CyanogenMod [] (CM) ist ein eingestelltes Android-Custom-ROM bzw. Betriebssystem für eine Reihe von Smartphone- und Tabletmodellen. Es handelt sich um einen Abkömmling des von Google entwickelten freien Betriebssystems Android, der von der Android-Community erstellt und gepflegt wurde, unter anderem vom namensgebenden Entwickler Cyanogen (Stefanie Kondik, damals noch Steve Kondik). CyanogenMod versprach für die unterstützten Geräte gegenüber den mitgelieferten Firmwares zusätzliche Funktionen und Verbesserungen der Leistung, Sicherheit und Stabilität. Es war mit mehr als 50 Millionen Nutzern (Stand: August 2015) das beliebteste angepasste bzw. Community-basierte Android-Derivat.
Die Weiterentwicklung wurde Dezember 2016 eingestellt. Direkter Nachfolger ist LineageOS.
Merkmale CyanogenMod weist eine Reihe von Unterschieden gegenüber Android auf: Privacy Guard: Datenschutzoptionen zum Beschränken von Zugriffsrechten für einzelne Apps (eine ähnliche Funktion brachte Google erst mit Android 6.0 Marshmallow), WhisperPush: Ein zu Signal kompatibler Service zum Verschlüsseln von Nachrichten (eingestellt zum 1. Februar 2016), Gestensteuerung für den Sperrbildschirm, Zusätzliche Optionen zum Anpassen der Oberfläche, z. B. Anordnung der Kacheln in den Schnelleinstellungen, ein verbesserter Theme-Manager, ein systemweiter Audio-Equalizer, Unterstützung weiterer Audio- und Videoformate, u. a. FLAC CyanogenMod unterstützte eine große Zahl an Smartphones und Tablets. Einige davon wurden selbst dann noch unterstützt und mit neuen Versionen versorgt, wenn es vom Hersteller des Gerätes keine Aktualisierungen mehr gab.
Kompatibilität zu Android Es wurde Software-Kompatibilität zu Android angestrebt. Alle Community-Entwickler, die CyanogenMod auf ein neues Gerät portieren wollten, wurden dazu angehalten, die Kompatibilität ihrer Portierungen mittels der Android Compatibility Test Suite zu überprüfen. Portierungen, die die Tests der Compatibility Test Suite bestehen, gelten als kompatibel zu sämtlichen Android-Apps.
Durch Lizenzierungsschwierigkeiten wurde CyanogenMod ohne proprietäre Google-Apps wie Google Play oder Google Maps ausgeliefert. Die Funktionen konnten allerdings teilweise durch freie Alternativen wie F-Droid als App-Store ersetzt werden. Auch bestand die Möglichkeit, Google Apps nachträglich in CyanogenMod zu installieren. Einige Anwendungen von Drittanbietern waren jedoch ohne die proprietären Google-Abhängigkeiten nicht lauffähig, etwa wenn diese auf spezielle Funktionen zurückgreifen, wie Bezahlfunktionen für den Google Playstore.
Entwicklungsgeschichte Kurz nach der Einführung des Mobiltelefonmodells HTC Dream im September 2008 wurde eine Methode gefunden, um allumfassenden administrativen Zugriff (Root-Zugriff) auf das Linux-Subsystem von Android zu erlangen. Diese Entwicklung erlaubte zusammen mit der quelloffenen Natur des Betriebssystems Android das beliebige Ändern und Neueinrichten (oder Neuinstallieren) der Firmware des Gerätes. Ein Entwickler mit dem Pseudonym JesusFreke machte sich dies zunutze und entwickelte eine modifizierte Firmware für das HTC Dream. Die erste Version von CyanogenMod, veröffentlicht am 25. Mai 2009 auf dem Forum der XDA-Developers-Gemeinschaft, basierte auf dieser von JesusFreke modifizierten Firmware. Später stellte JesusFreke seine Arbeiten ein und empfahl stattdessen CyanogenMod.
CyanogenMod enthält eine bedeutende Menge eigener Codezeilen des CyanogenMod-Teams. Die Anpassungen des CyanogenMod gegenüber Android wurden hauptsächlich von Stefanie Kondik geschrieben, enthalten jedoch auch Beiträge der XDA-Developers-Gemeinschaft (wie ein verbessertes Anwendungsstarterfeld, Wählvorrichtung und Browser) und anderer Quellen (wie BusyBox in der Shell).
CyanogenMod war das erste Betriebssystem für Mobilgeräte, das mit Version 4.1.6 vorübergehend für die Prozessverwaltung den Brain Fuck Scheduler (BFS) einsetzte – eine Änderung, die auch in experimentelle Zweige des offiziellen Android-Codebaums übernommen wurde.
