Das Bistum Paramaribo (, ) ist eine römisch-katholische Diözese mit Sitz in Paramaribo in Suriname.

Geschichte Missionsgebiet Die Römische Kurie erklärte Suriname, damals eine niederländische Kolonie, 1683 per Dekret als Mission sui juris Batavia zum Missionsgebiet.Historische achtergrond van het Bisdom Paramaribo, abgerufen am 9. Juni 2026. Allerdings beschränkte die sowohl in der Republik der Sieben Vereinigten Niederlande wie auch in der Kolonie calvinistisch geprägte Obrigkeit die Tätigkeit katholischer Priester. Meist konnten sich in Suriname – wenn überhaupt – höchstens zwei oder drei Priester zeitweilig aufhalten, unter anderem durchreisende Jesuiten. Über längere Zeiträume gab es dort keinen einzigen römischen Priester. Diese Zeit blieb als „de herderloos tijdperk“ (niederländisch: „das hirtenlose Zeitalter“) in Erinnerung.Richard Fulgentius Abbenhuis: De Katholieke Kerk in Suriname. In: Vox Guyanae, Jg. 2 (1956), Heft 3, S. 117–144, hier S. 118–119.

Die Beschränkungen wurden nach der Rückgabe Surinames an das Königreich der Vereinigten Niederlande, die im Britisch-Niederländischen Vertrages von 1814 vereinbart worden war und 1816 tatsächlich erfolgte, großteils Schritt für Schritt aufgehoben.Richard Fulgentius Abbenhuis: De Katholieke Kerk in Suriname. In: Vox Guyanae, Jg. 2 (1956), Heft 3, S. 117–144, hier S. 119–121. Allerdings blieb die Reformierte Kirche in Suriname (niederländisch: Hervormde Kerk in Suriname) die politisch und gesellschaftlich tonangebende Kirche.Armando Lampe: Christianity and Slavery in the Caribbean. In: ders. (Hrsg.): Christianity in the Caribbean. Essays on church history. University of the West Indies Press, Kingston, Jamaica 1997, ISBN 976-640-029-6, S. 126–153, hier S. 147.

Apostolische Präfektur Dank der 1816 gewonnenen Spielräume konnte Papst Pius VII. am 22. November 1817 die Apostolische Präfektur Niederländisch-Guyana-Suriname gründen. Dazu wurden im selben Jahr zwei Weltpriester aus den Niederlanden nach Paramaribo entsandt: Paulus Antonius Wennekers (1789–1823) als Pfarrer und Ludovicus van der Horst († 1825) als sein Kaplan.Cornelius van Coll: Beknopte geschiedenis der katholieke missie in Suriname. Alberts, Gulpen 1884, Bijlage 1, A: Lijst der Surinaamsche Missionarissen. Beide erlagen in jungen Jahren tropischen Krankheiten. Nach dem Tod von Ludovicus van der Horst wurde im selben Jahr, 1825, Martinus van der Weijden (1800–1826) als erster Apostolischer Präfekt entsandt. Er starb im folgenden Jahr. Als Apostolischer Präfekt folgte ihm Jacobus Grooff (1800–1852).

Apostolisches Vikariat Die Apostolische Präfektur wurde am 12. September 1842 zum Apostolischen Vikariat Niederländisch-Guyana-Suriname erhoben. Jacobus Grooff verließ Suriname im Jahr darauf. Infolgedessen leitete Jacobus Gerardus Schepers de facto das Vikariat.Richard Fulgentius Abbenhuis: De Katholieke Kerk in Suriname. In: Vox Guyanae, Jg. 2 (1956), Heft 3, S. 117–144, hier S. 126. 1865 betraute Papst Pius IX. die Redemptoristen mit der Mission in Suriname, die seither alle Apostolischen Vikare stellten.Richard Fulgentius Abbenhuis: De Katholieke Kerk in Suriname. In: Vox Guyanae, Jg. 2 (1956), Heft 3, S. 117–144, hier S. 129. Der bekannteste der Redemptoristen-Missionare in Suriname war Peerke Donders (1809–1887),Richard Fulgentius Abbenhuis: De Katholieke Kerk in Suriname. In: Vox Guyanae, Jg. 2 (1956), Heft 3, S. 117–144, hier S. 133–134. der in der Lepra-Kolonie Batavia am Fluss Coppename arbeitete. Papst Johannes Paul II. sprach ihn 1982 selig. Seine Gebeine wurden 1900 von Batavia in ein Grab in der Sankt Petrus und Paulus Kathedrale überführt.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts schuf das Apostolische Vikariat zahlreiche Einrichtungen der sozialen Fürsorge und zur Unterstützung der gesellschaftlichen Entwicklung. Zudem baute es das Netz der katholischen Schulen aus. Von den 161 Schulen, die 1955 in Suriname bestanden, waren 68 öffentliche Schulen. 50 waren in katholischer Trägerschaft, 34 in der Trägerschaft der Herrnhuter Brüdergemeine und 9 in sonstiger Trägerschaft.Richard Fulgentius Abbenhuis: De Katholieke Kerk in Suriname. In: Vox Guyanae, Jg. 2 (1956), Heft 3, S. 117–144, hier S. 140.

