miniatur|„Gros-Ockrylla“ auf einer Karte aus dem 19. Jahrhundert
Großokrilla ist eine Ortslage des Ortsteils bzw. der Kerngemeinde Ottendorf-Okrilla in der gleichnamigen Gemeinde im sächsischen Landkreis Bautzen. Der Ortsteil Ottendorf-Okrilla hat den Status einer Ortschaft nach der Sächsischen Gemeindeordnung und damit gemäß ihrer Ortschaftsverfassung einen Ortschaftsrat und Ortsvorsteher.
Geographie Großokrilla liegt in der gleichnamigen Gemarkung im Nordosten der Gemeinde Ottendorf-Okrilla nördlich von Dresden. Benachbarte Orte sind die Ottendorf-Okrillaer Ortsteile Kleinokrilla im Westen, Moritzdorf im Norden sowie Ottendorf im Osten und Süden. Der Großokrillaer Dorfkern liegt Bundesstraße 97 an der Mündung der Orla in die Kleine Röder. Am Haltepunkt Ottendorf-Okrilla hat Großokrilla Anschluss an die Bahnstrecke Dresden–Straßgräbchen-Bernsdorf.
Geschichte Der Ort fand 1453 erstmals Erwähnung als „die Okryll“. Der Ortsname ist altsorbischen Ursprungs und leitet sich von *okrugła („rund“, „kreisförmig“, vgl. Okrug für „Kreis“) ab. Er bedeutet somit „Siedlung auf/bei der Rundung“. Im Jahre 1528 taucht „der Kretzschmar zu Ottendorf, der Okrull genannt“, in einer Urkunde auf. Deshalb ist davon auszugehen, dass ursprünglich nur der Ottendorfer Kretscham bzw. dessen Betreiber so hieß. In den folgenden Jahrhunderten sind unter anderem die Schreibweisen „auf der Akrel“, „Okruel“, „zur Ockrill“, „Hockrill“ und „Ocrilla“ verbürgt. Im 17. Jahrhundert begann die Unterscheidung von „Grossen Ockrilla“ bzw. „Groß Ockrylla“ und dem benachbarten Kleinokrilla.Ernst Eichler/Hans Walther: Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen. Bd. 2, Berlin 2001. S. 132f.
Großokrilla bestand aus platzdorfartig angeordneten Häuserzeilen mit einer 47 Hektar großen Blockflur. Eingepfarrt war es ins nahe Ottendorf. Die Verwaltung des Amtsdorfes oblag dem Amt Laußnitz. Im Jahre 1856 gehörte Großokrilla dann zum Gerichtsamt Radeberg und kam danach zur Amtshauptmannschaft Dresden, aus der der Kreis Dresden-Land hervorging. Auf Grundlage der Landgemeindeordnung von 1838 erlangte Großokrilla seine Selbstständigkeit als Landgemeinde. Mit Ottendorf-Moritzdorf vereinigte sich Großokrilla am 1. Juli 1921 zur Gemeinde Ottendorf-Okrilla. Nach der Auflösung des Kreises Dresden-Land kam die Gemeinde zum Landkreis Kamenz, der wiederum 2008 dem Landkreis Bautzen angegliedert wurde.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1551 5 besessene Mann,6 Häusler 1764 2 besessene Mann,25 Gärtner 1834 177 1871 276 1890 375 1910 531 1925 siehe Ottendorf-Okrilla
Literatur
Einzelnachweise
Weblinks
Ortsteil Ottendorf-Okrilla In: Webauftritt der Gemeinde Ottendorf-Okrilla.
Kategorie:Ottendorf-Okrilla Kategorie:Ort im Landkreis Bautzen Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Bautzen) Kategorie:Ersterwähnung 1453 Kategorie:Deutscher Ortsname slawischer Herkunft