Dodekaeteris bezeichnet in der antiken Zeitrechnung einen Zeitraum von 12 Jahren, denen als Entsprechungen jeweils eines der 12 Tierkreiszeichen zugeordnet wird.

Der Begriff geht auf Censorinus zurück, der in de die natali einen solchen Zyklus beschrieb, den er den chaldäischen nannte:

Ein anderer angeblich auf Zoroaster zurückgehender solcher Zyklus erscheint in den Geoponica, wo der Zyklus mit dem zwölfjährigen Umlaufszeit des Planeten Jupiter in Beziehung gesetzt wird.Geoponica 1.12 Ein weiteres Beispiel aus augusteischer Zeit stammt vermutlich aus Syrien.Catalogus Codicum Astrologorum Graecorum Bd. 2, S. 139ff Hinzu kommen noch Fragmente aus dem Kreis der Orphik.Otto Kern (Hrsg.): Orphicorum Fragmenta. S. 267–296

Die Bedeutung dieser Texte liegt vor allem darin, dass man davon ausgeht, dass die heute noch in den ostasiatischen Kalendern üblichen 12-Jahres-Zyklen (z. B. die 12 Erdzweige im chinesischen Kalender) hier ihre Wurzel haben. Diesen Zusammenhang hat schon Scaliger aufgrund der Berichte des Marco Polo vermutet.Joseph Justus Scaliger De emendatione temporum 78

Literatur

Adolf Krüger: Zur Orphischen Dodekaeteris. In: Hermes, Bd. 73, Nr. 1 (1938), S. 127–129 Bartel Leendert van der Waerden: Das Grosse Jahr und die Ewige Wiederkehr. In: Hermes, Bd. 80, Nr. 2 (1952), S. 129–155

Einzelnachweise

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