miniatur|Friedrich Chop Christian Wilhelm Friedrich Otto Chop (* 28. Februar 1801 in Sondershausen; † 16. März 1875 ebenda)Todesanzeige und Kirchenamtsangabe in Regierungs- und Nachrichtsblatt für das Fürstenthum Schwarzburg-Sondershausen 1875, S. 132 und 136. war ein hochrangiger Richter und Chef des Märzministeriums im Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen.
Familie Die Familie, in die Friedrich hineingeboren wurde, war seit drei Generationen in hohen Regierungsämtern des Fürstentums vertreten. Im genealogischen Schema: Adolph Friedrich Chop (etwa 1702–1783). Hof- und Konsistorialrat. [1.] Friedrich Hieronymus Chop (1732–1785). Jurastudium in Göttingen.Ab April 1752, Matrikel S. 93. Verheiratet in 1. Ehe mit Maria Sophia Wilhelmina geb. Falckner (1734–1761); in 2. Ehe mit Dorothea Sabina geb. Saurbier.Pfarrerbuch S. 142 und 114. Kabinettssekretär, später Hof- und Kabinettsrat. [1.1.] Carl Christian Ferdinand Chop (* 1767, † 21. Juni 1840). Jurastudium in Göttingen.Ab Mai 1786, Matrikel S. 293. Verheiratet mit Caroline Wilhelmine Christiane geb. Wölfert (* 1766; † 8. August 1832Todesanzeige in Regierungs- und Intelligenz-Blatt vom 12. August 1832, S. 271.). Geheimrat, Vize-Kanzler und Vize-Konsistorialpräsident. Infolge einer Intrige 1819 aller Ämter enthoben; nach langjährigem Rechtsstreit 1826 vollständig rehabilitiert.Regierungs- und Intelligenz-Blatt vom 1. April 1826, S. 105 f. [1.2.] Adolphine Christiane Augusta Chop (* 1774, † 9. Mai 1845 in Berka) ⚭ [2.1.] Johann Adolph Chop. [1.3.] Günther Friedrich Carl Chop (* 3. Mai 1780, † 28. Dezember 1847Todesanzeige und Kirchenamtsangabe in Fürstlich Schwarzb. Regierungs- und Intelligenz-Blatt vom 1. und 29. Januar 1848, S. 7 und 42.). Jurastudium in Göttingen.Ab April 1799, Matrikel S. 392. Verheiratet mit J. Henriette Friederike geb. Freitag (* 1772, † 7. Oktober 1839Todesangabe in Fürstlich Schwarzb. Regierungs- und Intelligenz-Blatt vom 16. November 1839, S. 369.). Hofrat, Regierungs- und Konsistorialrat. Gehörte (spätestens) ab Anfang 1823 dem Geheimen Consilium anRegierungs- und Intelligenz-Blatt vom 18. Januar 1823, S. 17. bis zu dessen Aufhebung im August 1835. Von Januar 1834 bis Februar 1836 auch in der Immediat-Kommission für die Zoll- und Steuerangelegenheiten;Regierungs- und Intelligenz-Blatt vom 19. Januar 1834, S. 28; Fürstlich Schwarzb. Regierungs- und Intelligenz-Blatt vom 6. März 1836, S. 75 f. ab November 1835 Steuerdirektor.Fürstlich Schwarzb. Regierungs- und Intelligenz-Blatt vom 22. November 1835, S. 377. [1.3.1.] Julie Karoline Chop (* 3. August 1805, † 7. September 1883Todesanzeige und Standesamtsangabe in Regierungs- und Nachrichtsblatt für das Fürstenthum Schwarzburg-Sondershausen vom 8. September und 4. Oktober 1883, Beilage zu S. 432 und S. 475.) ⚭ [2.2.1.] Friedrich Chop. [1.3.2.] Karl Theodor Chop (* Januar 1809, † 8. September 1848Todesmeldung im Landtagsprotokoll vom 8. September 1848 S. 110 f.; Todes- und Dankesanzeige in Fürstlich Schwarzb. Regierungs- und Intelligenz-Blatt vom 16. September 1848, S. 388 f.; Kirchenamtsangabe vom 4. November 1848, S. 486.). Jurastudium in Göttingen.Ab Oktober 1827, Matrikel S. 789. Verheiratet mit Auguste geb. Schumann (* etwa 1815, † Oktober 1889Todesangabe in Regierungs- und Nachrichtsblatt für das Fürstenthum Schwarzburg-Sondershausen vom 7. November 1889, S. 535.).Heiratsangabe in Regierungs- und Intelligenz-Blatt