Die Kathedrale Nuestra Señora de los Remedios in San Cristóbal de La Laguna (Teneriffa, Kanarische Inseln) ist seit der Gründung des Bistums San Cristóbal de La Laguna im Jahr 1819 Kathedrale. Sie ist gleichzeitig Pfarrkirche der Gemeinde Nuestra Señora de los Remedios.
Geschichte des Bauwerks 1515–1819 Am 26. März 1515 beschloss das Cabildo Municipal von San Cristóbal de la Laguna (Stadtrat) mit der Zustimmung des Bischofs Fernando de Arce und des Adelantado Alonso Fernández de Lugo, eine zweite Gemeindekirche in La Laguna zu errichten. Schutzheilige dieser Kirche sollte Nuestra Señora de los Remedios werden. Die Bauarbeiten wurden im Jahr 1522 abgeschlossen. Das Ergebnis war eine einschiffige Kirche im kanarischen Stil mit einer Länge von 80 Fuß und einer Breite von 48 Fuß. Die Kirche war mit ihrem Hauptaltar nicht genau nach Osten ausgerichtet, sondern weicht ein wenig nach Ost / Südost ab. Das Gebäude wurde in der Folgezeit immer wieder durch Anbauten erweitert. Im Jahr 1590 bestand die Kirche aus einem Haupt- und zwei Seitenschiffen. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde mit dem Bau eines Turmes begonnen. 1656 besaß die Pfarrei Nuestra Señora de los Remedios den höchsten Kirchturm der Insel. Er musste allerdings 1691 wegen Einsturzgefahr durch einen weniger hohen Neubau ersetzt werden. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde das Gebäude auf der Ostseite, der Altarseite verlängert. Das Hauptschiff und die beiden Seitenschiffe waren gleich hoch. An die Seitenschiffe schlossen sich auf beiden Seiten Kapellen an, die so zwei weitere niedrigere Schiffe bildeten. 1751 wurde in den Turm eine aus England stammende Uhr eingebaut. mini|Grundriss der Kirche zwischen 1809 und 1905
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren sowohl der Turm als auch die Eingangsfassade einsturzgefährdet. Das veranlasste die Brüder Bencomo, den Wiederaufbau dieser Teile der Kirche weitgehend auf eigene Kosten zu betreiben. Die Bencomos waren in La Laguna geborene Kleriker und führten ihren Stammbaum auf den letzten Mencey von Taoro zurück. Cristóbal Bencomo y Rodríguez (1758–1835) war erst Lehrer, später Beichtvater des Königs Ferdinand VII. Pius VII. ernannte ihn zum Titularerzbischof von Heraclea. Pedro José Bencomo y Rodríguez (1749–1828) war als Kanoniker Mitglied des Domkapitels des Bistums der Kanarischen Inseln. Als Dekan war er Vorsteher des Domkapitels des Bistums der Kanarischen Inseln. Später nach der Gründung der Diözese Teneriffa leitete er bis zur Ernennung eines Bischofs diese Diözese als Kapitularvikar. Ein dritter Bruder, Santiago Bencomo y Rodríguez (1754–1818), war Mitglied des Domkapitels in Las Palmas de Gran Canaria. Die Brüder Bencomo ließen sich Zeichnungen der Kathedrale von Pamplona schicken, die gegen 1783 von dem Architekten Ventura Rodríguez entworfen worden war. Die Pläne der Fassade wurden in La Laguna von Juan Nepomuceno Verdugo Dapelo und Pedro Díaz überarbeitet und an die örtlichen Verhältnisse und das bestehende Gebäude angepasst. Dabei wurde berücksichtigt, dass das Haupt- und die Seitenschiffe u. U. durch höhere Gebäude ersetzt werden sollten. Die Bauarbeiten begannen im Jahr 1813. Der erste Turm wurde am 15. Dezember 1824 fertiggestellt. Dieser Gebäudeteil bildet auch heute noch die Haupteingangsfassade der Kathedrale von San Cristóbal de La Laguna.