Bistum Am 7. Mai 1958 erhob Papst Pius XII. das Apostolische Vikariat zum Bistum. Es war zunächst immediat dem Heiligen Stuhl unterstellt. Mit der päpstlichen Bulle Si quis mente wurde es am 29. Juli 1968 dem Erzbistum Port of Spain als Suffragandiözese unterstellt.

Als Ergebnis zahlreicher Beratungen in den Jahren 2001 und 2002, an denen die Bistumsleitung, der Raad van Consultoren, der Priesterrat und die Pfarreien beteiligt waren, gab sich das Bistum eine neue Struktur mit einer stärkeren Mitverantwortung der Laien.De nieuwe structuur von ons bisdom in grote lijnen. In: Omhoog (Paramaribo), 13. Januar 2012, S. 5.

mini|St.-Petrus-und-Paulus-Kathedrale in Paramaribo

Sankt-Petrus-und-Paulus-Kathedrale Die in der Zeit von 1883 bis 1885 gebaute Kathedrale St. Peter und Paul soll die größte gotische Holzkirche der Welt sein. Nach Jahren schwieriger Restaurierungsarbeiten wurde das Kirchenbauwerk am 14. November 2010 mit einer Einsegnungsmesse und Kirchweihe durch Bischof Wilhelmus de Bekker wieder feierlich in Gebrauch genommen.

Nachdem durch Papst Franziskus die Kathedrale zur Basilica minor erhoben wurde, erfolgte am 6. April 2014 die feierliche Einweihung und Segnung der Basilika.StarNieuws niederländisch, abgerufen am 7. April 2014. englisch, abgerufen am 22. Januar 2016.

Ordinarien mini|Eingangsbereich Basilica minor in Paramaribo mini|Kanzlei und Wohnung des Bischofs, Paramaribo

Apostolische Präfekte von Niederländisch-Guyana-Suriname Martinus van der Weijden (Februar 1826 – 14. Oktober 1826, gestorben) Jacobus Grooff (13. Oktober 1826 – 12. September 1842)

Apostolische Vikare von Niederländisch-Guyana-Suriname Jacobus Grooff (12. September 1842 – 29. April 1852, gestorben) Jacobus Gerardus Schepers (7. September 1852 – 27. November 1863 gestorben) Johannes Baptist Swinkels CSsR (12. September 1865 – 15. September 1875 gestorben) Johannes Henricus Schaap CSsR (20. Juni 1876 – 19. März 1889 verstorben) Wilhelmus Antonius Ferdinand Wulfingh CSsR (6. Juni 1889 – 5. April 1906 gestorben) Jacobus Cornelis Meeuwissen CSsR (3. März 1907 – 11. Dezember 1911 zurückgetreten) Theodorus Leonardus Antonius Maria van Roosmalen CSsR (5. September 1911 – 8. Januar 1947 zurückgetreten) Stephanus Joseph Maria Magdalena Kuijpers CSsR (8. Februar 1946 – 7. Mai 1958)

Bischöfe von Paramaribo Stephanus Joseph Maria Magdalena Kuijpers CSsR (7. Mai 1958 – 30. August 1971, emeritiert) Aloysius Ferdinandus Zichem CSsR (30. August 1971 – 9. August 2003, emeritiert) Wilhelmus de Bekker (12. November 2004 – 31. Mai 2014, emeritiert) Karel Choennie (seit 11. November 2015)StarNieuws (niederländisch), abgerufen am 11. November 2015

Literatur in der Reihenfolge des Erscheinens Cornelius van Coll CSsR: Beknopte geschiedenis der katholieke missie in Suriname. Alberts, Gulpen 1884. Richard Fulgentius Abbenhuis CMM: Het Apostolisch Vicariaat, Paramaribo 1942. Richard Fulgentius Abbenhuis: Verhalen en schetsen uit de Surinaamse geschiedenis. Leo Victor, Paramaribo 1943–1944. Band 1, Teilband 1: 1613–1683. 1943. Band 1, Teilband 2: 1683–1712. 1943. Band 2: 1712–1751. 1944. Richard Fulgentius Abbenhuis: De Katholieke Kerk in Suriname. In: Vox Guyanae, Jg. 2 (1956), Heft 3, S. 117–144. Johannes Gerardus (Joop) Vernooij: De rooms-katholieke gemeente in Suriname (vanaf 1866). Diss., Katholieke Universiteit Nijmegen, 1974; andere Ausgabe unter dem Titel De rooms-katholieke kerk in Suriname vanaf 1866. Westfort, Paramaribo 1974 (Digitalisat der Radboud-Universität Nijmegen). Franklin Steven Jabini: Christianity in Suriname. An overview of its history, theologians and sources. Langham Monographs, Carlisle 2012, ISBN 978-1-907713-43-9, S. 79–88 und 264–284.

Weblinks

Einzelnachweise

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