Voller Name PAOK Thessaloniki BCGegründet 1926Vereinsfarben Schwarz-WeißSpielstätte PAOK Sports ArenaPlätze 8.686Chef-Trainer Andrea TrinchieriCo-Trainer Babis Karaiskos Georgios Dedas Vangelis Margaritis Stavors Chatzipetrou Massimiliano MenettiAndrew AntelidzeBesitzer Telis MistakidisPräsident Ioannis PetmezasTeam-Manager Michalis GiannakidisTechnischer Direktor Georgios TsiarasHomepage www.paokbc.grLigaFIBA Europe CupBasket LeagueGriechischer LigapokalSaison 2025/263. Platz Vereinserfolge 2 × Griechischer Meister3 × Griechischer Pokalsieger1 × Europapokal der Pokalsieger1 × Korać-Cup Sieger 4 × FIBA Europacup Finalist
PAOK Thessaloniki BC ( vollständig ) ist eine griechische Basketballmannschaft aus der nordgriechischen Stadt Thessaloniki. Der Verein spielt derzeit in der griechischen A1-Liga, der höchsten Liga des Landes. Die Basketballabteilung von PAOK Thessaloniki gehört zu den traditionsreichsten in Griechenland. Neben fünf nationalen Titeln konnte der Verein 1991 sowie 1994 auch international Auszeichnungen sammeln. Zu den bekanntesten ehemaligen Spielern gehören u. a. Branislav Prelevic, John Korfas, Efthimios Rentzias, Panagiotis Fasoulas und der NBA-Star Peja Stojaković.
Geschichte Die Anfänge (1926–1945) alt=Eines der ersten Fotos des PAOK B.C.|links|mini|302x302px|Die Anfangsformation des PAOK B.C. aus dem Jahre 1926 Der Gesamtklub PAOK (Panthessalonikischer Sportclub der Konstantinopoliten) wurde im Jahr 1926 in Thessaloniki hauptsächlich von vertriebenen Griechen aus Konstantinopel, dem heutigen Istanbul, gegründet. Im gleichen Jahr wurde durch Alekos Alexiadis die Basketballabteilung ins Leben gerufen. Das erste dokumentierte Spiel soll die Niederlage gegen den armenischen Klub Thessalonikis am 19. Oktober 1926 sein. Dieses erste dokumentierte Spiel endete 22:10 und fand als Vorbereitungsspiel zur Stadtmeisterschaft statt, die nur einige Tage später starten sollte. Das erste offizielle Spiel, das sicher überliefert ist, fand am 24. Oktober 1926 statt, in dem PAOK gegen den Stadtrivalen Aris Thessaloniki mit 14:12 gewann.
Die Etablierung (1945–1970) mini|335x335px|PAOK B.C. vs. HANTH im alten HANTH-Stadion. Während des Zweiten Weltkrieges stellte PAOK Basketball den Betrieb gezwungenermaßen, wie so viele Sportklubs in Griechenland, ein, um direkt nach der Kriegszeit wieder durch den Gründer erneut organisiert zu werden. Die Nachkriegszeit ist geprägt von Erfolgen, die im Gewinn der ersten Meisterschaft 1959 münden. In der ersten Meisterschaftssaison kam es am Ende der Endrunde zu einem Gleichstand in der Tabelle zwischen PAOK B.C., Aris Thessaloniki und Sporting Athen. Im letzten und entscheidenden Spiel gewann PAOK B.C. gegen Aris Thessaloniki unter dem Spielertrainer Irakleos Klangas im heimischen Stadion und entschied somit das Titelrennen für sich. Orestes Angelidis, ein weiterer Hauptakteur des ersten Titelgewinns, sollte nach seiner aktiven Laufbahn und in den 1970er Jahren als Trainer des Klubs fungieren, ähnlich wie eine weitere Legende des Vereins, Georgios Ikonomou.
Das Erringen der ersten Meisterschaft gab dem Klub die Möglichkeit, im europäischen Landesmeisterwettbewerb seine ersten internationalen Spiele gegen CSA Steaua București zu bestreiten. Der Klub musste allerdings zwei Niederlagen einstecken, im ersten Spiel wurde 61:80 und im zweiten 60:79 verloren. Im Folgejahr bewies der Klub, dass er nicht durch Zufall Meister geworden war. Im Jahr 1960 wurde man Vizemeister. Im gleichen Jahr gewann das Team ein anerkanntes Basketballturnier in Lüttich. Dieses Ereignis sollte dazu führen, dass die damalige Fangemeinde dem Team bereits an der Grenze zu Jugoslawien einen euphorischen Empfang bereitete.
In den Folgejahren war die Zeit von Unbeständigkeit geprägt. In den Spielzeiten 1962–1963 und 1963–1964 spielte man sogar das erste und bis dato letzte Mal in der zweiten griechischen Spielklasse, bis man dann zur Saison 1964–1965 wieder aufstieg.
