Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Vielfältigkeit der Geschichte des US-Postal Service. miniatur|400px|Ausbreitung von Postfilialen in den USA zwischen den Jahren 1700 und 1900 Unter britischer Kolonialverwaltung Über die Post der ersten Siedler in Amerika, bis 1693, ist nur wenig bekannt.

Im Jahre 1639 wurde der Bürger Richard Fairbanks von den Regierungsbehörde in Boston, Massachusetts mit der Zustellung und Beförderung von Briefen beauftragt. Für jeden Brief erhielt er einen Penny.

Unter britischer Kolonialverwaltung verfügte am 10. Dezember 1672 der Gouverneur der New York-Kolonie eine monatlich zwischen New York und Boston verkehrende Postverbindung. Die Poststücke erhielten handschriftliche Aufgabevermerke. In New York und anderen Orten wurde ab 1756 ein- bzw. zweizeilige Ortsstempel eingeführt und Datumstempel verwendet. Es entstanden Postverbindungen zwischen New York, Philadelphia, Boston und Portsmouth, wobei Reiter unregelmäßig den Verkehr übernahmen. Ein Brief von New York nach Boston kostete damals 9 Pence.

Nachfolger von Fairbanks in Boston, Massachusetts wurde 1677 Hayward. Er wurde der erste wirkliche „Postmaster“ und seine Amtsstube im Stadthaus das erste Post-Office.

1683 richtete William Penn in Philadelphia eine Postanstalt mit wöchentlichen Postverbindungen in die Umgegend ein. In Virginia war die Weiterbeförderung der Briefbeutel in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts eine Gemeinpflicht, ein Siedler hatte die Post mit Boten zum nächsten zu senden. Der Versuch ein geordnetes Postwesen zu schaffen blieb in ihrem Umfang begrenzt und unzusammenhängend.

Der Aufbau einer Zentralen Postorganisation begann am 17. Februar 1691 als die britische Regierung das ausschließliche Recht zur Ausübung des Postdienstes in den nordamerikanischen Kolonien auf 21 Jahre Thomas Neale übertrug. Neale war Chef der königlichen Münze in London. Es wurden Postgesetze erlassen und damit das Briefporto festgelegt. Es wurde angestrebt in jeder Stadt in Massachusetts und Virginia und den andern Kolonien Postanstalten einzurichten. Neale ernannte 1692 den Gouverneur von New Jersey Andrew Hamilton zum amerikanischen und westindischen Generalpostmeister mit dem Auftrage regelmäßige Posten in der Kolonie einzurichten. Hamilton gebührt das Verdienst, die Poststrecke Portsmouth–Philadelphia am 1. Mai 1691 eingerichtet und unter großen Schwierigkeiten aufrechterhalten zu haben.

mini|120 px|Benjamin Franklin auf Briefmarke von 1908 Durch das große Postgesetz der Königin Anna aus dem Jahre 1710 wurde die amerikanische Post von der englischen Krone übernommen. Benjamin Franklin, der von 1753 bis 1774 Deputy Postmaster-General der Neu England-Staaten und ein ebenso ausgezeichneter Erfinder wie Staatsmann war, führte u. a. eine Penny Post für Ortsbriefe ein. So gab es „Spaulding’s Penny Post“ zwischen 1847 und 1850 in Buffalo und New York. In Baltimore, Maryland trug die Davis’ Penny Post für einige Wochen 1856 Post aus.

Im Jahre 1763 brauchte man für die 475 Meilen von New York nach Buffalo 4 Tage, für die 400 Meilen von London nach Edinburgh 7 Tage. Dabei fuhren die Postkutschen in Amerika grundsätzlich nie Nachts. Das Landstraßensystem war gut ausgebaut.

Als 1773 die Gegensätze zwischen der Kolonie und dem Mutterlande zum offenen Ausbruch kamen, wurde Franklin von London aus, entlassen. Er blieb jedoch weiter im Amt.

Die Vereinigten Staaten von Amerika Während des Unabhängigkeitskampfes rief der erste Landeskongress am 26. September 1775 die selbständige amerikanische Post ins Leben. (Siehe Diskussion) Der Kongress machte Philadelphia zum Sitz der Hauptverwaltung und stellte an ihre Spitze Benjamin Franklin. 1775 wurde die Postlinie von Falmouth nach Savannah (Georgia) errichtet. Die ersten Einkreis- und Ortsstempel tauchten auf. In der Folgezeit kam es zu einer Fülle von Stempeltypen. Die Gebühren wurden 1777 um 50 v. H. und 1779 auf das Zwanzigfache der von 1775 erhöht. Aber schon 1781 führte man die Gebührensätze im allgemeinen Interesse auf den Stand von 1775 zurück.

