mini|Juliet Berto, 1972 Juliet Berto (* 16. Januar 1947 als Juliet Bertoliatti in Grenoble; † 10. Januar 1990 in Paris) war eine französische Schauspielerin, Filmregisseurin und Drehbuchautorin.

Leben Berto hatte Mitte der 1960er Jahre erste Theaterauftritte. Sie kam über eine Bekanntschaft mit dem Regisseur Jean-Luc Godard zum Film und avancierte bald zu einer der bekanntesten Darstellerinnen des französischen Kunstkinos, maßgeblich durch ihr Mitwirken in Godards Endsechziger-Filme Zwei oder drei Dinge, die ich von ihr weiß, Die Chinesin, Weekend und Die fröhliche Wissenschaft. Mit ihrer Unbefangenheit und Improvisationsfähigkeit verkörperte sie das Lebensgefühl der 68er-Generation und brachte dieses insbesondere in Jacques Rivettes 70er-Jahre-Produktionen Out 1, Céline und Julie fahren Boot und Unsterbliches Duell, aber auch in Alain Tanners Die Rückkehr aus Afrika und Die Mitte der Welt zum Ausdruck.

1981 debütierte sie als Co-Regisseurin (mit Jean-Henri Roger) bei dem Film Schnee (Neige), der den Alltag von Drogenabhängigen am Pigalle thematisierte und damit viel Aufsehen erregte. Der Film erhielt eine César-Nominierung für das beste Erstlingswerk. Berto spielte in diesem Film eine Barfrau, die die Geschehnisse im Hintergrund lenkt. Mit Cap Canaille und Havre führte sie bei weiteren Kriminalfilmen im Hafenmilieu Regie.

1987 war Juliet Berto Jurymitglied der Berlinale. Kurz vor ihrem 43. Geburtstag erlag sie einem Krebsleiden.

Filmografie (Auswahl) Darstellerin 1966: Zwei oder drei Dinge, die ich von ihr weiß (Deux ou trois choses que je sais d’elle) 1967: Die Chinesin (La Chinoise) 1967: Weekend (Week-end) 1968: Slogan 1968: Die fröhliche Wissenschaft (Le gai savoir) 1969: Ciné-Girl 1970: Kameraden (Camarades) 1971/90 / 1972: Out 1: Noli me tangere / Out 1: Spectre 1972: Die kleinen Bosse (Les caïds) 1972: Sex-Shop 1973: Die Rückkehr aus Afrika (Le retour d’Afrique) 1973: Der eiskalte Job (Le protecteur) 1973: Die Angst vor der Wahrheit (Defense de savoir) 1974: Céline und Julie fahren Boot (Céline et Julie vont en bateau) – auch Koautorin/Drehbuch 1974: Die Mitte der Welt (Le milieu du monde) 1974: Erica Minor 1975: Le mâle du siècle 1975: Claro 1976: Monsieur Klein 1976: Unsterbliches Duell (Duelle) 1977: Sei schön und halt den Mund (Sois belle et tais-toi) – Dokumentarfilm 1978: Das Geld der anderen (L’argent des autres) 1979: Roberte 1980: Bastien, Bastienne 1980: Mona und Marilyn (Fernsehfilm) 1980: Mauerbilder (Murs, murs) 1980: Guns 1981: Schnee (Neige) 1981: Conversa Acabada 1983: Cap Canaille 1983: Le cimetière des voitures (Fernsehfilm) 1984: Der Mann, der weint (La vie de famille) 1985: Samars erste Liebe (L’adolescente, sucre d’amour) 1987: Eine Liebe in Paris (Un amour à Paris) 1988: Haute sécurité (Fernsehfilm)

Regie 1981: Schnee (Neige) – auch Darstellerin 1982: Cap Canaille 1985: Havre

Literatur Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 1: A – C. Erik Aaes – Jack Carson. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 371.

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