mini|Stepptanz-Schuhe Der Stepptanz wurde im 19. Jahrhundert in den USA entwickelt und ist heute weltweit bekannt. Mit je zwei Metallplatten, die haltbarer sind als die zunächst benutzten Holzsohlen, vorne und hinten an den Schuhen angebracht, werden beim Tanzen rhythmische Klänge erzeugt, die zum optischen Eindruck und zur Musik passen. Der Tänzer wird somit auch zum Perkussions-Musiker. Der englische Ausdruck dafür ist lautmalerisch Tap dance und der französische Claquettes.
Schritte step: Belasteter Schritt auf die Metallplatte des Fußballens stamp: Belasteter Schritt mit dem ganzen Fuß, kraftvoller Schlag stomp: Unbelasteter Schritt mit dem ganzen Fuß, kraftvoller Schlag toe: Auftippen mit der Fußspitze heel: Ton mit der Ferse erzeugen, während der Ballen belastet bleibt ball oder tap oder touch: Unbelasteter Schlag mit der Metallplatte des Fußballens auf dem Boden hop: Sprung auf einem Bein leap: Sprung von einem Bein auf das andere brush: Unbelasteten Fuß über den Boden „schleifen“ und dabei einen kurzen sauberen Ton erzeugen, nach vorne oder nach hinten, wird auch zur Seite ausgeführt shuffle: Doppelton, unbelasteten Vorfuß vor und zurück über den Boden „schleifen“ (= brush vor und zurück) flap: Doppelton aus dem fallenden Knie heraus ausgeführt, der lockere Fuß trifft mit dem Ballen auf den Boden, federt kurz zurück und ein step schließt die Bewegung ab ball change: Doppelton aus einem unbelasteten und einem belasteten „step“, wirkt ein wenig wie Hinken wenn mehrfach langsam hintereinander ausgeführt. scuff: Ferse nach vorne über den Boden schleifen, ergibt einen Schlag dig: Ein Schlag, heel, kräftig, nach vorne pull back: Zwei Schläge, der erste wird beim Zurückziehen des lockeren Fußes mit dem vorderen Eisen, auf dem man kurz zuvor noch stand, erzeugt, der zweite durch die Landung auf dem gleichen Eisen pick up: Zwei Schläge, der erste wird beim Zurückziehen des Fußes, auf dem man auf der Ferse steht, mit dem vorderen Eisen erzeugt, der zweite durch die Landung des anderen Fußes Schrittkombinationen cramp roll: Schrittkombination aus ball und heel mit vier Schlägen, der erste Schlag kann als flap (ergibt fünf Schläge) ausgeführt werden oder als shuffle step (ergibt sechs Schläge) time step (single): shuffle hop step flap step time step (double): shuffle hop flap flap step time step (triple): shuffle hop shuffle step flap step maxi ford: step shuffle leap toe shim sham: shuffle step shuffle step shuffle ball change shuffle step
Geschichte und Verbreitung
Der Stepptanz hat seine Ursprünge im späten 19. Jahrhundert. Er entstand angeblich im New Yorker Stadtteil Five Points, wo verschiedene ethnische Gruppen zusammenkamen und Tanzwettbewerbe veranstalteten.
Der Stepptanz erlebte eine Blütezeit zwischen 1900 und 1955. Damals war Stepp der Hauptstil in den Shows am Broadway und im amerikanischen Varieté-Theater (Vaudeville). Auch die zu dieser Zeit sehr populären Big Bands engagierten oft Stepptänzer. Eine Zeit lang gab es auf den meisten amerikanischen Straßen Amateur-Stepper zu sehen und hören. Stepptanz war zu dieser Zeit quasi identisch mit Jazztanz, da Jazz die Musik war, zu der gesteppt wurde.
In den 1930er- bis 1950er-Jahren wechselten die besten Stepptänzer zu Film und Fernsehen.
In den 1950er-Jahren änderte sich der Tanzstil in der Unterhaltungsindustrie. Rock ’n’ Roll und ein neuer Jazz-Tanzstil entwickelten sich. Jazztanz und Stepptanz entwickelten sich von da an parallel als eigene Stile weiter.
1988 und 1989 versetzte die US-amerikanische Choreographin und Sängerin Paula Abdul die Musikwelt in Staunen, als sie in den Musikvideos und Bühnenshows zu ihren drei Singles "(It's just) The way that you love me", "Straight up" und "Opposites attract" Stepptanz-Einlagen einbaute.
Nach Deutschland kam der Stepp durch Egon Bier, der mit Fred Astaire steppen lernte. Er unterrichtete den Stepptanz als erster in seiner Tanzschule.
Die von der International Dance Organization (IDO) unter der Bezeichnung IDO World Tap dance Championships ausgerichtete Stepptanz-Weltmeisterschaft fand erstmals 1991 in Hamburg statt, danach unter anderem in Dresden (1994–1996), bevor Riesa zwischen 1997 und 2023 zum mehrmaligen Austragungsort wurde. Seit 2024 findet der Wettbewerb in Prag statt.Michael Wendt: History of the IDO World Tap dance Championships 1991- 2023. A hommage to 30 years of excellent competitive IDO tap dance. Primaprom, Banja Luka 2024, ISBN 978-99976-29-85-2. Online: PDF; 82,78 MB (643 Seiten); abgerufen am 28. Dezember 2025 (englisch).
Ende der 1990er entwickelte sich in Russland X-Outing als „Straßenversion“ des Stepptanzes. Die Musikrichtung, zu der X-Outing hauptsächlich getanzt wird, heißt Drum and Bass.
Berühmte Stepptänzer Fred Astaire (u. a. Filmpartner von Ginger Rogers) Sammy Davis Jr. Vera-Ellen (mit Gene Kelly im Film On The Town) Michael Flatley (bekannt durch seine Tanzshows Riverdance, Lord of the Dance und Feet of Flames) Savion Glover Gregory Hines (u. a. in Tap Dance 1989) Gene Kelly Ann Miller The Nicholas Brothers Donald O’Connor (u. a. mit Gene Kelly in Singin’ in the Rain) Eleanor Powell Bill „Bojangles“ Robinson (gilt als Mitbegründer des modernen Stepptanzes, häufiger Filmpartner von Shirley Temple) Ginger Rogers
Siehe auch Clogging Zapateado Irish Dance
Weblinks
International Dance Organization (IDO) Informationen bei der International Tap Association (englisch) Klacks für den Groove. Report über Stepptanz in stern Gesund leben, Heft 6/2005
Einzelnachweise
Kategorie:Tanzform (Schautanz)
Kategorie:Musicalbegriff Kategorie:Tanz aus den Vereinigten Staaten