Steel Panther ist eine US-amerikanische Glam-Metal-Band aus Los Angeles, die 2000 von Ralph Saenz (Michael Starr, Gesang), Russ Parrish (Satchel, Gitarre), Travis Haley (Lexxi Foxx, Bass) und Darren Leader (Stix Zadinia, Schlagzeug) gegründet wurde und seit 2008 bei Universal Records unter Vertrag steht.

In Auftreten und Musik zitiert die Gruppe stark den Hair Metal und Sleaze Rock der 1980er Jahre. Dabei bewegen sie sich zwischen Parodie, Hommage und Verehrung. Die gelegentliche Einordnung als Fun Metal begründet sich durch die klischeehaft überzogene Attitüde sowie die ironischen Texte, die vor allem Sex, Frauen und Drogenkonsum behandeln.

Geschichte Ursprünge Sänger Ralph Saenz (* 1965) aus Chicago, alias Michael Starr, war ab 1987 mit der Band Nightfall aus Orange County aktiv. Zu einem Plattenvertrag schaffte es die Gruppe allerdings nie, und der größte Erfolg der Band bestand aus einem Beitrag zu einer Kompilation, die von Metal-Radiosender KNAC veröffentlicht wurde.Guitar: Ausgabe 8/2012, Spinal Tap auf Koks – Steel Panther-History, Seite 78–80 Anschließend war er in der Band 7 % Solution aktiv, mit Mitch Perry (zuvor bei Steeler, MSG und Talas) an der E-Gitarre. Doch 1993 war die Blütezeit von Glam Metal und Hard Rock längst vorüber und keine Plattenfirma zeigte noch Interesse. Ab 1994 folgte sein Engagement in der Van-Halen-Tribute-Band Atomic Punks (bis 2008). 1996 sang Saenz für die L.A. Guns die EP Wasted ein, was jedoch das einzige Gastspiel für die Formation blieb. Auftritte mit den Atomic Punks gestalteten sich durchaus erfolgreich, so dass Saenz 2000 sogar ein Angebot der Band Ratt ausschlug, Stephen Pearcy, der die Gruppe soeben verließ, am Mikrofon zu ersetzen. Auch David Lee Roth erwähnt die Atomic Punks sehr wohlwollend in seiner Autobiografie Crazy from the Heat. 2001 hatte Saenz einen Gastauftritt im Film Rock Star von Stephen Herek und mit Mark Wahlberg in der Hauptrolle. mini|180px|Sänger Michael Starr (2008)

2000 begründete er zusätzlich Metal Shop als Hair-Metal-Coverband mit. Über Perfect World Entertainment, das Unternehmen des ehemaligen Roxanne-Sängers Jamie Brown, kam er so in Kontakt zu Darren Leader (* 1969) und Russ Parrish (* 1970), später bekannt unter deren Pseudonymen Stix Zadinia und Satchel. Parrish galt früh als ambitionierter und begabter Gitarrist und besuchte ab Ende der Achtziger das renommierte Musicians Institute in Los Angeles, wo er Schüler von Paul Gilbert (Racer X, Mr. Big) war. In einem Interview erwähnte der Gitarrist, dass er seinen Stil entwickelte, indem er sich tausendfach Musikstücke von Van Halen anhörte. Den Gitarristen Edward Van Halen nennt er als wichtigen Einfluss und einen der wichtigsten Musiker aller Zeiten.Interview & Workshop mit Satchel von Steel Panther bei Bonedo Mit seinem Freund und Mentor Gilbert, mit dem sich Parrish in Los Angeles zeitweise eine Wohnung teilte, und dem Sänger Jeff Martin gründete er das Cover-Trio The Electric Fence. Die einzige offizielle Veröffentlichung beschränkte sich jedoch auf ein Lied zu einem Jeff-Beck-Tributealbum 1996. Mit Jeff Martin spielte er gleichzeitig aber auch in der Band Bad Dog, die es zwar zu einem Vertrag mit Atlantic Records schaffte, sich nach wenigen Konzerten jedoch wieder auflöste. Außerdem spielte Satchel ab 1993 bei War & Peace, einer Band, die von Jeff Pilson, dem ehemaligen Bassisten der Band Dokken, gegründet wurde, zudem bei Fight, gegründet von Judas-Priest-Frontmann Rob Halford. Weitere kleinere musikalische Engagements folgten für ihn, etwa bei der Power-Pop-Formation Outta the Blue, ab 1995 bei Kevin Gilbert und der Band The Ducks, später umbenannt in The Thornbirds. In letzterer war er mit Darren Leader, dem späteren Schlagzeuger von Steel Panther, aktiv.

