Die Österreichische Geographische Gesellschaft (ÖGG) ist ein österreichischer wissenschaftlicher Verein mit Sitz in Wien. Der Präsident ist seit 2015 Helmut Wohlschlägl.Geographie Aktuell, Ausgabe 24 II/2015 abgerufen am 12. Januar 2016.

Verein Die ÖGG zählt mit etwa 1.300 Mitgliedern, die sich aus natürlichen Personen und wissenschaftlichen Institutionen zusammensetzen, zu den größten wissenschaftlichen Vereinigungen Österreichs. Der Verein führt regelmäßig Vorträge und Diskussionen, Exkursionen und Reisen durch. Für die Mitglieder werden eigene Publikationen herausgebracht. Der Verein führt eine Bibliothek, die etwa 22.000 Bände an Monographien aus aller Welt beinhaltet, von denen 40 % aus der Zeit vor 1918 stammen. Zeitschriften werden weltweit mit Partnern getauscht, wodurch die Sammlung laufend erweitert wird. Schließlich beheimatet die Bibliothek eine Kartensammlung von ungefähr 4.100 Einheiten. Räumlich befindet sich die Bibliothek seit 1997 als Leihgabe im Staatsarchiv. Sie wird dort laufend digital erfasst.

Besonders erwähnenswerte Stücke sind der Weltatlas Theatrum Orbis Terrarum von Abraham Ortelius aus Antwerpen 1571 und die neun Bände des Werkes von Die Balearen von Erzherzog Ludwig Salvator von 1887.

Seit Anbeginn existiert die Zeitschrift Mitteilungen der Österreichischen Geographischen Gesellschaft, die auch heute online einsehbar ist.Mitteilungen ÖGG – Online-Archiv

Geschichte Die k.k. geographische Gesellschaft wurde im Jahr 1856 gegründet. Bereits im Jahr 1857 erscheint der erste Band der Mitteilungen der k. k. Geographischen Gesellschaft. Auch bei der Durchführung der Novara-Expedition in den Jahren 1857 bis 1859, wie auch an zahlreichen anderen Forschungsexpeditionen war die ÖGG beteiligt.

Im Jahr 1902 hatte der Verein bereits 2.065 Mitglieder. Beide Weltkriege setzten dem Verein stark zu, trotzdem wurde die Forschungstätigkeit immer wieder fortgesetzt. So wurde die Zusammenarbeit nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Institut für Geographie intensiviert.

Ab dem Jahr 1961 wurden spezielle Kommissionen gegründet 1961: Kartographische Kommission 1987: Geomorphologische Kommission 1992: Kommission für Angewandte Geographie 1994: Kommission für Fachdidaktik und Schulgeographie 1998: Junge ÖGG

Außerdem wurden ab dem Jahr 1958 Zweigvereine, die selbständig „firmieren“, oder Außenstellen gegründet. 1952: Außenstelle Salzburg 1958: Außenstelle Krems (bestand bis 1976) 1971: Zweigverein: Innsbrucker Geographische Gesellschaft 1987: Zweigstelle Graz 1989: Zweigstelle Klagenfurt 2001: Zweigverein: Salzburger Geographische Gesellschaft

Regelmäßige Publikationen Mitteilungen der Österreichischen Geographischen GesellschaftMitteilungen der Österreichischen Geographischen Gesellschaft mit Archiv: Schlagwortsuche und PDF-Summaries. ÖGG Newsletter GEOGRAPHIEaktuell

Auszeichnungen Die Förderung wissenschaftlicher Leistungen, insbesondere des akademischen Nachwuchses, zählt zu den zentralen Zielen der ÖGG. Aus diesem Grund werden jedes Jahr Preise für wissenschaftliche Arbeiten ausgeschrieben.

