Die Edmonton Oilers (IPA: ) sind ein kanadisches Eishockeyfranchise der National Hockey League (NHL) aus Edmonton in der Provinz Alberta. Es wurde am 1. November 1971 als Franchise der World Hockey Association unter dem Namen Alberta Oilers gegründet und nahm zum Beginn der Saison 1972/73 den Spielbetrieb auf. Im Jahr 1973 erfolgte die Umbenennung in den derzeitigen Namen. Nach der Auflösung der WHA im Jahr 1979 wurden die Oilers gemeinsam mit drei weiteren Teams in die NHL aufgenommen, wo sie zur Saison 1979/80 erstmals antraten. Die Teamfarben sind Blau, Orange und Weiß.

Die Oilers tragen ihre Heimspiele im Rogers Place aus und sind eines von sieben in Kanada beheimateten Franchises. Zudem sind sie das am nördlichsten gelegene aller 32 Teams. Nach Jahren im Mittelmaß in der WHA baute das Franchise nach dem Wechsel in die NHL eine starke Mannschaft um den jungen Wayne Gretzky auf, die in den 1980er Jahren bei insgesamt fünf Finalteilnahmen vier Stanley Cups gewann. Nach dem Weggang ihres einstigen Stars gewannen die Oilers in der Saison 1989/90 ihren fünften Titel. In den folgenden Jahren konnten sie nicht mehr an diese Erfolge anknüpfen und sind seitdem ohne weiteren Titelgewinn, bei Finalniederlagen 2006, 2024 und 2025.

Geschichte mini|links|hochkant|Das erste und wieder aktuelle Logo der Oilers (1972–1996; seit 2011) WHA-Jahre 1972 schlossen sich die Alberta Oilers als Gründungsmitglied der World Hockey Association an.Dan Diamond: Total NHL: The ultimate source on the National Hockey League 2003, S. 270 Besitzer war zu dem Zeitpunkt Bill Hunter, der ein NHL-Franchise eröffnen wollte, aber nicht den Zuschlag bekam. Das Team hieß zunächst Alberta Oilers, da geplant war Spiele in Edmonton und Calgary auszutragen, doch es fand nie ein Spiel in Calgary statt; dieses Vorhaben war noch vor dem Start der World Hockey Association aufgegeben worden. Erster Cheftrainer wurde Ray Kinasewich. Zur Saison 1973/74 wurde der Namen des Teams in Edmonton Oilers geändert.

Die sportliche Leistung der Oilers in der WHA war zunächst durchschnittlich. Zwei Mal wurden die Playoffs verpasst, zwei Mal schied das Team in der ersten Runde aus. Vor Beginn der Spielzeit 1977/78 wurden neben den Edmonton Oilers ebenfalls die Nordiques de Québec, New England Whalers, Winnipeg Jets, Houston Aeros und Cincinnati Stingers als potenzielle Kandidaten für die Aufnahme in die National Hockey League gehandelt. Die Aufnahmegebühr soll dabei rund 2,9 Millionen US-Dollar betragen haben. Harold Ballard, Besitzer der Toronto Maple Leafs, gelang es jedoch bei einer Sitzung die NHL-Verantwortlichen zu überzeugen und einen Zusammenschluss der beiden Ligen zunächst zu verhindern. Daraufhin stand sogar eine mögliche Auflösung der Oilers im Raum. Kurz vor dem Saisonstart 1977/78 veröffentlichte die WHA zwei Spielpläne: Eine mit den Edmonton Oilers und eine ohne das Team aus Alberta.

In der Saison 1978/79 vollzog der neue Teambesitzer Peter Pocklington einen der wichtigsten Transfers in der Geschichte des Franchise. Die Oilers verpflichteten von den Indianapolis Racers neben Eddie Mio und Peter Driscoll den 17-jährigen Stürmer Wayne Gretzky. Da die NHL-Teams nach ligainternen Regeln erst Spieler verpflichten durften, die 18 Jahre alt waren, schlug Indianapolis vorher zu. Allerdings stand das Team kurz vor der Insolvenz und so wurde Gretzky an Edmonton verkauft.

Die Oilers spielten eine ihrer besten WHA-Saisons und schlossen am Ende der Season auf Platz eins ab. Sie zogen ins Finale um die AVCO World Trophy ein, scheiterten dort jedoch an den Winnipeg Jets. Gretzky wurde als bester Rookie mit der Lou Kaplan Trophy ausgezeichnet und war drittbester Scorer der Saison.

Im Sommer 1979 stellte die WHA den Spielbetrieb ein und neben den Oilers wurden die Québec Nordiques, Winnipeg Jets und Hartford Whalers in die NHL aufgenommen.

Erfolgreicher Einstieg in die NHL Zu Beginn ihrer ersten Saison 1979/80 hatten die Oilers mit Gretzky, Mark Messier und Kevin Lowe talentierte junge Spieler in ihren Reihen, die 1980 um Rookies, wie Jari Kurri, Glenn Anderson und Paul Coffey ergänzt wurden. 1981 kam mit Grant Fuhr auch noch ein junger Torhüter hinzu. Diese Jungstars sollten den Kern der Mannschaft bilden und entwickelten sich zu einer der besten Mannschaften der achtziger Jahre.

