Zeit einer der führenden Death-Metal-Produzenten.

Mitte der 1980er Jahre entstanden auch in Südamerika lebhafte Metal-Szenen. Insbesondere in Kolumbien und Brasilien entstanden zahlreiche Bands, deren kompromissloser Stil noch starke Einflüsse aus dem Thrash und Black Metal aufwies. Internationale Bekanntheit erreichte die Band Masacre, deren Debüt-Album Requiem auf dem französischen Label Osmose Productions erschienMASACRE - Brutal Aggre666ion - Voices From The Darkside, weitere kolumbianische Bands waren Parabellum und Sacrilegio. In Brasilien wurden über das Plattenlabel Cogumelo Records unter anderem Alben der Bands Vulcano und Sextrash sowie Frühwerke der Bands Sepultura und Sarcófago vertrieben. Sarcófagos zweites Album The Laws of Scourge wurde als eines der ersten Alben des Technical Death Metal beschrieben.Sarcófago: pioneirismo, polêmica e death metal () 1990 wurden schließlich Krisiun gegründet.

Parallel zum Death Metal entstand der Grindcore, eine der Punk-Bewegung zuzuordnende Musikrichtung. Diese war besonders Mitte/Ende der 1980er in Großbritannien von Bedeutung und brachte richtungsweisende Bands wie Napalm Death, Bolt Thrower, Benediction oder Carcass hervor, die den US-Death-Metal entscheidend prägtenAlbert Mudrian: Choosing Death – The Improbable History of Death Metal and Grindcore. ISBN 1-932595-04-X, S. 17ff. und sich auch zunehmend selbst dem Death Metal annäherten.

Als europäischer Gegenpol zum technisch anspruchsvollen, in späteren Jahren geradezu progressiv wirkenden US-Death-Metal entwickelte sich in den späten 1980ern Stockholm (Schweden) zur Hochburg des betont einfachen, geradlinigen Death Metal. Bekannte Vertreter dieser Richtung sind Unleashed, Carnage/Dismember, Nihilist/Entombed und Grave. Eine gewisse musikalische Beeinflussung durch die US-amerikanische Band Autopsy war hier zu erkennen, besonders bei den Nihilist-Demos.

Eine andere Spielart des schwedischen Death Metal etablierte sich Anfang der 1990er Jahre speziell in Göteborg: der Melodic Death Metal, auch bezeichnet als New Wave of Swedish Death Metal (NWoSDM). Als Pionierband lassen sich At the Gates benennen. Eine der bekanntesten und erfolgreichsten Bands dieser Richtung sind In Flames. Im Gegensatz zu deren älteren Werken lassen sich die letzten Alben jedoch nur noch bedingt dem Death Metal zuordnen. Neuere Alben der Band entfernen sich durch vermehrten Elektronikeinsatz und Screaming zunehmend vom klassischen Melodic Death Metal. Weiterhin sollte man noch Dark Tranquillity als eine der erfolgreichsten bestehenden Bands nennen. Oft wird auch die Band Children of Bodom als wichtige Band genannt, deren Stil ist aber nur bedingt dem Melodic Death Metal zuzuordnen. Der Melodic Death Metal zeichnet sich durch betont melodische Passagen aus und verwendet Elemente der NWoBHM, beispielsweise die von zwei Leadgitarren mehrstimmig gespielten Soli. Die typischen Elemente des Melodic Death Metal fanden Jahre später in die Hardcore-Punk-Szene Eingang und erleben dort derzeit unter der Bezeichnung Metalcore eine Renaissance.

In der Mitte der 1990er Jahre setzte bei dieser Musikrichtung allerdings ein Sättigungseffekt in der Szene ein, womit der Erfolg des norwegischen Black Metal begünstigt wurde. Die Öffentlichkeit verlor das Interesse am Death Metal. Nur wenige Bands schafften es, sich in dieser Zeit über Wasser zu halten. Während insbesondere die schwedische und norwegische Black-Metal-Szene den Death Metal als „Trend“ und „Kommerz“ ablehnte, wurden nur wenige Death-Metal-Bands wie Morbid Angel und Deicide aufgrund ihres satanistischen Auftretens auch dem Black Metal zugeordnet und auch dort populär.Jason Arnopp: “We are but Slaves of the One with Horns…”. In Kerrang!, Nr. 436, 27. März 1993, S. 42–46Bruder Clé: Galerie der finsteren Ikonen In Ablaze, Nr. 5, Mai/Juni 1995, S. 56 Gegen Anfang des neuen Jahrtausends spricht man jedoch von einem Wiedererstarken des Death Metal.

Im Death Metal werden Abweichungen vom üblichen Stil häufig nur zögerlich akzeptiert. So meinte der Sänger von Unleashed, Johnny Hedlund, 1993 in einem Interview, dass Bands, welche auch Elemente aus anderen Musikstilen in ihr Schaffen einfließen ließen, sich nach einiger Zeit mit der Ablehnung der Szene auseinandersetzen müssten. Ironischerweise setzte mit dem Wiedererstarken des Death Metal auch eine Stilexplosion ein.