Franz von Hauer-Medaille Die Franz-von-Hauer-Medaille ist seit 1893 die höchste Auszeichnung der ÖGG für besondere Leistungen in der wissenschaftlichen Geographie für die „Erweiterung und Förderung des geographischen Wissens“, benannt nach dem Geologen Franz von Hauer. Träger der Medaille sind auszugsweise:Die Franz v. Hauer-Medaille: Liste der lebenden Preisträger abgerufen am 6. Oktober 2015. Jahr Preisträger 1894 Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Este, Oskar Baumann 1896 Georg Neumayer, Friedrich Simony 1899 Sven von Hedin, Fridtjof Nansen 1899 Erzherzog Ludwig Salvator von Österreich-Toskana 1900 Robert Daublebsky von Sterneck 1901 Eduard Sueß 1903 Ferdinand Freiherr von Richthofen 1904 Julius Ritter von Payer, Ludwig Ritter von Höhnel 1906 Julius von Hann, Alexander Supan, Franz Ritter von Wieser 1907 Hans Graf Wilczek 1908 Erzherzog Rainer von Österreich bei oeaw.ac.at; abgerufen am 4. Februar 2013. 1910 Robert E. Peary 1912 Roald Amundsen 1914 Robert Falcon Scott 1915 Emil TietzeWilhelm Hammer: Emil Tietze. In: Mitteilungen der Österreichischen Geologischen Gesellschaft. Band 24, 1931, S. 134–136 (). 1918 Oskar Lenz 1922 Otto Nordenskjöld 1931 Alfred Wegener (posthum) 1956 Otto Schlüter, Hans Wilhelmsson Ahlmann, Roberto Almagià, Fritz Machatschek, Hans Mortensen, Carl Troll 1957 Rudolf Zu der Luth 1978 Hans Bobek, Hans KinzlUniv.-Prof. Dr. Hans Kinzl – 80 Jahre. In: Oberösterreichische Heimatblätter. Jahrgang 32, 1978, S. 341–342 (). 1985 Erik Arnberger 1989 Adolf Leidlmair 1996 Elisabeth Lichtenberger 1998 Horst Mensching 2006 Jürgen Bähr, Jaromír Demek, Ulrich Freitag, Helmut Heuberger, Bruno Messerli, Peter Meusburger, Karl Ruppert 2015 Martin Seger 2016 Axel BorsdorfIGF-Direktor Borsdorf mit Franz-von-Hauer-Medaille ausgezeichnet, abgerufen am 14. August 2016.

Johann Hampel-Preis (bis 1989) Träger des Johann-Hampel-Preises: Jahr Preisträger 1960 Gustav Holzmann, Franz Lang, Ferdinand Mayer, Walter Schlegel 1961 Josef Gossenreiter, Wigand Ritter, Franz Zwittkovits 1962 Maria Fesl, Walter Kurz, Eugen Swoboda 1963 Heinz Baumgartner, Hilmar Krenn 1964 Diether Bernt, Helmut Desoye, Hans Fischer 1965 Bruno Backé, Felix Jülg, Herbert Spatzenegger 1966 Gunther Chlupac, Helmuth Jeglitsch, Eduard Kunze, Ferdinand Mayer, Karl Schappelwein 1967 Max Fink, Andreas Moritsch, Josef Steinbach, Herwig Wakonigg, Walter Zsillncsar 1968 Anton Lechner, Peter Meusburger, Wolfgang Schwarz, Elisabeth Seger-Heinze, Heinz Slupetzky, Werner Slupetzky 1969 Peter Fritz, Klaus Nozicka, Martin Seger, Peter Wald 1970 Waltraut Scherzinger, Peter Schnitt 1971 Brigitta Richter-Lentsch, Manfred Schopper 1972 Klaus Arnold 1973 Gerhard Fasching, Dagmar Spangenberg-Resmann 1974 Heinz Nissel, Hans Zwittkovits 1975 Paul Lang, Hans Pozdena, Elisabeth Tomasi 1976 Manfred Fischer, Harald Hitz, Walter Kollmann, Karl Trummer 1977 Hanns Kerschner, Harald Praschinger, Franz Stefl 1978 Christian Arnolder, Eckard Delfs, Margarete Stargl 1979 Regina Prehofer, Heinrich Zwittkovits 1980 Heinz Hochschorner, Walter Matznetter, Wolfgang Prochazka, Herbert Wallentin 1981 Christian Auerböck 1982 Franz Brunner, Christine Hamann, Erwin Luntzer, Christoph Steurer 1983 Konrad Höfle, Margarita Moser, Josef Strobl, Rudolf Wastl 1985 Elisabeth Aufhauser, Franz Dollinger 1986 Josef Aistleitner, Maria Kaiser 1987 Gerhard Lieb, Barbara Semmelweiß 1988 Andreas Andiel, Gudrun Lettmayer, Gert Walter Wolf 1989 Friedrich Bertlwieser, Peter Einhorn, Wolfgang Kainz, Gertraud Laber, Walter Matznetter

