mini|Das Winterverbrennen. Aus: Otto von Reinsberg-Düringsfeld: Das festliche Jahr in Sitten, Gebräuchen und Festen der germanischen Völker. Leipzig 1863 mini|Vorbereitungen für ein Freudenfeuer auf dem „Hoad Hill“ anlässlich des diamantenen Thronjubiläums Königin Victorias, 1897 Feuerbrauchtum ist ein Sammelbegriff für das Abbrennen von Feuern im Brauchtum. Dabei handelt es sich durchwegs um Großfeuer.

Übersicht über Brauchformen (Auswahl) mini|Paul Gauguin: Feux de joie (Freudenfeuer), Öl auf Leinwand, 1892 Biikebrennen, Nordfriesland, Schleswig-Holstein, 21. Februar, am Vorabend des Festtags „Petri Stuhlfeier in Antiochien“ („Petritag“)Informationen zum Feiertag 22. Februar, abgerufen am 11. August 2010 Burgbrennen, am Funkensonntag, erster Sonntag nach Aschermittwoch (alemannisch) Dita e Verës, heidnisches Frühlingsfest am 14. März in Albanien „Fastnachtsfeuer“:Reinhard Cremer: Hoffnung für die Tradition. badische-zeitung.de, Efringen-Kirchen, 23. Februar 2010; abgerufen am 12. März 2017. siehe Scheibenfeuer „Feuer in den Alpen“, eine seit 1988 im Alpenraum im August weithin sichtbar auf Bergen gepflegte Aktion als Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung des Alpenraums.feuerindenalpen.com feuerindenalpen.com Funkenfeuer, auch am „Funkensonntag“ Herz-Jesu-Bergfeuer, 2. Freitag nach Fronleichnam, TirolTiroler Berge in Flammen – die 10 spektakulärsten Bergfeuer. tirol.at, 4. März 2017 (9 · Herz-Jesu-Feuer im Tannheimer Tal) Halloween (urspr. vielleicht irisch Samhain, heute zunehmend weltweit, auch Heischebrauch) Hüttenbrennen, Eifel, Deutschland, am Funkensonntag Hutzelfeuer, regionale Variante der Winterverbrennung in Mittel-, Ost- und Nordhessen und in Thüringen mit Schwerpunkt in der Rhön Martinsfeuer anlässlich des St. Martinstags am 11. November, z. B. zum Abschluss von Martinszügen oder an den Rebhängen des Ahrtals Neujahrsfeuer (Überformung des Wintersonnwendfeuers, heute weltweit durch Feuerwerk bzw. durch den Weihnachtsbaum ersetzt) Osterfeuer und andere Frühlingsfeste Scheibenfeuer, ebenfalls am „Funkensonntag“ Sechseläuten, Mitte April, Zürich, Schweiz Sonnwend- bzw. Johannisfeuer, 21. bis 24. Juni, europaweit; teilweise auch zur Wintersonnwende Gemmingen Walpurgisnacht: in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai Hexenbrennen im sorbischen Siedlungsgebiet in der Walpurgisnacht Bei manchen dieser Bräuche ist das Verbrennen einer Figur z. B. aus Stroh fester Bestandteil des Rituals.

Allgemeine Formen sind: Feuerrad (Weihnachten, Neujahr, Karneval, Ostern oder Pfingsten) Brauchtum um das Herdfeuer, weltweit seit der Antike überliefert, ist europaweit weitgehend ausgestorben.

Anlassgebunden sind etwa das Notfeuer (wohl germanisch, bis in das 20. Jh. erhalten) oder Erntedankfeuer (in Europa aber naturgemäß an einen Herbsttermin gebunden, siehe „Kartoffelfeuer“).

Rechtslage Deutschland

Brauchtumsfeuer dürfen weder Umweltbelange noch die öffentliche Sicherheit gefährden. Sie sind zumindest anzeigepflichtig und müssen vom Veranstalter beaufsichtigt werden.