Die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten vom 17. September 1787 führte im Art. 1, Abschn. 8 unter den dem Kongress vorbehaltenen Befugnissen, die Einrichtung der Postämter und Postlinien und den Erlass der zum Vollzug erforderlichen Gesetze auf. Es war seit 1782 ein Grundsatz das Postregal nicht als Finanzquelle zu benützen, jeder Überschuss sollte zur Eröffnung neuer Postverbindungen verwendet werden.

Mit dem Ausbau des transkontinentalen Eisenbahnnetzes wurde auf den Hauptstrecken auch der Postverkehr übernommen. An kleinen Bahnstationen ohne Zwischenhalt des Zuges wurden die Postsäcke zugeworfen.

„Postdienst in den Jahren 1790 bis 1850“ JahrZahl derPostämterLänge derPostrouten 1790 75 1.900 Meilen1800 903 20.800 Meilen1825 5.677 94.100 Meilen 1850 18.417 178.700 Meilen Es gibt Quellen mit unterschiedlichen Angaben, die sich aber stark ähneln.

Der Generalpostmeister hatte sein Amt 1789 zunächst in New York, war 1792 in Philadelphia untergebracht und hatte seit 1800 sein Amtsgebäude in Washington, D.C.

Seit 1829 war der General-Postmeister Mitglied des Kabinetts. Das Postwesen bildete in den Vereinigten Staaten einen wichtigen Teil der Verwaltung, unterstellt der Central-Regierung. Die Postmeister hatten kein Gehalt, sondern erhielten Procente der Geldeinnahme, deren Maximum jährlich bis zu 2.000 $ gehen durfte. Die Staatspost war nicht in der Lage, in dem immer größer werdenden Land, alle postalischen Bedürfnisse zu befriedigen. Diese Lücke wurden ab 1839 durch verschiedene Privatpostlinien und- agenturen gefüllt. Sie verwendeten eigene Stempel.

Die Postexpedition in New York beförderte 1839 im ersten Vierteljahr 1851 fast 7 Millionen Briefe.Gerstner, (Ritter von) Franz Anton: „Bericht aus den Vereinigten Staaten von Nord America“, Leipzig August 1839

Postmeistermarken miniatur miniatur|links|Postmeistermarke Charleston Nach Einführung eines herabgesetzten, einheitlichen Posttarifs im Jahre 1845 und vor der Einführung der staatlichen Markenausgaben, waren lokal gültige, sogenannte Postmeistermarken zu 5 Cent für eine Zone und Gewichtseinheit des Briefes in Verwendung. Obwohl die neuen amtlichen Postwertzeichen im ganzen Lande Gültigkeit hatten, konnten sich die Postmeister- und Carriermarken noch bis Ende Juli 1847 halten. Das lag auch an der verzögerten Lieferung der amtlichen US-Freimarken.

Für St. Louis (Missouri) gab es Werte zu 5, 10 und 30 Cent. Die Marken von New York gab es mit unterschiedlichen Initialen „A.C.M“, „R.H.M“ oder „H.M.Jr“. Der Zweiellipsenstempel „Lockport“ ist nur einmal auf Brief bekannt.http://www.phila-gert.de/usbm/usbm_vorlaeufer.html

Carriermarken miniatur|rechts Zur Bezahlung der Briefbestellung diente eine Marke mit dem Bild des Präsidenten im Oval und der Inschrift „Carriers Mail“ in Orangebraun, ab 1851 in Blau auf Rosa. Von der orangebraunen Marke sind bis heute nur sehr wenige Exemplare bekannt; es gibt aber Neudrucke. Ebenfalls 1851 erschien eine Marke mit der Inschrift „U.S.P.O. Despatch“. Diese Marke zeigte einen aufsteigenden Adler. Für diese Marken war eine Wertangabe nicht erforderlich, die Zustellung kostete allgemein 1 Cent.

Postwertzeichen der USA miniatur|links|Die Ersten der USA Die Einführung von Briefmarken in Großbritannien im Jahre 1840 stieß auch in den USA auf großes Interesse. Ein privater Dienstleister, Alexander M. Greig in New York City, errichtete am 1. Februar 1842 eine „City Despatch Post“. Er verausgabte eigene Briefmarken, die das Porträt von George Washington zeigten. Schon wenige Monate nach der Gründung seiner Firma verkaufte Greig diese an die US-Regierung und die Post trug nun den Namen „United States City Despatch Post“. Die Regierung übernahm den Postdienst am 16. August 1842.

