Der Neuchâtel Xamax FCS ist ein Schweizer Fussballverein aus Neuenburg (), Hauptort des gleichnamigen Kantons, in der Romandie. Die Vereinsfarben sind Rot und Schwarz.
Die erste Mannschaft spielte bis zur Saison 2019/20 erstmals seit dem Konkurs im Januar 2012 wieder in der Super League, der höchsten Liga in der Schweiz. Sie hat die Schweizer Meisterschaft bisher dreimal gewonnen und stand zudem fünfmal im Final des Schweizer Cups. International feierte Neuchâtel Xamax 1982 und 1986 Erfolge, als er bis in den Viertelfinal des UEFA-Pokals kam. Nach der Saison 2019/20 stieg man als Tabellenletzter in die Challenge League ab.
Geschichte mini|Meistertrainer Gilbert Gress Der Club wurde 1916 unter dem Namen FC Xamax formell gegründet, nachdem schon ab 1912 eine Gruppe Fussballbegeisterter auf zwei Plätzen in Neuenburg Spiele organisiert hatte., Website von Xamax, abgerufen am 15. April 2012 (französisch). Das Palindrom «Xamax» entstand aus dem Vornamen des Mitgründers Max Abegglen, genannt «Xam».. Website von Neuchâtel Xamax FCS, abgerufen am 15. April 2012 (französisch). 1970 fusionierte er mit dem 1906 gegründeten Stadtrivalen FC Cantonal Neuchâtel.
Seine bisher erfolgreichste Zeit hatte Neuchâtel in den 1980er Jahren unter seinem langjährigen Trainer Gilbert Gress. Im UEFA-Pokal 1981/82 bezwang die Mannschaft Sparta Prag, Malmö FF und Sporting Lissabon und musste sich erst im Viertelfinale knapp dem späteren Finalisten Hamburger SV geschlagen geben. Im UEFA-Pokal 1985/86 wurden Sportul Bukarest, Lok Sofia und Dundee United ausgeschaltet, ehe im Viertelfinalhinspiel eine 0:3-Niederlage bei Real Madrid folgte, die durch das 2:0 im Rückspiel nicht mehr wettgemacht werden konnte. Xamax stieg Ende Saison 2005/06 aus der Super League in die Challenge League ab. Das Team verlor die Barrage gegen den Challenge-League-Zweiten FC Sion. Für Xamax bedeutete diese Niederlage den ersten Abstieg aus der höchsten Schweizer Spielklasse nach dem Aufstieg 1973. Mit dem neuen Trainer Gérard Castella und dem neuen Torhüter Pascal Zuberbühler, der in der zweiten Saisonhälfte zur Mannschaft stiess, schaffte Xamax 2007 den sofortigen Wiederaufstieg.
Konkurs unter Tschagajew (2011–2012) Auf die Saison 2011/12 hin hatte die Führung unter dem neuen Besitzer Bulat Tschagajew dem Club ein überarbeitetes Club-Logo gegeben. Ausserdem wollte der Besitzer an den Clubnamen Xamax den Zusatz «Vainach», der historischen Bezeichnung der heutigen Tschetschenen und Inguscheten, anfügen. Dies wurde von der Liga jedoch aus formellen Gründen vorläufig nicht genehmigt, da ein solcher Antrag zwingend schon mehrere Monate davor mit den Lizenzierungsunterlagen hätte eingereicht werden müssen.
Im Januar 2012 entzog die Axpo Super League dem Verein die Lizenz für die Liga, nachdem sie Xamax bei der eigenen Disziplinarkommission mehrfach wegen ausstehender Gehälter angezeigt hatte.. Schweizer Fernsehen, 18. Januar 2012. Am 26. Januar 2012 meldete daher die «Neuchâtel Xamax SA» Konkurs an. Die aufgrund des Falles Wettingen revidierten Statuten des Schweizerischen Fussballverbandes erlaubten die Fortführung des Meisterschaftsbetriebes der Junioren- und Reserveequipen eines konkursiten Swiss-Football-League-Klubs. Die von Getreuen des ehemaligen Xamax-Präsidenten Gilbert Facchinetti ins Leben gerufene «Fondation Gilbert Facchinetti» übernahm die Finanzierung der in Neuenburg unter dem Dach von Xamax ansässigen Mannschaften des Juniorenspitzenfussballs der Region Neuenburg/Freiburg. Der Neuenburger Konkursrichter rechnete zudem die Fördergelder der Swiss Football League für die Juniorenabteilungen nicht der Konkursmasse der Neuchâtel Xamax SA zu, so dass diese blockiert und der Fondation Facchinetti überwiesen werden konnten.Daniel Ammann: . In: kurzpass.ch. 6. März 2012, abgerufen am 15. Oktober 2014.