vom 8. Februar 1835, S. 45. Ab März 1831 Advokat;Regierungs- und Intelligenz-Blatt vom 20. März 1831, S. 90. August 1834 Regierungs- und Konsistorialassessor in Arnstadt;Regierungs- und Intelligenz-Blatt vom 10. August 1834, S. 157. März 1841 stimmführendes Regierungsmitglied;Fürstlich Schwarzb. Regierungs- und Intelligenz-Blatt vom 13. März 1841, S. 83. April 1842 stimmberechtigtes Mitglied des Landes-Justiz-Kollegiums in Arnstadt und Landesjustizrat.Fürstlich Schwarzb. Regierungs- und Intelligenz-Blatt vom 15. Januar und 9. April 1842, S. 17 und 137. Ab April 1846 war er Mitglied des Geheimeraths-Kollegiums,Fürstlich Schwarzb. Regierungs- und Intelligenz-Blatt vom 25. April 1846, S. 139. dessen Aufgaben Ende des Jahres modifiziert wurden.Fürstlich Schwarzb. Regierungs- und Intelligenz-Blatt vom 26. Dezember 1846, S. 438. Im 2. Landtag gehörte er zu den Regierungsvertretern.Landtagsprotokolle vom 28. Juni 1847 S. 3 bis zum 27. März 1848 S. 360. [2.] August Christian Ernst Chop (1744–1798). Verheiratet mit Christiana Adolphina Maria geb. Francke (* 1745).Pfarrerbuch S. 152. Geheimer Sekretär, Kabinettsrat. [2.1.] Johann Adolph Chop (* 1769, † 24. Juli 1849Todesanzeige in Fürstlich Schwarzb. Regierungs- und Intelligenz-Blatt vom 28. Juli 1849, S. 358.). Studium in Jena;Eingeschrieben am 11. Mai 1789 (Matrikel der Universität Jena 1764‒1801, S. 101r). ab 1803 Pfarrer in Berka; ⚭ 1795 [1.2.] Adolphine Chop.Pfarrerbuch S. 113 f. [2.1.1.] Ferdinand Chop (1802–1879). Theologie- und Jurastudium in Göttingen.Göttingen ab Mai 1821, Matrikel S. 646 und 713. Bis Juni 1850 Gerichtshalter in Bendeleben, später Kreisgerichtsrat. Mitglied des ‚zur Vereinbarung der Verfassung berufenen Landtags‘ mit Sitzungen vom 4. Juni 1849 bis zum 16. März 1850.Landtagsprotokoll vom 4. Juni 1849, S. 1f. [2.2.] Carl Günther Chop (* 6. März 1774,Laut Lengemann 2011, S. 43. † 3. Juli 1814 in ArnstadtTodesangabe in Arnstädtische wöchentliche Anzeigen und Nachrichten vom 16. Juli 1814, S. 238.). Jurastudium in Göttingen.Ab April 1793, Matrikel S. 343. Heirat 1800 mit Dorothea Wilhelmine Christiana Cannabich (* 9. Juli 1779, † 26. März 1839Todesanzeige in Fürstlich Schwarzb. Regierungs- und Intelligenz-Blatt vom 30. März 1839, S. 106.), Tochter des Pfarrers Gottfried Christian Cannabich.Pfarrerbuch S. 111. Mitglied des Geheimen Consiliums in Sondershausen, nach 1806 Regierungsrat in Arnstadt.1814 im Landsturm-Ausschuss: Arnstädtische wöchentliche Anzeigen und Nachrichten vom 28. Mai 1814, S. 179.Eine Nichte von Wilhelmine war mit Carl Emmerling verheiratet,Pfarrerbuch S. 287. der Ende März bis Ende April 1850 Abgeordneter des Fürstentums im Volkshaus des Erfurter Unionsparlaments war. [2.2.1.] Friedrich Chop (1801–1875) ⚭ 18. April 1824 [1.3.1.] Julie Chop.Heiratsangabe in Regierungs- und Intelligenz-Blatt vom 19. Juni 1824, S. 198.
Friedrich war verheiratet mit [1.3.1.] Julie Chop; sein Vater war ein Cousin ihres Vaters. Julies Tante [1.2.] Adolphine war mit Friedrichs Onkel [2.1.] Johann Adolph (also ihrem Cousin) verheiratet. In seiner Regierungstätigkeit hatte Friedrich Kontakt mit seinem Schwiegervater [1.3.] Günther,Auch noch mit dessen älterem Bruder [1.1.] C. Chr. F. Chop; vgl. z. B. Schwarzburg-Sondershäusischer Hof- und Address-Kalender auf das Jahr 1831, S. 35f. später besonders mit seinem Schwager [1.3.2.] Theodor und dann mit dem Cousin [2.1.1.] Ferdinand.