Hans Bobek-Preis Eingerichtet 1991 zu Ehren des Ehrenpräsidenten und Namensgebers Hans Bobek. Eingereicht werden können in deutscher oder englischer Sprache verfasste Dissertationen, Habilitationsschriften oder andere gleichwertige, von einer Person selbstständig verfasste wissenschaftliche Arbeiten. Die Fertigstellung dieser Arbeiten darf nicht länger als zwei Jahre seit der Ausschreibung zurückliegen. Zugelassen sind In- und Ausländer im Alter von bis zu 45 Jahren. Träger des Hans Bobek-Preises: Jahr Preisträger 1991 Heinz Fassmann 1993 Armin Ratusny, Jürgen Pohl 1994 Rita Schneider Sliwa 1995 Andreas Novy 1997 Gerhard Karl Lieb 1998 Christine Vogt 1999 Franz Dollinger 2000 Hubert Job 2002 Heiko Schmid 2004 Eberhard Rothfuß 2005 Petra Kohler 2006 Lasafam Iturrizaga 2007 Heike Egner 2008 Lars Keller 2009 Diane Tiefenbacher 2010 Kirsten von Elverfeldt 2011 keine Preisverleihung 2012 Andreas Schaumberger, Matthias Kranabether 2013 Christian Andreas Steiner 2014 Helene Petschko, Andrei Dörre 2015 Corinna Hölzl 2016 keine Preisverleihung 2017 Kathryn Fitzsimmons, Sören Weissermel 2018 Fabian Beran 2019 Christin Bernhold 2020 keine Preisverleihung 2021 Hannah Uprety

Förderungspreis der ÖGG Seit 1994 konnte durch eine Stiftung von zwei Vorstandsmitgliedern ein Förderungspreis für junge Geographen eingerichtet werden. Es können sich Autoren bewerben, die das 35. Lebensjahr noch nicht erreicht haben und deren Arbeit an einer österreichischen Universität approbiert wurde. Seit 1998 wird die Finanzierung dieses Preises aus dem Budget der ÖGG, der Zweigvereine und Zweigstellen getätigt. Träger des Förderungspreises der ÖGG: Jahr Preisträger 1995 Thomas Blaschke 1997 Anita Pöckl 1998 Gustav Tengg 1999 Martin Heintel 2000 Christine Hintermann 2001 Julia Beckel, Johannes Mayer, Andreas Neumann 2002 Ingrid Pranger 2003 Sylvia Bartl 2004 Nadine Scharfenort 2005 Harald Tomberger 2006 Alexander Wisbauer 2007 Christoph Aubrecht 2008 keine Preisverleihung 2009 Ingrid Pesau 2010 Huberta Kulmhofer 2011 Ramon Bauer, Clemens Wieser 2012 Barbara Degenhart 2013 Ekrem Canli 2014 Verena Schröder 2015 Karin Gokesch 2016 Johannes Herbuger, Clemens Hiller 2017 Stefan Kraxberger 2018 Sarah Kamleitner, Sarah Elise Sapper 2019 Heidemarie Bernsteiner, Judith Schnelzer 2020 Lina Horn 2021 Franziska Allerberger, Dominik Ebenstreit

