Ein Traum in Erdbeerfolie (auch mit Titelzusatz Comrade Couture) ist ein deutscher Dokumentarfilm von Marco Wilms aus dem Jahr 2009 über die Ost-Berliner Modeszene. Der Film feierte seine Premiere bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin am 7. Februar 2009 in der Sektion Panorama und wurde anschließend auf verschiedenen Filmfestivals gezeigt. Auf dem italienischen Kimera Film Festival erhielt der Film 2010 den Publikumspreis sowie den Preis für den Besten Film. Der deutsche Kinostart war am 23. April 2009. Ein Traum in Erdbeerfolie wurde produziert von LOOKSfilm in Leipzig (Produzent: Gunnar Dedio). Co-Produzenten waren HELDENFILM, COBOS Film BV und ZDF in Zusammenarbeit mit ARTE, AVRO, ORF und YLE Teema.
Inhalt Der Film porträtiert die Mode- und Subkulturszene Ost-Berlins als Gegenwelt zum restriktiven Alltag in der DDR. Die Protagonistinnen und Protagonisten nutzen Mode, um individuelle und teilweise provokante Ausdrucksformen zu entwickeln. Wichtigstes Erkennungsmerkmal dieser Szene war der persönliche Style, den man zu DDR-Zeiten nicht kaufen konnte. Man musste sich sein individuelles Image selbst basteln.
Der Regisseur Marco Wilms, damals selbst Model beim Modeinstitut der DDR, rekonstruiert die damalige Stimmung der Szene und ihre Formen des Andersseins im sozialistischen Kontext. Er sucht die Helden seiner Ostberliner Jugend auf: die Designerin Sabine von Oettingen, den Fotografen Robert Paris und den Stylisten und Friseur Frank Schäfer und rekonstruiert mit ihnen ihren damaligen Alltag in der alternativen Modeszene. Nach zwei Jahrzehnten treffen die Mitglieder und Freunde der legendären Ostberliner Avantgarde-Modetheater „Chic, Charmant und Dauerhaft“ und „Allerleirauh“ auf einer von Wilms initiierten, „subversiven“ Ostblockparty wieder zusammen.
Hintergrund Anfang der 1980er Jahre entstand die Modegruppe „chic, charmant & dauerhaft“ aus einem engen Freundeskreis in Berlin-Prenzlauer Berg. 1983 kam es zum ersten Auftritt der Modegruppe in der Privatwohnung der Fotografin Helga Paris. Zur Gruppe gehörten unter anderem Sabine von Oettingen, Robert und Jenny Paris, Sven Marquardt, Frank Schäfer, Jürgen Hohmuth sowie weitere Kunst- und Kulturschaffende aus Berlin-Prenzlauer Berg.
Die Kostüme von „chic, charmant & dauerhaft“ bestanden zum Teil aus DDR-Verbrauchsmaterialien, etwa Folien für den Gartenbedarf. Nach der Auflösung nahmen andere Gruppen die Impulse auf.
Kritik
Weblinks
Ein Traum in Erdbeerfolie auf der Website von LOOKSfilm Ein Traum in Erdbeerfolie – Datenblatt bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin 2009 Couture für Kameraden. Berliner Zeitung, 23. April 2009. Regisseur Wilms setzt Ost-Berliner Mode in Szene. Der Tagesspiegel, 21. April 2009. Ein Traum in Erdbeerfolie. Deutschlandradio Kultur, 22. April 2009. Linksammlung zum Film bei filmz.de
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 2009 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Dokumentarfilm