Gerd Oelschlegel (* 28. Oktober 1926 in Leipzig; † 15. Juli 1998 in Herrsching am Ammersee) war ein deutscher Dramatiker, Drehbuchautor und Regisseur. Er war von Beginn des Fernsehens in der Bundesrepublik an in der Fernsehproduktion aktiv.Kirfel, Gudrun. "Ich hab so furchtbare Angst!" – Unbescholtene Bürger im Spannungsfeld des Politischen: Die fünfte Kolonne, 1963, 1968. Jg., S. 31–47. (PDF;802 kB), abgerufen am 3. April 2026

Leben Oelschlegel war Verfasser von Dramen mit Themen zur deutschen Nachkriegsgeschichte wie Die tödliche Lüge (1955) und Einer von sieben (1959).

Die tödliche Lüge wurde 1955 in der Landesbühne Niedersachsen Nord uraufgeführt. In dem Stück wird das Schicksal eines Ehepaares aus der Sowjetischen Besatzungszone und dessen Versuche beleuchtet, in der westdeutschen Gesellschaft Fuß zu fassen.Vgl. Carola Hannusch, Die Geburtsstunde. Ein Blick auf die Anfänge der Landesbühne. - In: Gerhard Hess (Hg.), Theater am Meer. 50 Jahre Landesbühne Niedersachsen-Nord und Stadttheater Wilhelmshaven. Wilhelmshaven 2002, S. 19–27, hier: S. 25

In dem Drama Einer von sieben beschreibt Oelschlegel die Suche eines Mannes nach seinem im Krieg vermissten Bruder. Er deckt auf, dass dieser wegen der Befehlsverweigerung, in den letzten Kriegstagen eine Gruppe von Zwangsarbeitern mit Kindern, Frauen und Männern zu erschießen, selbst erschossen worden ist. Seine sechs Kameraden gehen mit diesem Endphaseverbrechen unterschiedlich um: Während einer an der Schuld zerbricht und in der französischen Fremdenlegion den Tod sucht, leugnen die anderen die Taten oder berufen sich auf Befehlsnotstand. Das Stück wurde 1959 unter der Regie von Friedhelm Ortmann vom WDR als Hörspiel veröffentlicht.

1956 erhielt Oelschlegel das Stipendium des Lessing-Preises der Freien und Hansestadt Hamburg.

1957 wurde ihm neben Ingeborg Bachmann der Bremer Literaturpreis für sein Schauspiel Romeo und Julia in Berlin verliehen.Verena Neumann und Burckhard Dücker: Literaturpreise: Register mit einer Einführung (PDF;1,3 MB), abgerufen am 3. April 2026

Oelschlegel war bis in die 1980er Jahre Autor der Drehbücher zahlreicher Hör- und Fernsehspiele und für die Fernsehserien Ein Heim für Tiere und Folgen von Großstadtrevier. Er wirkte als Regisseur von Werken anderer Autoren, darunter 1982 des Fernsehspiels Fluchthelfer gesucht nach dem Werk von Paul Mommertz. 1962 erhielt er den Deutschen Filmpreis in der Kategorie bestes Drehbuch für Zwei unter Millionen sowie 1964 eine besondere Anerkennung der Presse-Jury beim Adolf-Grimme-Preis für den Fernsehfilm Sonderurlaub, in dem es um eine gescheiterte Flucht aus der DDR geht und Herwig Walter neben Fritz Wepper eine der Hauptrollen spielte.

Werke (Auswahl)

1955: Die tödliche Lüge 1959: Einer von sieben 1963: Die Entscheidung 1964: Die Bürgermeister 1965: Ein Mann namens Pavlov 1965: Das Haus 1965: Besuch von drüben 1966: Das Experiment 1967: Hochspannung 1967: Die Reisetasche 1967: Verbotenes Spiel 1968: Die Kinder von Geltenhausen

Weblinks

Lithist: literaturgeschichtliche Daten

Einzelnachweise

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