Von Metal Shop zu Steel Panther 2000 schließlich riefen Sänger Saenz, Gitarrist Parrish, Schlagzeuger Leader und Bassist Travis Haley Metal Shop ins Leben. Zum Konzept gehörte von Anfang an, nicht nur bekannte Hair-Metal-Hits zu covern, sondern auch die entsprechenden Bands zu parodieren, gepaart mit klischeehaftem Auftreten und Comedy-Elementen. „Spinal Tap auf Kokain, mit Musikern, die wirklich spielen können“, wie Saenz es beschrieb. Gemäß der eigenen Band-Mythologie besteht die Formation bereits seit 1988,In anderen Gesprächen nennt Satchel als angebliches Gründungsjahr 1981. (Rock Hard, Ausgabe März 2013, Seite 45) zu spät, um noch erfolgreich zu sein. Dazu der Sänger Michael Starr später: „Als der Grunge Anfang der neunziger Jahre den Metal verdrängte, haben wir nicht unsere Haare abgeschnitten und sind nicht zu Alternative-Typen geworden. Wir haben konsequent weiter Heavy Metal gemacht. Überlebt haben wir aber nur, indem wir Coverversionen gespielt haben, denn keine Plattenfirma wollte uns in der Zeit einen Vertrag anbieten. Wir haben jahrelang in vielen ausverkauften Clubs Lieder von Guns N'Roses und Mötley Crüe gezockt. Als unsere Erfolge schließlich immer größer wurden, haben wir beschlossen, eigene Songs zu schreiben.“Conny Schiffbauer: Steel Panther – Verrückt nach Vitaminen. In: Rock Hard, Nr. 296, 1/12, Seite 25.

In einem weiteren Gespräch erklärte Starr bedauernd: „In den Neunzigern hat sich Heavy Metal verzogen. Nirvana, Pearl Jam und die anderen Grunge-Bands haben ihn vertrieben. Kurt Cobain hat sich kurz darauf erschossen, weil er seine eigene Musik nicht mehr ertragen konnte. Alle unsere Freunde in Hollywood schnitten sich die Haare ab und spielten Alternative oder Grunge. Nur wir trugen weiterhin stolz Spandex und rockten weiter.“Classic Rock, Ausgabe April 2013, Seite 51, Socken beißen nicht Zu Beginn der Karriere bestritt die Formation wöchentliche Auftritte im Viper Room, damals im Besitz von Johnny Depp, und rasch stellten sich vielversprechende Erfolge, sowie eine ansteigende, zunächst lokale, Popularität ein. So wurden sie für einen Discover-Card-Fernsehspot engagiert, in dem sie unter dem Namen Danger Kitty auftraten und wöchentliche Auftritte im Key Club folgten. Noch unter Metal Shop veröffentlichten sie 2002 ihr erstes eigenes Lied Love Rocket und ein Jahr später im Eigenvertrieb das Debütalbum Hole Patrol. Dieses enthielt bereits Lieder, die später unter Steel Panther neu eingespielt wurden. Besondere Beachtung daraus fanden bereits die Lieder Death to all but Metal, welches den Weg auf Kompilationen fand, sowie das Cover Fantasy des Musikers Aldo Nova, das als Titellied für eine MTV-Fernsehserie mit Rob Dyrdek (Rob Dyrdek's Fantasy Factory) verwendet wurde. Das Cover des Albums lehnte sich dabei bewusst an Look What the Cat Dragged In von Poison an. mini|links|220px|Gitarrist Satchel (Live, 2009) Anschließend folgte ein Bruch mit dem Unternehmen Perfect World Entertainment. Da dieses jedoch die Namensrechte an Metal Shop und Danger Kitty hält, war eine Umbenennung der Gruppe in Metal Skool nötig. Auch entstanden nun die neuen Pseudonyme, während zuvor die Namen Michael Diamond, Rikki Ratchet, Armando Lbs und Ginger Roxx genutzt wurden. Die Band gewann den Wettbewerb Best Tribute Band in the Universe, woraufhin die Band zu einer der populärsten Cover-Bands in Kalifornien avancierte. Eine rasch ansteigende Popularität, vor allem in Kalifornien, war die Folge, so dass in der Folgezeit oft prominente Persönlichkeiten, wie Criss Angel, Kenny Loggins, Paul Stanley, Corey Taylor, Drew Carey, Chad Kroeger, Jerry Cantrell, Justin Hawkins, Kelly Clarkson, Phil Anselmo, Billy Ray Cyrus, Tom Morello, David Bryan, Pink, Vince Neil oder Avril Lavigne bei Konzerten gemeinsam mit der Band auftraten.