Geschichte des Bauwerks 1819–2014 mini|Vereinfachter Grundriss der Kathedrale 1 Chorumgang 2 Hauptaltar 3 Vierung 4 Kanzel 5 Chorgestühl 6 Orgelempore 7 Hauptportal 8 Kapelle der Señora de los Remedios 9 Kapelle der Virgen Purísima 10 Kapelle der Teresa von Ávila 11 Seiteneingang von der Calle Obispo Rey Redondo (Calle Carrera) 12 Kapelle Unserer Lieben Frau auf dem Berge Karmel 13 Kapelle der Heiligen Barbara 14 Bild der Seelen im Fegefeuer 15 Kapelle des Christus an der Säule 16 Kapelle der Virgen de Candelaria 17 Seiteneingang von der Calle Bencomo 18 Kapelle des Heiligen Josef 19 Taufkapelle
1819 wurde das bisherige Bistum Kanarische Inseln in eine Diözese der östlichen Inseln (Gran Canaria, Fuerteventura und Lanzarote) mit dem bisherigen Sitz in Las Palmas de Gran Canaria und eine neue Diözese der westlichen Inseln (Teneriffa, La Palma, La Gomera und El Hierro) mit Sitz in San Cristóbal de La Laguna aufgeteilt. Eine päpstliche Bulle vom 21. Dezember 1819 bestimmte die Pfarrkirche Nuestra Señora de los Remedios zur Kathedrale des neuen Bistums. Mitte des 19. Jahrhunderts waren das Hauptschiff und die beiden inneren Seitenschiffe der Kirche 45,56 m lang und 6,90 m breit. Die Decke wurde von 26 dorischen Säulen getragen. Die äußeren Seitenschiffe waren 35,32 m lang und 6 m breit. Durch ständige, meist etwas planlos verlaufende An- und Umbauten traten zu Ende des 19. Jahrhunderts Risse in den Wänden auf und die Stützen waren unter der Last des Daches teilweise verschoben. Besonders der ab 1749 durchgeführte Bau einer Kuppel war für die Statik des Gebäudes nicht förderlich, da die tragenden Wände vor dieser Maßnahme nicht verstärkt wurden. Darüber hinaus sorgten einige Erdbeben und ein Unwetter im Jahr 1826 für erhebliche Schäden an der Bausubstanz. Die Reparaturen wurden meist nur notdürftig durchgeführt. Im Jahr 1897 wurde die Kirche zur Ruine erklärt. In den folgenden sechzehn Jahren diente die Kirche des ehemaligen Augustinerklosters als Bischofskirche. Nachdem sich einige Entwürfe zur Restaurierung der Kirche als undurchführbar erwiesen hatten, wurde ein Neubau beschlossen. Am 26. April 1905, also acht Jahre nach der Schließung, wurde mit dem Abriss der Kirche begonnen. Die endgültig verwirklichten Entwürfe für den Neubau stammten von dem Hauptmann des Ingenieurkorps José Rodrigo de Vallabriga y Peraza de Ayala. Er übernahm auch die Bauleitung. Nur die zu Beginn des 19. Jahrhunderts errichtete klassizistische Fassade mit den zwei Türmen blieb von dem Abriss verschont. Die Marmorplatten des Fußbodens, das Chorgestühl, die Kanzel und die Altare wurden sicher verwahrt.
Um die Mittel für den Neubau aufzubringen, wurden Altare an andere Kirchen auf Teneriffa verkauft. Eine weitere Quelle für die Finanzierung des Neubaus der Kirche bestand darin, dass man den Schmuck der Heiligenfiguren verkaufte. Spenden aus dem In- und Ausland trugen dazu bei, den Bau entstehen zu lassen. Darunter waren auch „Sachspenden“ wie die der Sociedad Anónima de Tranvías Eléctricos de Tenerife (Straßenbahngesellschaft), die den Transport von Baumaterialien kostenfrei übernahm. Den bedeutendsten Einzelanteil an der Finanzierung von etwa einem Drittel trug der damalige Bischof Nicolas Rey Redondo aus seinem Privatvermögen bei.
Am 6. September 1913 wurde die neu errichtete Kathedrale durch den Bischof Nicolás Rey Redondo geweiht. Die Außenansicht der Seitenwände wurde stilistisch der aus dem Beginn des 19. Jahrhunderts stammenden neoklassizistischen Fassade angeglichen, während der Innenraum neugotisch gestaltet wurde. Das Haupt- und die Seitenschiffe des Neubaus waren etwa um ein Drittel höher als bei dem Vorgängerbau. Die Decke wurde durch neugotische Kreuzgewölbe gebildet, die Vierung schloss mit einer auf einem Tambour sitzenden Kuppel im Barockstil ab. Eine Neuerung war der Chorumgang, der die Seitenschiffe um den Altarraum herum verlängerte. Als Baumaterial wurde weitgehend der damals im Kirchenbau besonders bei Gewölben unübliche Stahlbeton verwendet. Der von José Miguel Luján Pérez geschaffene Altar wurde als Hauptaltar aufgestellt.