Im Jahr 1967 wurde die Frauenmannschaft des Basketball Klubs ins Leben gerufen.
Von den wilden 1970er Jahren zur Vezirtzis-Ära (1970–1991) Die nächste Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb kam erst in den 1970er Jahren und zwar im Korac Cup, wo man in der Saison 1974/75 auf KK Bosna traf und in der Folgesaison im gleichen Wettbewerb gegen den französischen Klub Le Mans Moderne spielte. In den 1970er Jahren konnte der Klub nicht in den Top 3 der Liga gelangen. Als höchste Platzierung konnte in den Jahren 1973–1975 jeweils der vierte Platz erreicht werden.
Manthos Katsoulis
In dieser Zeit sollte eine weitere große Persönlichkeit und spätere Legende des Vereins seine aktive Laufbahn starten, in bereits jungen Jahren stieß Manthos Katsoulis zum Klub. Ein 2,05 m großer Center und außergewöhnlicher Scorer, der im Jahr 1977 im entscheidenden Spiel um den Klassenerhalt gegen Dimokritos seine 28 Punkte beisteuerte und somit den Sieg mit 65:53 sicherte. Der Stern des Manthos Katsoulis sollte zu der Zeit aufgehen, obwohl es für den Klub nicht so gut lief und an Konstanz fehlte. Katsoulis hat von 1975 bis 1988 und in insgesamt 14 Spielzeiten und 274 Erstligaspielen 5.227 Punkte für PAOK erzielt, was ihm bis heute (Stand 2018) den ersten Platz der vereinsinternen ewigen Scorertabelle beschert. Manthos Katsoulis hat in der Saison 1982/83 College Basketball bei den McGill Redmen and Martlets der kanadischen McGill University in Montreal gespielt, was ihm eine Saison Abstinenz von seinem Heimatklub beschert hat. Später in seiner Karriere wechselte Katsoulis zum Stadtrivalen Aris Thessaloniki, was von vielen Emotionen seitens der PAOK-Anhängerschaft begleitet war. Katsoulis sollte danach noch drei Jahre, von 1990 bis 1993, für Iraklis Thessaloniki spielen und anschließend für eine Spielzeit zum Makedonikos wechseln. Somit ist Katsoulis einer der wenigen Spieler in der Geschichte der ersten Liga, der in allen vier großen Klubs der Stadt gespielt hat.
Der Vezirtzis-Plan
Die fehlende Konstanz sollte erst mit dem Einstieg von Nikolaos Vezirtzis Anfang der 1980er Jahre als Präsident des Klubs und durch seine Planung des Kaders einkehren. So wurde für die damalige Zeit eine hohe Summe für den Spieler Nikos „Magic“ Stavropoulos bezahlt, den man aus Larissa holte. Ebenfalls in der Saison 1983/84 wurden die ersten Amerikaner in den Kader eingebaut. Es handelte sich um Billy Warner und den Center Dick Mumma. Aus der Akademie des Klubs bereits im Kader war Panagiotis „Spiderman“ Fasoulas. Im Jahr 1986 holte man aus Malibu, Kalifornien und dem Pepperdine College John „Ten Ten“ Korfas. Somit wurde Jahr für Jahr in das Gerüst der Mannschaft investiert. +Meisterschaftsplatzierungen unter VezirtzisJahrPlatzierungSpieleSiegeNiederlagenPunkteKassierte Punkte1980/816261412186619071981/82326206202617401982/83226233231518151983/84326215213217191984/85226224225418161985/86526197218019721986/87218144158013231987/88218144139912521988/89218153180114631989/90122202219917111990/9122220221251627
Branislav „Bane“ Prelevic Durch weitere Transfers wie die der späteren Klublegende Branislav „Bane“ Prelevic von KK Roter Stern Belgrad in der Saison 1988/89 sollte das letzte Puzzlestück für die goldene Ära der 1990er Jahre gelegt werden. Die weiteren Jahre waren geprägt durch die Finalserien gegen den Stadtrivalen Aris Thessaloniki, in denen man bis zum Jahr 1991 einige nationale Vizemeisterschaften holte. Bane Prelevic sollte die Ikone der Fans des Klubs werden. Er sollte von 1988 bis 1996 und in der Saison 1999/2000 für den Klub spielen. In der Saison 2001/02 war er Assistenztrainer und half dem Klub in einer schwierigen Zeit von 2002 bis 2005 als Cheftrainer aus. Von 2011 bis 2019 war Prelevic Präsident und damit 1. Vorsitzender des Führungsgremiums. Damit ist Branislav Prelevic der erste, der den Klub aus allen vier Positionen heraus gedient hat. Am 1. April 2023 wurde, in einer historisch für den Klub erstmaligen Geste, das Trikot von Prelevic an die Hallendecke gehängt und somit seine Nummer 7 als nicht mehr zu vergebend eingestuft. Eine Ehre für die sich die Klublegende im Kreise seiner Familie und vieler ehemaliger Mitspieler bedankte. Er selbst sprach in einer ausverkauften PAOK Sports Arena davon, dass die Klubführung schon einige Jahre eher die Ehrung durchführen wollte, er aber dagegen war und eher für die Vergabe der Nummer an den besten Spieler der Mannschaft der jeweiligen Saison plädierte. Am Ende waren es seine Töchter und der Vorstand des Klubs selbst die ihm von der Ehrung überzeugen konnten.