Unter Metal Skool wurde Hole Patrol 2005 neu veröffentlicht, zusätzlich mit einem Ian Hunter-Cover, das für die Sitcom Drew Carey Show eingespielt wurde, wo die Band einen Gastauftritt hatte. Ein weiterer folgte 2007 in der Serie Las Vegas. 2008 beenden Saenz und Parrish ihre Beteiligung bei den Atomic Punks, die jahrelang parallel existierten, um sich nun vollends auf ihre Hauptband konzentrieren zu können, die fortan den Namen Steel Panther trägt. Bereits im selben Jahr unterzeichneten sie einen Vertrag bei Republic Records unter Universal Records. Als erste Single unter dem neuen Bandnamen erschien 2009 eine neu eingespielte Version von Death to all but Metal, wozu auch ein Musikvideo entstand.

Feel the Steel Im Sommer 2009 veröffentlichten sie schließlich das Album Feel the Steel, welches Platz 98 der US-amerikanischen Billboard-Charts erreichte. 2010 stand dieses Album auch zur Auswahl für eine mögliche Nominierung für den Grammy als Best Comedy Album. Trotz ansteigenden Erfolgs mit eigenem Material bestritten Steel Panther aber nach wie vor ihre Auftritte als Coverband auf dem Sunset Strip und in Las Vegas. In Europa gewannen Steel Panther zunächst in England und bald auch in Deutschland an Popularität. Sowohl musikalisch als auch im Auftreten spalten Steel Panther jedoch die Hörerschaft. Die einen sehen in der Band eine gelungene Parodie auf den Achtziger-Jahre-Hair-Metal, andere sehen sie als bloßen Versuch, die Poser-Acts jener Zeit zu zitieren, und als gekünstelt. Im September 2010 folgte die erste Steel-Panther-Tour durch Deutschland, noch mit nur vier Terminen in Köln, München, Berlin und Hamburg. mini|200px|Bassist Lexxi Foxx (Live, 2009) Schon dieses Album erhielt sehr wohlwollende Kritiken. So lobte es Justin Crafton mit „stellar musicianship, amazing vocals, lyrics any rocker whose heyday was in the 1980's wished they wrote and top-notch production make this album my pick, hands down, for the 'best album of 2009“.http://www.sleazeroxx.com/bands/steelpanther/feelthesteel.shtml Im Zuge der Albumveröffentlichung von Feel the Steel in Deutschland erklärte Michael Starr: „Wenn du Rap oder Hip Hop hörst, geht es auch darum, high zu sein und um geile Weiber. Aber diese Musik ist eben scheiße. Und in allen anderen Musikrichtungen geht es nur um Probleme und große Gefühle. Ich will was über geile Partys und heiße Weiber hören! Ich will nichts von den Problemen hören, die ich eh jeden Tag habe, sondern über die geile Zeit, die ich gerne hätte. Da singe ich gerne mit. Und die Girls lieben es auch. Bei Death-Metal-Konzerten, wo es nur um Tod und Gewalt geht, sind kaum Mädels im Publikum. Da kriegst du keine Pussy für den Abend.“Happy Weekend, Spezial-Ausgabe 971, 2010, S. 54

Balls Out Während einer Tour in Großbritannien 2011 spielten sie bereits neues Material und kündigten das nächste Studioalbum für Oktober an. Dieses erschien dann unter dem Titel Balls Out und erreichte Platz 40 der US-amerikanischen Billboard-Charts. Die deutsche Musikzeitschrift Metal Hammer kürte es zum Album des Monats. Ende 2011 folgte eine Konzertreise durch Großbritannien, wo sie als Vorband für Def Leppard und Mötley Crüe spielten. Außer in ihrer Heimat Kalifornien feierten Steel Panther 2012 insbesondere in Großbritannien und Deutschland Erfolge. Zu Kontroversen führte, dass Anfang 2012 Plakate der Band in England von öffentlichen Wänden entfernt werden mussten. Diese zeigten das frivole Cover des Balls-Out-Albums, auf dem sich eine halbnackte Frau Liebeskugeln zwischen ihre Beine hält.