1915 wurde – quasi als rechtes Querschiff – eine Kapelle angefügt, in der der ehemalige Hauptaltar, der Altar der Schutzheiligen Nuestra Señora de los Remedios, aufgestellt wurde. Diese Kapelle wird auch heute noch als Gemeindekirche genutzt. Im Jahr 1950 sickerte aufgrund unzureichender Abdichtung Wasser durch die Gewölbe. Diese Schäden konnten teilweise behoben werden. Da der Beton fälschlicherweise mit Sand hergestellt wurde, der am Strand gewonnen worden war und daher Salz enthielt, zersetzten sich die Armierungen. Das führte dazu, dass am 30. Juni 2002, nachdem immer wieder kleinere Teile der Decke niedergestürzt waren, die Kirche geschlossen werden musste. In der Folgezeit wurde die Kirche Nuestra Señora de la Concepción als Bischofssitz genutzt, so auch bei der Bischofsweihe im Jahr 2005.
Nach einer gründlichen Untersuchung der Bausubstanz wurde entschieden, das Gebäude, mit Ausnahme der zu Beginn des 19. Jahrhunderts erbauten Fassade, etwas unterhalb der Kapitelle der Stützen waagerecht durchzuteilen. Der gesamte obere Teil des Bauwerks, d. h. Teile der Seitenwände, Teile der Stützen, die Gewölbe und die Kuppel wurden vollkommen abgetragen und ersetzt. Die neuen Mauern bestehen aus Beton, der nicht mit Metall, sondern mit Glasfasern und mit Polypropylenfasern armiert wurde. Darüber hinaus wurde das gesamte Dach mit wasserdicht verlöteten Kupferblechen abgedeckt. Nach Abschluss der Arbeiten wird das Dach durch 53 Gewölbe gebildet. Dazu kommt die 41 m hohe Kuppel. Am 31. Januar 2014 wurde die Kirche wieder eröffnet.
Inneneinrichtung mini|Innenausstattung Im Folgenden wird die Inneneinrichtung der Kirche beschrieben, wie sie bei der Wiedereröffnung am 31. Januar 2014 bestand. Änderungen bei der Aufstellung von Altären und Heiligenfiguren sind nicht nur für die Dauer besonderer Feiertage zu erwarten. Altarumgang Der Altarumgang wurde durch den Neubau der Kirche 1905–1913 geschaffen. In dem Umgang hängen einige Bilder von historischer Bedeutung. Sieben Spitzbogenfenster beziehen sich auf die Christianisierung der Insel und ein Denkmal erinnert an den Eroberer der Insel.
Grabdenkmal für Alonso Fernandez de Lugo
Im Jahr 1496 fügte der Konquistador Alonso Fernández de Lugo Teneriffa als letzte der Kanarischen Inseln in den Regierungsbereich der Könige von Kastilien und Leon ein. Er gilt auch als Gründer der Stadt San Cristóbal de La Laguna. Nach seinem Tod am 20. Mai 1525 wurde er im Kloster San Miguel de las Victorias (damals) etwas außerhalb der Stadt beigesetzt. Nachdem dieses Kloster 1810 abgebrannt war, wurde es, da es sich bereits in der Auflösung befand, nicht wieder aufgebaut. Erst 1860 (also 50 Jahre später) wurden die Überreste des Adelantado exhumiert und in das Santuario del Cristo überführt. Im Jahr 1881 wurden sie dann in einem neuen Grab in der Kirche Nuestra Señora de los Remedios beigesetzt. Das Grabdenkmal aus Carrara-Marmor wurde von Manuel de Oraá entworfen und von Angelo de Cherubini ausgeführt. Beim Neubau der Kathedrale zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das Denkmal in den neu geschaffenen Altarumgang versetzt.
Gedenktafel für den Bischof Nicolás Rey Redondo
Bei der Fertigstellung der Kathedrale im September 1913 brachte die Bevölkerung von La Laguna im Altarumgang zum ewigen Gedenken und als Zeichen der Dankbarkeit eine Gedenktafel zu Ehren des Bischofs Nicolás Rey y Redondo (12. Februar 1834–5. September 1917) an. Auf dieser Tafel wird der Bischof für seine Frömmigkeit, seinen Eifer bei dem Neubau der Kirche und seine Großzügigkeit gerühmt. Der Hintergrund dafür war die Spende des Bischofs, die etwa ein Drittel der Neubaukosten deckte.
Gemälde
Die Gemälde, die in dem Altarumgang hängen, wurden der Kirche von Erzbischof Cristóbal Bencomo y Rodríguez geschenkt. Das rechteckige Bild mit einer Darstellung des Christophorus, des Schutzheiligen der Stadt, hält sich in Aufbau und Farbgebung an traditionelle Vorlagen des 16. und 17. Jahrhunderts.
Der Heilige Ferdinand wurde zum Schutzpatron der Kathedrale bestimmt, um damit den damaligen König Ferdinand VII. zu ehren. Das ovale Gemälde stellt den Heiligen Ferdinand mit Krone, Schwert und Weltkugel dar. Im Hintergrund ist die Stadt Sevilla zu erkennen.