Die goldene Dekade (1991–1999) In der Elite Europas
Die 1990er Jahre sollten die erfolgreichsten der Klubgeschichte werden. Im Jahr 1991 holte man den Europapokal der Pokalsieger gegen CAI Saragossa in einem spannenden Finale. In der Folgesaison 1991/92 sollte man erneut das Finale des gleichen Wettbewerbs erreichen, wo man allerdings gegen Real Madrid den Titel nicht verteidigen konnte. In der gleichen Saison und mit der serbischen Trainerlegende Dusan Ivkovic wurde der Titel in den Finalserien gegen Olympiakos Piräus geholt und der erste nationale Meisterschaftstitel seit 1959 gefeiert.
In der Folgesaison 1992/93 mit einer der besten „Starting Five“ der Klubgeschichte, bestehend aus Panagiotis Fasoulas, Branislav Prelevic, Ken Barlow, John Korfas und dem damaligen amtierenden NBA-Champion der Chicago Bulls Clifford „Good News“ Levingston erreichte man das FIBA Final Four in Piräus, wo man den dritten Platz erreichte. Nach dem Erreichen des dritten Platzes in Europa sollte die Ära von Nikolaos Vezirtzis endgültig enden, und die Klubanteile an Apostolos Ikonomidis übergehen.
In der Saison 1993/94 erreichte das Team unter seiner präsidialen Führung das Finale des Korac Cups gegen Stafanel Trieste und gewann damals als erstes griechisches Team einen zweiten europäischen Titel. In der Saison 1994/95 konnte das Team um Sakis Laios und den Kapitän Branislav Prelevic den griechischen Pokal gewinnen.
Große Namen
In diesem goldenen Jahrzehnt brachte die Akademie der Basketballabteilung eines der größten Talente Europas hervor, bzw. übernahm dieses und entwickelte es weiter. Peja Stojaković wechselte nach nur zwei Spielzeiten von KK Roter Stern Belgrad nach PAOK, wo er mit 16 Jahren ins Profiteam kam, und in der Zeit von 1994 bis 1998 den Korac Cup, den griechischen Pokal, gewann, 1998 zum MVP der griechischen Liga wurde und zum Euroleague-Top-Scorer avancierte. Er wurde nach dem Jahr 1998 von den Sacramento Kings „gedraftet“, im weiteren Verlauf seiner Karriere dreimal ins NBA-All-Star-Team berufen und 2011 sogar NBA-Champion mit den Dallas Mavericks. In der Saison 1994/95 stieß Matt Bullard von den Houston Rockets ins Team. Damit konnte zum zweiten Mal, nach Levingston, der zu seiner Zeit als Champion aus Chicago geholt werden konnte, ein amtierender NBA-Champion verpflichtet werden. Matt „Air“ Bullard, wie er bereits zu Rockets Zeiten liebevoll gerufen wurde, verhalf dem Klub zum griechischen Pokalsieg in der gleichen Saison und sollte dann wieder in der Folgesaison zur NBA zurückkehren.
Ein weiterer großer Spieler stieß zu dieser Zeit aus der NBA ins Team von PAOK. Im Jahr 1996 kam Scott Skiles von den Philadelphia 76ers nach Thessaloniki, zu einer Zeit, als der Klub mit Spielerverträgen und dem Trainer Michel Gomez Probleme und Differenzen hatte, die sich auch auf Scott Skiles übertrugen, der infolgedessen mitten in der Saison um die Auflösung seines Vertrages bat. Statt Skiles aus dem Vertrag zu entlassen, wurde dieser vom damaligen Präsidenten Lakis Alexopoulos zum Trainer berufen und der Coach Gomez entlassen. Skiles führte den Klub zu einem Siegesrekord in der Saison 1996/97, obwohl drei hochkarätige Spieler über die Saison hinweg fehlten. Der Klub wurde in der Liga dritter und qualifizierte sich für die EuroLeague der folgenden Saison. Für Scott Skiles begann seine Trainerkarriere in PAOK und er führte diese in der NBA weiter, wo er Teams wie die Phoenix Suns, die Chicago Bulls und die Milwaukee Bucks trainierte.