So bezieht der Death Metal mitunter verschiedenste Einflüsse mit ein. In den frühen 1990ern nahmen Death- und Doom-Metal-Bands wie Tiamat, My Dying Bride und Paradise Lost Gothic-Einflüsse in ihre Musik auf und begründeten somit den Gothic Metal. Mitte der 1990er kombinierten Bands wie Entombed, Gorefest oder Crack Up Death Metal mit Reminiszenzen an alte Größen wie Black Sabbath, Motörhead, AC/DC oder gar die frühen Queen; dieser Stil wird auch als Death ’n’ Roll bezeichnet. Fear Factory begannen als Grindcore-/Death-Metal-Band, bauten aber zunehmend Samples in ihre Stücke ein und profitierten somit als eine der wenigen Death-Metal-Bands von der damaligen Industrial-Metal-Welle. Avantgardistische Bands wie Cynic, Pestilence oder Atheist ließen sich von Jazz, Ambient oder lateinamerikanischer Musik inspirieren. Die US-Band Nile zeichnet sich durch eine Synthese aus Grindcore-beeinflusstem Death Metal und ägyptischer (pseudo-)traditioneller Musik aus. Die finnische Formation Waltari hingegen nahm 1995 mit einem 60-köpfigen Orchester und Opernsängern eine Death Metal Symphony in Deep C auf.

Wortherkunft Der Begriff Death Metal tauchte erstmals 1984 auf. In diesem Jahr erschien die erste Demokassette Death Metal der Band Possessed mit dem gleichnamigen Titellied, das sich auf die Musik bezieht, die die Band spielt. So heißt es in der letzten Strophe des Liedes: „So scream out in fright Death Metal came in the wind“, was sinngemäß bedeutet: „So schrei es in Angst heraus, Death Metal ist auf den Weg gebracht“. 1985 erschien dann das Debütalbum von Possessed mit dem Lied Death Metal, wodurch die Bezeichnung einem größeren Publikum bekannt wurde.

Ebenfalls im Jahr 1984 erschien ein Split-Album mit dem Titel Death Metal auf Noise Records, auf dem die Bands Hellhammer, Running Wild, Helloween und Dark Avenger mit je zwei Titeln vertreten sind, und einem blutigen Plattencover, was für viele Death-Metal-Bands typisch ist. Aufgrund der professionellen Vermarktung durch ein Label wurde der Begriff einem breiteren Publikum bekannt.

Auch Quorthon von Bathory nahm für sich in Anspruch, der Begriff gehe auf ihn zurück; er habe ihn im ersten Bathory-Interview verwandtLuxi Lahtinen: BATHORY - An Epic Interview With Quorthon, das Debütalbum Bathory sei als erstes Death-Metal-Album angesehen worden.Lenti Chiriac: . Ins Englische übersetzt durch Bogdan Gheoca und Iulian Petrovici 1987 jedoch äußerte er, er sähe Bathory einfach als Metal-BandDave Ling: . In Metal Hammer, 1987 und lehne den Begriff „Death Metal“ ab.Peter McManus: . In Power Metal Magazine, 1987 Die Bezeichnung taucht in einigen Rezensionen der frühen Alben auf.

Nur wenig später (1985) erschien ein Lied namens Death Metal auf dem Debütalbum Power from Hell der britischen Band Onslaught, in dem es unter anderem heißt: „The battlecry headforth men of steel / Death Metal has the power at will“.

Allerdings sind schon frühere Beziehungen zwischen dem Begriff Death (engl. „Tod“) und der Genre-Bezeichnung Metal erkennbar. So erschien bereits 1983 das Demo Death by Metal der Band Mantas, die sich im Jahr 1984 in Death umbenannte und das Demo unter dem neuen Bandnamen wiederveröffentlichte. Einem Interview mit der Band NunSlaughter zufolge prägte ein Journalist aus Florida im Zusammenhang mit Death diesen Begriff., abgerufen am 1. November 2021 Laut Stefan Glas vom Rock Hard kommen nur Death und Possessed als „Hebammen“ für die Geburt des Death Metal in Frage.

Auch Bandnamen wie die bereits erwähnten Death oder auch Dream Death dürften bei der Prägung des Begriffs eine Rolle gespielt haben. Des Weiteren wird heute davon ausgegangen, dass die ‚blutigen‘ Texte der bereits erwähnten Bands, die sich oft mit dem Thema Tod beschäftigen, ein wichtiger Einfluss für die Bezeichnung Death Metal waren.

Ein Bewusstsein für eine neue Musikrichtung stellte sich jedoch erst etwa 1985/86 ein. So wurde beispielsweise das 1985 erschienene Album Seven Churches von der Band Possessed in der Zeitschrift Rock Hard als Hardcore bezeichnet.

Stilistische Merkmale Musik 200px|mini|Die polnische Death-Metal-Band Vader (2006)

Der „typische“ Death Metal reicht von langsamen, walzenden Riffs (beispielsweise bei Bolt Thrower oder Hypocrisy) bis hin zu sehr schnellem „Geknüppel“ (Cannibal Corpse oder Morbid Angel). Die Gitarren sind sehr häufig um mindestens einen Ganzton, oftmals sogar zwei oder mehr, heruntergestimmt. Als ein weiteres Merkmal kann man abrupte Wechsel des Tempos oder des Rhythmus betrachten.