CyanogenMod 6
Kondik veröffentlichte von CyanogenMod eine Reihe von Versionen der Nummern 6.x mit dem Codenamen „Makin’ Bacon“ für das Nexus One. Zu den Merkmalen der Nexus-One-Version gehörten unter anderem ein neuer Kernel, High-Memory-Unterstützung für erweiterten Speicher, Tethering (auch über USB), die Ausführung von Anwendungen von SD-Karte, OpenVPN-Integration, ein sauberes System zum Starten und Herunterfahren, BusyBox, FLAC-Unterstützung, Erweiterungen der Telefon- und Kontaktenanwendung, Optimierungen an Oberfläche und Grafik, neue Live-Hintergrundbilder, 360° auto-orientation und full color trackball notifications.
Stefanie Kondik veröffentlichte CyanogenMod 6 für die HTC-Geräte Nexus One, Dream (T-Mobile G1), Magic, Desire, Evo 4G, Espresso und Hero sowie für das Motorola Droid, welches auf Android 2.2 (Codename „Froyo“) basierte. Eine Release-Candidate-Version von CyanogenMod 6 wurde am 11. Juli 2010 verfügbar; die stabile Version folgte am 28. August 2010.
CyanogenMod 7
Anfang 2011 wurde die Entwicklung von CyanogenMod in der Version 7 fortgesetzt, die auf Android 2.3.2 (Codename Gingerbread) basierte. Die ersten Release-Candidate-Versionen waren seit dem 16. Februar 2011 verfügbar. Am 11. April 2011 folgte die stabile Version von CyanogenMod 7.0 mit Android 2.3.3. Im selben Jahr, am 10. Oktober 2011, brachten die Entwickler das auf Android 2.3.4 basierende CyanogenMod 7.1 heraus. Die letzte stabile Version dieses Entwicklungszweigs war die Version 7.2, veröffentlicht am 16. Juni 2012. Die neue Version enthielt unter anderem Neuerungen im Bereich der Bildschirmsperre, Ice-Cream-Sandwich-Animationen, Android 2.3.7, diverse Fehlerkorrekturen und unterstützte neuere Android-Geräte.
CyanogenMod 9
Im Dezember 2011 wurde CyanogenMod 9 vorgestellt, das für verschiedene Geräte eine Portierung von Android 4.0.1 (Ice Cream Sandwich, kurz: ICS) verfügbar machte. Die CyanogenMod-Versionen befanden sich zu der Zeit im Alpha-Stadium. Ein halbes Jahr später, am 26. Juni 2012, wurde kurz vor der Entwicklerkonferenz Google I/O 2012 der Release Candidate 1 (RC1) veröffentlicht. Am 19. Juli 2012 folgte der RC2. Er unterstützte weitere Samsung-Galaxy-Geräte. Die stabile Version des CyanogenMod 9 erschien am 9. August 2012. Laut Ankündigung der Entwickler sollte dies die erste und einzige endgültige Version im 9er-Zweig bleiben. Der Fokus der Entwickler lag auf der anschließenden Version CyanogenMod 10, welche alle Geräte der Version 9 unterstützen sollte. Wenige Wochen danach wurde am 29. August 2012 das Update 9.1.0 veröffentlicht. Es behob jedoch lediglich Programmfehler.
CyanogenMod 10
Im Juli 2012 kündigten die Entwickler CyanogenMod 10 auf der Basis von Android 4.1 (Jelly Bean) an. Da CM10 keine größeren Änderungen gegenüber dem Vorgänger enthielt, planten die Entwickler Updates für fast alle Geräte, für die auch CM9 erschienen war. Dadurch wurde die weitere Entwicklung von CM9 stark eingeschränkt und später ganz eingestellt. Die ältere Version CM7 sollte weiterhin parallel zu CM10 gepflegt werden. Im August 2012 waren erste Nightly-Versionen verfügbar. Ab dem 11. September 2012 wurden erstmals sogenannte „M-Versionen“ regelmäßig am Monatsanfang zur Verfügung gestellt, beginnend mit CM10 M1. Die erste stabile Version von CyanogenMod 10 erschien am 14. November 2012.
CyanogenMod 10.1
Mitte Dezember 2012 begann die Auslieferung von Nightly-Versionen von CyanogenMod 10.1 auf Basis von Android 4.2 (Jelly Bean). Am 24. Juni 2013 wurde die fertige Ausgabe der Reihe 10.1 veröffentlicht. Neu waren unter anderem die Pie Controls. Damit ließen sich die Steuerungstasten im Vollbildmodus ausblenden und bei Bedarf einblenden, wenn der Benutzer über den Rand des Bildschirms streift. Bereits wenige Tage nach dem Erscheinen der ersten stabilen Version wurden mit den Versionen 10.1.1 und 10.1.2 einige Sicherheitslücken geschlossen. Die Entwicklung des Versionszweigs 10.1 wurde durch eine letzte Version 10.1.3 abgeschlossen, die unter anderem um den Privacy Guard ergänzt wurde.
