Schmalach (fränkisch: SchmohlaE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 168. Dort folgendermaßen transkribiert: „schmōla“.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Lehrberg im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Schmalach liegt in der Gemarkung Brünst.
Geografie Unmittelbar südlich des Dorfs entspringt der Hohlgraben, ein rechter Zufluss des Wernsbachs, der mit dem Zellbach (links) zur Rippach zusammenfließt. Im Norden liegt das Waldgebiet Brandhölzer. Die Staatsstraße 2255 führt an Gödersklingen vorbei nach Rügland (5,5 km nördlich) bzw. am Röshof vorbei nach Ansbach (6,5 km südlich). Die Kreisstraße AN 21 führt nach Brünst (0,5 km südwestlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Wüstendorf (1,2 km östlich).
Geschichte Der Ort wurde im Würzburger Lehenbuch, das im Zeitraum zwischen 1303 und 1313 entstanden ist, als „Smaleich“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname leitet sich von einem gleichlautenden Flurnamen ab, dessen Bestimmungswort „smal“ (mhd.: von geringer Ausdehnung, klein) ist. Demnach wurde damit ein kleiner Eichenwald bezeichnet.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 168f.
Im 16-Punkte-Bericht des Oberamtes Ansbach von 1684 wurden für Schmalach 9 Mannschaften verzeichnet. Grundherren waren das Hofkastenamt Ansbach (2 Anwesen), das Stiftsamt Ansbach (5), der Bürgermeister und Rat zu Ansbach (1) und der Bischof von Würzburg (1). Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus.Staatsarchiv Nürnberg, Ansbacher Salbuch 129, 3523. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 691 f.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Schmalach 10 Anwesen und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte weiterhin das Hofkastenamt Ansbach aus. Grundherren waren das Fürstentum Ansbach (Hofkastenamt Ansbach: 1 Gütlein; Stiftsamt Ansbach: 2 Halbhöfe, 1 Gut, 1 Gütlein, 1 Wirtshaus; Pfarrei Weihenzell: 1 Halbhof; Kaplanei Lehrberg: 1 Gütlein), das Verwalteramt Burgbernheim des Juliusspitals Würzburg (1 Gut) und der Ansbacher Eigenherr von Appold (1 Hof).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 908 f. Es gab zu dieser Zeit 14 Untertansfamilien, von denen 11 ansbachisch waren.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 5, Sp. 146. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 982.
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Schmalach dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Brünst und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Brünst zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde diese am 1. Januar 1978 nach Lehrberg eingemeindet.
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2008Einwohner 56 64 75 85 73 75 67 105 75 78 78 68HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und von 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 11 12 15 14 14 12 12 15 Quelle Dort mit 34 Einwohnern angegeben. Da aber die Gesamteinwohnerzahl von der Gemeinde Brünst mit 451 E. angegeben wird, jedoch mit der Einwohnerzahl 34 für Schmalach die Gemeinde Brünst nur 410 E. hätte, ergibt sich eine Differenz von 41 E., die für Schmalach dazuzurechnen ist.
Religion Schmalach ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Johannes (Wernsbach bei Ansbach) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren zunächst nach St. Ludwig (Ansbach) gepfarrt, seit 1970 ist die Pfarrei Christ König (Ansbach) zuständig.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Geographie (Lehrberg) Kategorie:Ersterwähnung 1303