Österreich

Bisher durften offene Großfeuer zu Veranstaltungszwecken des Brauchtums weitgehend problemlos abgehalten werden, einschlägige Sicherheits- und Brandschutzmaßnahmen wie die Anwesenheit der Feuerwehr – die Freiwilligen Feuerwehren sind traditionell eng ins Brauchtumsleben eingebunden – oder Brandwache auch nach Abbrand, wie auch vernünftigen Umgang mit den Brandmaterialien, vorausgesetzt.etwa Mit dem im Jahr 2002 eingeführten Bundesluftreinhaltegesetz 2002 i.d.g.F. BGBl. I Nr. 77/2010 wurden die bisherigen Landes-Luftreinhaltegesetzecf. außer Kraft gesetzt. Seither ist das Abbrennen von – zeitliche und räumliche Ausnahmegenehmigung durch Verordnung durch den Landeshauptmann vorausgesetzt Z. 4 – nur dann zulässig, wenn die Feuer Begriffsbestimmungen Z. 4 Das ist insofern problematisch, da es bei manchen Brauchtumsfeuern, wie etwa auch dem in das Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes in Österreich aufgenommenen Vorarlberger Funkensonntag und auch vielen anderen Feuerbräuchen, bei denen traditionell Figuren oder anderes über ein reines Feuer hinausgehende verbrannt werden, oder zu dem Zweck frisch geschlägertes Holz verwendet wird, nicht möglich ist, die strengen Vorgaben des Gesetzes einzuhalten. Das Gesetz wurde diesbezüglich als bezeichnet,Zitat ÖVP-Volkskultursprecherin LAbg. Walli Ebner, zit. n. , cf. auch von anderer Seite aber eine schärfere Regelung bezüglich des altbekannten Problems österlicher Abfallentsorgung und dem Trend zu immer spektakuläreren Feuern – etwa auch unter Einsatz von Brandbeschleunigern – durchaus begrüßt.vgl. auch Materialiensammlung auf

Schweiz mini|Brennender Böögg am Zürcher Sechseläuten Brauchtumsfeuer, etwa anlässlich des Bundesfeiertags am 1. August, sind zulässig,Regula Rometsch, Angelo Papis: Massnahmenplan Lufthygiene verbietet die Abfallverbrennung im Freien: Im Winter keine Feuer im Freien (PDF; 159 kB) Zürcher Umweltpraxis 2010, S. 7 f. das Verbrennen natürlicher Wald-, Feld- und Gartenabfälle jedoch nur, wenn dadurch keine übermäßigen Immissionen entstehen (Art. 30c USG) und sie so trocken sind, dass dabei nur wenig Rauch entsteht.Art. 26b der Luftreinhalte-Verordnung (LRV) vom 16. Dezember 1985

Weitere mini|rechts|alternativtext=Die hellauf lodernde Wikingerschiff-Nachbildung Galley|Die hellauf lodernde Galley (dt. „Galeere“), Nachbildung eines Wikingerschiffs, beim schottischen Up Helly Aa (Lerwick, 1973) mini|„Imbolc-Prozession“ beim Imbolc-Festival 2006 in Marsden, Huddersfield, West Yorkshire, Großbritannien Auch beim schottischen Wikingerfest Up Helly Aa Ende Januar oder beim keltischen bzw. „neuheidnischen“ Frühjahrsfest Imbolg Anfang Februar z. B. spielt Feuer eine wesentliche Rolle.

Siehe auch Bücherverbrennung Feuerbestattung Scheiterhaufen

Literatur Herbert Rauchenecker: Licht- und Feuerbräuche. Zeichen der Lebenssuche und der Lebensfreude. Verlag Sankt Michaelsbund, 2003, ISBN 978-3-920821-39-9 R. Wolfram: Die Jahresfeuer. In: Österr. Volkskundeatlas. Kommentar und Karten, 3. Lfg., 1968, Bl. 52, und 4. Lfg., 1971, Bl. 68,69.

Weblinks

Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie, Universität Innsbruck, uibk.ac.at: Jahres-, Sonnwend-, Johannis-, Herz-Jesu-Feuer

Einzelnachweise