Neugründung, Fusion und Wiedereinstieg in den Profibetrieb (seit 2012) Die zu diesem Zeitpunkt in der 2. Liga interregional spielende U21-Equipe von Neuchâtel Xamax wurde damit zur neuen 1. Mannschaft und wenig später in die am 14. April 2012 neu gegründete «Neuchâtel Xamax 1912 SA» ausgegliedert, um einen späteren möglichen Aufstieg zurück in die Swiss Football League zu ermöglichen. Xamax konnte mehrere Spieler aus der Region mit Challenge-League-Erfahrung verpflichten und schaffte bereits im ersten Jahr nach der Umstrukturierung den Aufstieg in die 1. Liga Classic. Gleichzeitig erfolgte die Fusion der «Neuchâtel Xamax 1912 SA» mit dem als Spitzenteam in der 1. Liga Classic engagierten Lokalrivalen FC Serrières zu «Neuchâtel Xamax FCS».. Website von Xamax, abgerufen am 15. April 2012 (französisch). Zu Ehren der Tradition des FC Serrières wurden die Auswärtstrikots von Xamax neu grün-weiss. Die beiden ersten Mannschaften blieben bestehen, die neue 2. Mannschaft wurde aber in die 2. Liga regional relegiert, da gemäss Statuten des Schweizerischen Fussballverbandes die 1. und die 2. Mannschaft zwei Ligen Differenz aufweisen müssen. Die Equipen des Juniorenspitzenfussballs verblieben weiterhin bei der «Fondation Gilbert Facchinetti».. Website von Xamax 1912, abgerufen am 15. Oktober 2014 (französisch).
Nach einer Saison in der 1. Liga Classic (Saison 2013/14) schaffte Neuchâtel Xamax FCS in Promotionsspielen gegen den FC Fribourg (2:2/3:0) und den FC Baden (2:0/1:2 n. V.) den Aufstieg in die 1. Liga Promotion, die dritthöchste Liga der Schweiz. Da Xamax als einziger Aufstiegsaspirant eine Lizenz für die Challenge League erhielt, wurde der erneute Aufstieg am 27. April 2015 am grünen Tisch entschieden, nachdem man tags zuvor den vorzeitigen sportlichen Aufstieg im entscheidenden Spiel gegen Étoile Carouge vor 8000 Zuschauern verpasst hatte.Xamax-Aufstieg am grünen Tisch. In: SRF Sport. 27. April 2015. Nach drei Jahren ist der Klub somit wieder im Profifussball vertreten und erreichte in den beiden ersten Saisons in der Challenge League (2015/16 und 2016/17) je den 2. Schlussrang.
Präsidenten und Eigentümer Historische Vereinsabzeichen Von 2005 bis Saisonende 2011: Sylvio Bernasconi; der Bauunternehmer aus Les Geneveys-sur-Coffrane war auch Mehrheitsaktionär. Von Juni 2011 bis Juli 2011 war Andrei Rudakow, russischer Ex-Profifussballer, unter anderem bei Spartak Moskau als Präsident im Amt.
Seither: Hauptaktionär war ab Mai 2011 der in Genf lebende tschetschenische Geschäftsmann Bulat Tschagajew, Schwiegersohn des letzten KP-Chefs Tschetscheniens zur Sowjetzeit. Er trat bereits als Sponsor des tschetschenischen Clubs Terek Grosny auf. Tschagajew wurde am 26. Januar 2012 wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung in Untersuchungshaft genommenXamax-Boss Tschagajew in Untersuchungshaft. In: Berner Zeitung. 26. Januar 2012. und am 25. Mai desselben Jahres wieder aus dieser entlassen,Bulat Tschagajew aus Untersuchungshaft entlassen. In: Swissinfo. 25. Mai 2012. wobei die Untersuchung fortgesetzt wird.
Präsident des neu gegründeten Vereins Neuchâtel Xamax 1912 ist der Dentaltechnik-Unternehmer Christian Binggeli.Aus «Neuchâtel Xamax» wird «Xamax 1912». In: NZZ Online. 14. April 2012.
Stadion Das Heimstadion von Neuchâtel Xamax ist das Stade de la Maladière in Neuenburg. Nachdem das alte Stadion 2004 abgerissen worden war, trug die erste Mannschaft ihre «Heimspiele» vorübergehend in La Chaux-de-Fonds im Stade de la Charrière aus. Am 18. Februar 2007 wurde das neue Stade de la Maladière in Neuenburg eingeweiht. Das Kleinstadion trägt immer noch denselben Namen (Stade de la Maladière). Die Spiele werden auf Kunstrasen ausgetragen.. Website von Xamax (Informationen zum Stadion).