Nach dem frühen Tod des Vaters [2.2.] Carl Chop zog die Mutter mit den Kindern von Arnstadt zurück in ihr Elternhaus; daher lebte Friedrich in seinen letzten Schuljahren in Sondershausen bei seinem Großvater, dem pensionierten Pfarrer Cannabich.
Überlebende Kinder aus der Ehe mit Julie Chop waren: Carl (1825–1882), Rechtsanwalt, Notar, Naturforscher und Schriftsteller. Johann Carl Gustav (* 15. Oktober 1827Geburtsanzeige und Taufangabe in Regierungs- und Intelligenz-Blatt vom 21. Oktober 1827, S. 341 und 24. Februar 1828, S. 71), Trigonometer; heiratete im Oktober 1852.Fürstlich Schwarzb. Regierungs- und Intelligenz-Blatt vom 4. Dezember 1852, Beilage S. 3. Christian Albert Theodor (* 15. März 1831,Geburtsanzeige und Taufangabe in Regierungs- und Intelligenz-Blatt vom 20. März 1831, S. 92, und 29. Mai, S. 173. † 7. April 1898Todesanzeige in Der Deutsche. Zeitung für Thüringen und den Harz 1898 Nr. 83; Nachruf in Nr. 84.), Amtsgerichtsrat; dessen Sohn: Max (1862–1929), Musikschriftsteller. Wilhelm August Gottlieb Julius (* 29. April 1836Geburtsanzeige und Taufangabe in Fürstlich Schwarzb. Regierungs- und Intelligenz-Blatt vom 1. Mai 1836, S. 149, und 26. Juni 1836, S. 213.), wurde Richter am Landgericht in Erfurt.Regierungs- und Nachrichtsblatt für das Fürstenthum Schwarzburg-Sondershausen vom 27. September 1879, S. 461.
Berufsleben Friedrich Chop wurde während seines Studiums 1817Eingeschrieben am 4. Mai 1817 (Matrikel der Universität Jena 1801–1854, S. 95). bis 1819 in Jena Mitglied der Urburschenschaft. Nach dem Studium wurde er 1822 AdvokatRegierungs- und Amts-Blatt vom 2. März 1822, S. 73. und 1823 Regierungs- und Konsistorialsekretär, 1824 Assessor, 1825 Rat bei der Fürstlichen Regierung in Sondershausen.Regierungs- und Intelligenz-Blatt vom 30. August 1823, S. 275, vom 10. April 1824, S. 115 und vom 8. Oktober 1825, S. 321. Am 23. März 1833 wurde er Sekretär des Geheimen Consiliums.Laut Irmischs Nachruf.
Nach der Regierungsübernahme im August 1835 besetzte Fürst Günther Friedrich Carl II. die leitenden Positionen des Fürstentums neu. Er ersetzte das Geheime Consilium seines Vaters durch ein Geheimeraths-Collegium, in das er Friedrich zunächst wieder als Sekretär und ein halbes Jahr darauf als Kabinettsrat und volles (drittes) Mitglied berief.Fürstlich Schwarzb. Regierungs- und Intelligenz-Blatt vom 23. August 1835, S. 266 f., und vom 10. April 1836, S. 119. Ende 1839 wurde Chop auf die vakante Stelle eines Oberappellationsgerichtsrats am gemeinschaftlichen Ober-Appellations-Gericht in Zerbst versetzt.Fürstlich Schwarzb. Regierungs- und Intelligenz-Blatt vom 9. November 1839, S. 355.
Nach der Entlassung von Holleuffer Anfang Januar 1848 rief Fürst Günther Chop am 13. März nach Sondershausen zurück.Das entsprach einem Wunsch vieler Bürger, vgl. die Vertrauensadresse in Fürstlich Schwarzb. Regierungs- und Intelligenz-Blatt vom 23. Juni 1849, S. 300. Am 17. März wurde er zum Geheimrat und Chef des Geheimerats-Kollegiums ernannt;Ernennung und erste Bekanntmachungen in Fürstlich Schwarzb. Regierungs- und Intelligenz-Blatt vom 18. März 1848, S. 95–97, mit Bezug auf die Fürstlichen Proklamationen vom 13. und 14. März (Gesetz-Sammlung 1848, S. 13–16). ab 1. Juli 1850 war er Chef des neu geschaffenen „Ministeriums“ (Staatsminister) und Vorstand der Abteilung für die Angelegenheiten des Fürstlichen Hauses, des Äußeren und des Militärs.Fürstlich Schwarzb. Regierungs- und Intelligenz-Blatt vom 22. Juni 1850, S. 260.