Leopold-Scheidl-Preis für Wirtschaftsgeographie Der seit dem Jahr 2000 vergebene Preis ist nach Leopold Scheidl benannt, der von 1954 bis 1974 Professor für Wirtschaftsgeographie an der Hochschule für Welthandel (heute: Wirtschaftsuniversität Wien) war. Der Leopold-Scheidl-Preis wird für wissenschaftliche Arbeiten mit einem wirtschaftsgeographischen Schwerpunkt verliehen. Träger des Leopold-Scheidl-Preises: Jahr Preisträger 2000 Marita Erler 2001 Robert Faustmann 2002 Wolfgang Mikula 2003 Barbara Hofstätter 2004 Goran Žužul, Andreas Oberascher 2005 Stephan Strnadl 2006 Christian Gigon 2008 Sandra Eberhard 2009 keine Preisverleihung 2010 Sergeja Mirnik, Martin Kraychnikov 2011 keine Preisverleihung 2012 Michael Zwingl 2013 Barbara Pundy 2014 keine Preisverleihung 2015 Andreas Eisl 2016 Felix Wilmsen 2017 keine Preisverleihung 2019 Timon Hellwagner 2020 Jakob Eder, Nora Komposch 2021 Stefanie Döringer

OeNB-Award für Wirtschaftsdidaktik Die ÖGG vergibt in Kooperation mit ihrer Fachgruppe für Geographische und Sozioökonomische Bildung (GESÖB) für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Fachdidaktik „Sozioökonomische Bildung“ einen von der Österreichischen Nationalbank (OeNB) gestifteten Sonderpreis. Dieser 2017 ins Leben gerufene Preis wird für thematisch und methodisch hervorragende Dissertationen, Diplom- und Masterarbeiten aus dem Bereich der sozioökonomischen Bildung verliehen. Träger des OeNB-Awards für Wirtschaftsdidaktik: Jahr Preisträger 2018 Elisabeth Ramberger 2019 Anja Bonfig 2020 Johannes Wimmeder 2021 Christian Riel

Ehrenpräsidenten Vereinspräsidenten, die sich besonders um den Verein verdient gemacht haben, können zum Ehrenpräsidenten als Auszeichnung ernannt werden. Bisher wurden zwölf Präsidenten dazu ernannt.

1890 Johann Nepomuk Graf Wilczek 1898 Franz von Hauer 1906 Christian Reichsritter von Steeb 1910 Emil Tietze 1933 Eugen Oberhummer 1951 Hugo Hassinger 1956 Gustav Götzinger 1961 Rudolf Zu der Luth 1973 Hans Bobek 1973 Randolf Rungaldier 1973 Hans Spreizer 2006 Ingrid Kretschmer

Weitere Präsidenten (Auszug) Karl Bernhard von Hietzinger (1860–1864) Eduard Pechmann von Massen, (1862/1863 Vizepräsident, 1863/1864 Präsident) Anton Steinhauser der Ältere (ab 1866, zuvor Vizepräsident) Eduard Brückner (1915–1921, 1926–1927) Johann Soelch (1951) Hans Spreitzer (1955–1962, 1965–1966) Hans Bobek (1962–1965) Julius Fink (1970–1972) Leopold G. Scheidl (1972–1974) Erik Arnberger (1975–1978) Josef Breu (1981–1984) Hans Fischer (1984–1988) Karl Stiglbauer (1989–1991) Walter Petrowitz (1991–1997) Axel Borsdorf (2004–2006)Axel Borsdorf auf der Seite Geographie Innsbruck abgerufen am 12. März 2012. Christian Staudacher (2006–2014) Helmut Wohlschlägl seit 2014

Weblinks Österreichische Geographische Gesellschaft – oegg.univie.ac.at "Geographie Aktuell" - Newsletter der ÖGG MÖGG – „Mitteilungen der Österreichischen Geographische Gesellschaft“ – Online-ARCHIV und aktueller Band