Die 1. Mannschaft Stand: 20. September 2026..Kontingentsliste auf der Website der Swiss Football League (PDF; 479 kB).Kaderliste auf der Website von Neuchâtel Xamax. Profispieler von Neuchâtel Xamax, die an einen anderen Club ausgeliehen sind, werden nicht aufgeführt.
Nr. Nat. Spieler Im Team seit Letzter Verein Torhüter 1 Anthony Mossi 2024 FC Baden 13 Uroš Likar 2024 NK Bravo 23 Jean-Daniel Mayasi 2026 FC Coffrane Verteidigung 3 Jonathan Fontana 2024 FC Baden 5 Niklas Gunnarsson 2026 Yverdon Sport FC 7 Mickaël Facchinetti 2025 FC Paradiso 16 Léo Seydoux 2025 FC Dordrecht 21 Léon Bergsma 2025 FC Aarau 25 Mathis Dind 2025 FC Bulle 36 Shiloh Reinhard 2025 eigene Jugend (seit 2024) 41 Adonis Bourezak 2026 eigene Jugend (seit 2025) 60 Modibo Camara 2026 FC Biel-Bienne Mittelfeld 4 Eris Abedini 2023 KF Ballkani 8 Romain Bayard 2025 FC Stade Lausanne-Ouchy 10 Liridon Mulaj 2025 VfL Osnabrück 11 Nathan Garcia 2026 FC Stade Lausanne-Ouchy 28 Nikola Gjorgjev 2026 SC Farense 35 Altin Azemi 2025 eigene Jugend (seit 2024) 39 Gonçalo Sacramento 2025 eigene Jugend (seit 2023) 70 Badara Diomandé 2026 Stade Nyonnais 77 Yuri Peverelli 2026 FC Lugano 81 Diogo Carraco 2025 FC Lausanne-Sport Stürmer 9 Jean Unjanque 2026 Querétaro FC 18 Jonathan De Donno 2026 FC Vaduz 22 Janis Lüthi 2026 BSC Young Boys 24 Ibrahima Keita 2026 La Roche VF 32 Peter Ambrose 2026 Diósgyőri VTK 40 Loïc Veya 2026 eigene Jugend (seit 2023) 90 Vincent Nvendo 2026 FC Zürich
Erfolge Schweizer Meister (3): 1916 (Cantonal FC), 1987, 1988 Schweizer-Supercup-Sieger (2): 1987, 1988 Schweizer-Cup-Finalist (6): 1950 (Cantonal FC), 1974, 1985, 1990, 2003, 2011 Uhrencup-Sieger (2): 1972, 1977 Achtelfinalteilnahme im Europapokal der Landesmeister 1987/88 und 1988/89 Viertelfinalteilnahme im UEFA-Cup 1981/82 und 1985/86
Ewige Tabelle
Neuchâtel Xamax liegt derzeit auf dem 12. Rang der ewigen Tabelle der Super League.
Auswahl ehemaliger Spieler
Weitere Spieler sind in der :Kategorie:Fußballspieler (Neuchâtel Xamax) zu finden.
Trainer-Historie 1946–1948: Giovanni Ferrari 1948–1952: Fernand Jaccard 1961–1965: Josef Humpál 1968–1969: Milorad Milutinović 1969–1970: Josef Humpál 1970–1972: Paul Garbani 1972: Josef Artimovics 1972–1975: Lev Mantula 1975: Branko Rezuar 1975–1977: Gilbert Gress 1977–1978: Antonio Merlo 1978–1979: Erich Vogel 1979–1980: Lev Mantula 1980–1981: Jean-Marc Guillou 1981–1990: Gilbert Gress 1990–1992: Roy Hodgson 1992–1993: Uli Stielike 1993–1994: Don Givens 1994–1997: Gilbert Gress 1998–2002: Alain Geiger 2002–2004: Claude Ryf 2004: Christophe Moulin 2004–2005: Gianni Della Casa 2005: Alain Geiger 2005–2006: Miroslav Blaževic 2006–2008: Gérard Castella 2008–2009: Néstor Clausen 2009: Jean-Michel Aeby 2009: Alain Geiger 2009–2010: Pierre-André Schürmann 2010: Jean-Michel Aeby 2010: Radu Nunweiller 2010–2011: Didier Ollé-Nicolle 2011: Bernard Challandes 2011: Sonny Anderson 2011: François Ciccolini 2011: Joaquín Caparrós 2011–2012: Víctor Muñoz 2012–2015: Roberto Catillaz 2015–2019: Michel Decastel 2019: Stéphane Henchoz 2019: Joël Magnin 2020: Stéphane Henchoz 2020: Martin Rueda (interim) 2021: Andrea Binotto 2022–2023: Jeff Saibene 2023–2024: Uli Forte 2024–: Anthony Braizat
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Offizielle Website
Einzelnachweise
Neuchatel Xamax
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