Herwig August Alwin Ludwig Wilhelm Walter (* 8. August 1911 in Hannover; † 26. Dezember 1986 in Abenberg bei NürnbergEinwohnermeldeamt der Stadt Abenberg (alle Lebensdaten)) war ein deutscher Schauspieler.

Leben Walter war ein Sohn des Studienrats Johannes Otto Ludwig Walter und von Sophie Marie Günther. Er wuchs in Berlin auf und legte dort 1930 die Abiturprüfungen ab. Walter studierte von 1931 bis 1932 an der von Max Reinhardt gegründeten Schauspielschule des Deutschen Theaters. Sein erstes Engagement erhielt er 1932 am Theater Gera. 1935 kam er ans Theater Baden-Baden und wurde drei Jahre später Ensemblemitglied am Schauspielhaus Bochum. Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb er anfänglich in Bochum, ehe er 1947 an die Städtischen Bühnen Nürnberg wechselte, wo er bis 1975 tätig war. Danach nahm er keine festen Engagements mehr an und zog 1976 nach Abenberg. Dort wohnte er bis zu seinem Tode.

Ab etwa 1960 nahm er hin und wieder Angebote bei Film und Fernsehen an. Hier arbeitete er häufig unter dem Regisseur Fritz Umgelter. Seine vermutlich erste Rolle bei Umgelter hatte er 1960 im zweiten Teil des „Straßenfegers“ Am grünen Strand der Spree, in dem er Hauptmann Götzke, einen NS-Führungsoffizier, spielte, der unfreiwillig einem zum Tode verurteilten Kameraden in Norwegen zur Flucht verhilft. Hauptrollen übernahm er in Freundschaftsspiel und Die Geschichte von Joel Brand. Bekannt ist er auch aus der Science-Fiction-Serie Raumpatrouille, in deren dritten Teil, Hüter des Gesetzes, er den Leiter einer außerirdischen Kolonie gibt.

Herwig Walter war mit der Schauspielerin Christiane Walter geb. Becher verheiratet und hatte zwei Söhne.

Mitunter hieß es fälschlich, Herwig Walter habe 1964 den Adolf-Grimme-Preis erhalten. Tatsächlich erhielt in diesem Jahr Gerd Oelschlegel die „besondere Anerkennung der Presse-Jury“ für seinen Fernsehfilm Sonderurlaub, in dem es um eine gescheiterte Flucht aus der DDR ging und Walter neben Fritz Wepper eine der Hauptrollen spielte.

Rollen (Auszug) Stadttheater Bochum Tellheim in Minna von Barnhelm von Gotthold Ephraim Lessing, Petrop in Der Lügner und die Nonne von Curt Goetz, Georg in Fuhrmann Henschel von Gerhart Hauptmann, Odysseus in Achill unter Weibern von Hans Jüngst und, Carlo Benini in Scampolo von Dario Niccodemi.

Städtische Bühnen Nürnberg Wladimir in Warten auf Godot von Samuel Beckett, Söller in Die Mitschuldigen von Johann Wolfgang von Goethe, Stech in Die Nashörner von Eugène Ionesco, Dauphin in Die heilige Johanna von George Bernard Shaw, Schluck in Schluck und Jau von Gerhart Hauptmann, Flachsmann in Flachsmann als Erzieher von Otto Ernst und Titelrolle in Der Parasit oder Die Kunst, sein Glück zu machen von Friedrich Schiller.

Filmografie 1960: Am grünen Strand der Spree; 2. Teil: Der General (Hauptmann Götzke, NSFO) – Fernseh-Mehrteiler – Regie: Fritz Umgelter 1962: Wer einmal aus dem Blechnapf frißt (Maak) – Fernseh-Mehrteiler – Regie: Fritz Umgelter 1963: Sonderurlaub (Major) – Fernsehfilm – Regie: Rainer Erler 1963: Freundschaftsspiel (Günther Maisch) – Fernsehfilm – Regie: Fritz Umgelter 1963: Der schlechte Soldat Smith (Chef der Stabs-Kompanie) – Fernsehfilm – Regie: Fritz Umgelter 1964: Die Geschichte von Joel Brand (Eichmann) – Fernsehfilm – Regie: Franz Peter Wirth 1966: Der Mitbürger (Herr Grübner) – Fernsehfilm – Regie: Rainer Wolffhardt 1966: Das Kriminalmuseum: Der Barockengel – Fernsehserie – Regie: Dieter Lemmel 1966: Raumpatrouille; Folge: Hüter des Gesetzes (Richard Hull) – Fernsehserie – Regie: Theo Mezger 1966: Ich war Schlemihl (Ehrlich) – Regie: Dietrich Haugk 1967: Graf Yoster gibt sich die Ehre; Folge: Zwischen den Fronten – Fernsehserie – Regie: Heinz Wilhelm Schwarz 1968: König Richard II. – Fernsehfilm – Regie: Franz Josef Wild 1968: Meinungsverschiedenheiten (Christopher Pollard) – Fernsehfilm – Regie: Rolf von Sydow 1969: Mord nach der Oper (Archer) – Fernsehfilm – Regie: Michael Braun 1969: Der Kommissar; Folge: Auf dem Stundenplan: Mord (Herr Locke) – Fernsehserie – Regie: Theodor Grädler 1970: Menschen (Reporter) – Fernsehfilm – Regie: Fritz Umgelter 1975: Des Christoffel von Grimmelshausen abenteuerlicher Simplicissimus; 3. Teil: Der Schatz (Pfarrer Berkenhain) – Fernseh-Mehrteiler – Regie: Fritz Umgelter 1976: Graf Yoster gibt sich die Ehre; Folge: Johann hier und Johann da – Fernsehserie – Regie: Rudolf Jugert

Hörspiele 1955: Nürnberger Weihnacht – Regie: Fritz Mellinger 1959: Ein Nachmittag wie alle (Ein Traktorfahrer) – Regie: Gustav Machatý

Literatur Hermann J. Huber: Langen Müller’s Schauspielerlexikon der Gegenwart. Deutschland. Österreich. Schweiz. Albert Langen • Georg Müller Verlag GmbH, München • Wien 1986, ISBN 3-7844-2058-3, S. 1076.

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