Die „Act of Congress“ vom 3. März 1845, die am 1. Juli 1845 in Kraft trat, verfügte einheitliche Gebühren für das ganze Staatsgebiet mit 5 Cent für Entfernungen von weniger als 500 km. Erst 1847 erlaubte der Kongress die Herstellung von Briefmarken, so dass die Postmeister meist ihre eigenen Provisorien herstellten (siehe Postmeistermarken).

Am 1. Juli 1847 wurden, auf Grund eines Kongressbeschlusses, die ersten Freimarken zu 5 und X (10) Cent ausgegeben. Sie zeigen das Bild von Benjamin Franklin und George Washington und der Inschrift „Post Office“. 1851 kam eine weitere Serie von Briefmarken zu 1, 3, 5, X und 12 Cent und der Inschrift „U. S. Postage“ heraus, wieder mit Bildern von Präsidenten. Diese Marken mussten noch mit einer Schere aus dem Bogen geschnitten werden. Ab 1875 wurden diese Marken perforiert. Als Ergänzungswerte, nur mit einer Perforation versehen, kamen die Werte zu 24, 30 und 90 Cent hinzu. Anfangs wurden die meisten der Briefe noch bar frankiert. Bis zum 1. Januar 1856, als die Verwendung der Postwertzeichen vorgeschrieben wurde.

Ebenfalls 1847 schloss die amerikanische Postverwaltung den ersten Vertrag mit einer fremden Regierung – Bremen – über den Austausch von Posten ab. Am 1. Dezember 1851 waren 16 posteigene Dampfer und vier weitere gecharterte im Dienst.

Für 1854 wird gemeldet, dass, statistisch gesehen, 1.000 Amerikaner 4.121 Briefe schrieben, in Großbritannien waren es 14.760 Briefe.

Die Beförderung der Briefpost (Mail) war durch Verträge mit Privatunternehmern (mit Eilwagen (Stages)), oder Eisenbahn- und Dampfschiffahrts-Compagnien verpachtet. miniatur|100px|Lokale Briefmarke der Hussey Post Der Pony-Express war, nach der Initiative von William Hepburn Russell, als Reiterstafette organisierter, Postbeförderungsdienst in den Vereinigten Staaten. Er war für einige Zeit die schnellste Postverbindung in Nordamerika.

Das Postregal wurde in sehr beschränktem Umfange ausgeübt. Die Personenbeförderung, Pakete über 4 Pfund, Geld oder Wertsendungen waren Privatfirmen überlassen. Alle Eisenbahnstrecken und alle Schiffsrouten galten nach einem Gesetz von 1853 als Poststraßen. Auf ihnen durfte nur die Postverwaltung Briefe und Zeitungen befördern. Dies galt auch im internationalen Schiffsverkehr. Die nicht vertragsgebundenen Kapitäne erhielten für jeden Brief aus dem Ausland 2 Cent, aus dem Inland 1 Cent vergütet. Für sie galt dann doppeltes Inlandporto.

Die Konföderierten Staaten von Amerika (CSA) miniatur|Nordamerika 1864: rot die Konföderierten Staaten, blau die Union; hellblau Unionsstaaten mit Sklavenhaltung Die Südstaaten umfassten den südlichen Staatenbund der Vereinigten Staaten während der Bürgerkriegsjahre von 1861 bis 1865.

Am 20. Dezember 1860 erklärte der Gründungsstaat der USA South Carolina seinen Austritt aus der Union. Die Gründung der Konföderierten Staaten von Amerika (CSA) erfolgte am 4. Februar 1861. Jefferson Davis aus Mississippi wurde provisorischer Präsident der Konföderierten Staaten von Amerika. Der am 6. März 1861 als Postminister berufene J. H. Reagan hatte keinen leichten Start, es wurde im Laufe des Bestehens der CSA nicht besser.

Der Ausbruch des Amerikanischen Bürgerkrieges wirkte sich auch auf die Post aus, denn am 13. April 1861 ordnete John H. Reagan (General-Postmaster der Konföderierten Staaten von Amerika) die Rückgabe der US-amerikanischen Marken an Washington D.C. an. Die USA erklärten ab 1. Juni 1861 ihre Marken für den Bereich der CSA für ungültig. Solche Sendungen galten als nicht freigemacht und wurden mit dem Stempelabdruck „Southern Letter unpaid“ gekennzeichnet.

Ab Mai 1861 gab es dann eigene CSA-Marken. Da vielen konföderierten Postämtern diese neuen Marken monatelang fehlten, gingen sie zur Barfreimachung über bzw. verausgabten Provisorien. Bei den Barfrankaturen handelt es sich um handschriftliche Vermerke oder Stempelabdruck auf dem Umschlag, um die Zahlung des Portos zu bescheinigen.