CyanogenMod 10.2
Im Zuge der Vorstellung von Android 4.3 wurde bekanntgegeben, dass das CyanogenMod-Team an einer Version 10.2 arbeitet. Erste Nightly-Versionen wurden ab Mitte August 2013 veröffentlicht, zudem stand seit dem 1. November 2013 die erste M-Version für über 70 Modelle zur Verfügung. Am 2. Dezember 2013 wurde die stabile Version von CM 10.2 veröffentlicht. Neu war ein Blacklist-Feature zum Blockieren bestimmter Rufnummern. Am 1. Februar 2014 folgte die fehlerbereinigte Version 10.2.1 mit neuen Sprachunterstützungen, einigen Rückportierungen aus dem CM-11-Zweig und dem Nachrichtenverschlüsselungsdienst WhisperPush.
CyanogenMod 11 Die Entwicklung von CyanogenMod 11.0 begann Anfang November 2013. Es basiert auf Android 4.4 (KitKat). Eine erste Version für verschiedene Nexus-Geräte wurde am 5. Dezember 2013 veröffentlicht. Später kamen weitere Geräte hinzu; bereits das zweite M-Release erschien für über 65 Modelle.
Neu hinzugekommen war die Möglichkeit, SMS-Nachrichten mittels WhisperPush mit dem Axolotl-Protokoll verschlüsselt an andere CM- oder TextSecure-Nutzer zu versenden. Im Laufe der Zeit wurden unter anderem ein verbesserter Theme-Manager, der aus CM9 und CM10 bekannte Anwendungsstarter Trebuchet in stark überarbeiteter Form, neue Optionen für den Privacy Guard und die FFmpeg-Bibliothek in die elfte Version von CyanogenMod integriert.
Am 25. Juni 2015 wurde offiziell der finale Snapshot des Zweiges „CyanogenMod 11.0“ veröffentlicht. 23 Modelle erhielten dieses letzte CM-11.0-Update. Die CM-Entwickler wandten sich der CM 12.1-Entwicklung zu. Nachdem eine schwere Sicherheitslücke in der Softwarebibliothek „Stagefright“ bekannt geworden war, wurde am 1. September 2015 eine weitere, nicht geplante Version von CM 11.0 veröffentlicht. Auch danach wurden noch Sicherheitsaktualisierungen in den Quellcode von CM 11.0 eingepflegt. Diese wurden jedoch als nicht mehr offiziell unterstütze Nightly-Versionen für bestimmte Geräte veröffentlicht.
CyanogenMod 12 Mitte November 2014 wurde die auf Android 5.0 (Lollipop) basierende Version CyanogenMod 12 für Ende des Jahres 2014 angekündigt. Erste Nightly-Versionen wurden jedoch erst Anfang Januar 2015 veröffentlicht. Diese hatten Android 5.0.2 als Basis und unterstützten zunächst nur etwa 30 Gerätetypen. Laut den Entwicklern war diese erste Version zu 85 Prozent fertig, aber nicht für den täglichen Gebrauch gedacht. Mit CM12 wurde das Aussehen der Oberfläche an das neue Material Design von Android 5 angepasst.
Für CM12 wurden keine M-Versionen mehr veröffentlicht, stattdessen erschienen in unregelmäßigen Abständen sogenannte Snapshots. Der erste Snapshot mit Bezeichnungen „YNG4NAO09M“, „YNG4NAO09N“ oder „YNG4NAO0A0“ (je nach Gerät) des CM12-Zweiges wurde am 25. Juni 2015 für 22 Modelle veröffentlicht.
CyanogenMod 12.1
Im März 2015 wurde bekannt, dass mit der Entwicklung von Cyanogenmod 12.1 basierend auf Android 5.1 begonnen wurde. Der erste Snapshot von CM12.1 erschien am 1. September 2015.
CyanogenMod 13
Die Version 13 wurde Anfang Oktober 2015 passend zur Veröffentlichung von Android 6.0 (Marshmallow) angekündigt. Am 24. November 2015 wurden die ersten Nightly Builds für sieben Modelle veröffentlicht. Das erste stabile CM 13.0-Release "ZNH0E" wurde am 16. März 2016 für circa 28 Modelle veröffentlicht. Der Code basierte auf Android 6.0.1 (r17).
CyanogenMod 14 Die Version 14.1 wurde Anfang November 2016 für die ersten Geräte zur Verfügung gestellt. Sie basierte auf Android 7.1. Am 8. November 2016 wurden die ersten Nightly Builds für neun Modelle veröffentlicht.
Ende des Projektes