In ihrer ersten Saison schafften es die Oilers in die Playoffs, in denen sie an den Philadelphia Flyers scheiterten. Wayne Gretzky erhielt nach der Saison mit 19 Jahren die Hart Memorial Trophy als wertvollster Akteur der Liga.

mini|Eine Statue von Wayne Gretzky mit dem Stanley Cup vor dem Eisstadion der Oilers Stanley-Cup-Jahre 1983 zogen die Oilers zum ersten Mal ins Stanley-Cup-Finale ein. Dort scheiterten sie an den New York Islanders, die ihren vierten Erfolg in Serie realisierten. Im Jahr darauf wurden die Islanders in der Finalserie mit 4:1 besiegt, wodurch das Team aus Edmonton den ersten Stanley Cup gewann.

1985 wiederholten die Oilers den Erfolg, als sie gegen die Philadelphia Flyers gewannen. Im Spieljahr 1985/86 verbesserte Gretzky den Rekord für die meisten Assists in einer Saison auf 163 und den Rekord für die meisten Punkte in einer Saison auf 215. Er und die Oilers scheiterten daran, den Stanley Cup zum dritten Mal in Folge zu gewinnen, als sie im Finale der Smythe Division ausschieden.

1987 kehrten die Oilers ins Stanley-Cup-Finale zurück und gewannen die Serie gegen Philadelphia im siebten Spiel. In der Saison 1987/88 gewannen sie mit lediglich zwei Niederlagen in der gesamten Endrunde den vierten Stanley Cup. Nachdem die Oilers zwei Heimspiele und das erste Auswärtsspiel bei den Boston Bruins gewonnen hatten, traten sie zum zweiten Spiel auf fremden Eis an. Beim Stand von 3:3 im zweiten Drittel kam es zu einem Stromausfall, der zum Abbruch des Spiels führte. Der Ligapräsident entschied, dass das Spiel nach dem nächsten Heimspiel der Oilers neu angesetzt werden soll. Dies wurde durch einen Sieg der Oilers in der folgenden Partie verhindert.

Der Transfer – Gretzky nach L.A. Nach dem Stanley-Cup-Sieg wurde Wayne Gretzky am 9. August 1988 zu den Los Angeles Kings transferiert. Mit zum Transfergeschäft gehörten Marty McSorley und Mike Krushelnyski. Edmonton erhielt 15 Millionen US-Dollar, mit Martin Gélinas und Jimmy Carson zwei junge Spieler, sowie Erstrunden-Wahlrechte für 1989, 1991 und 1993. Carson spielte zwei Jahre in Edmonton, ehe er zu den Detroit Red Wings transferiert wurde. Gélinas spielte fünf Jahre für die Oilers, erreichte jedoch lediglich einmal die Marke von 20 Toren in einer Saison. Der Erstrunden-Draftpick von 1989 wurde zu den New Jersey Devils transferiert, wofür Edmonton Corey Foster erhielt. Die beiden anderen Draftpicks wurden dafür verwendet, um 1991 Martin Ručínský und 1993 Nick Stajduhar auszuwählen. Ručínský wurde 1991 zu den Québec Nordiques transferiert. Mit Gretzky hatte ein Spieler, der über Jahre wichtiger Bestandteil des Teams war, die Oilers verlassen.

Eine Ära geht zu Ende 1989 schieden die Oilers in der ersten Runde der Playoffs aus. In der Saison 1989/90 wurde Torhüter Grant Fuhr wegen Drogenbesitz und -missbrauch verurteilt und 1991 nach Toronto transferiert. Die Mannschaft erreichte das Stanley-Cup-Finale, wo sie auf die Boston Bruins trafen. Wie bereits 1988 gewannen die Oilers das Finale. Bill Ranford, der den Posten des Stammtorhüters von Fuhr übernommen hatte, wurde als wertvollster Spieler der Playoffs mit der Conn Smythe Trophy geehrt.

Danach wurde es ruhig um das Franchise. Die Gehälter der Spieler stiegen rasch in die Höhe und da die Oilers in einem Markt angesiedelt waren, der nicht genügend Geld abwarf, um mit den reichen Teams mitzuhalten, verließen in kurzer Zeit viele Stützen der letzten Jahre, wie Jari Kurri, Mark Messier und Glenn Anderson die Oilers.

Neuaufbau & Schwierigkeiten Nach den Abgängen wurde ein Neuaufbau gestartet. Zwar gelang 1991 und 1992 der Einzug ins Conference-Finale, doch in der Saison 1992/93 verpassten sie zum ersten Mal, seitdem sie der NHL angehörten, die Playoffs. Trotz talentierter Spieler, wie Jason Arnott und Doug Weight konnten sie bis 1997 nicht mehr die Playoffs erreichen.

Zu den Schwierigkeiten im sportlichen Bereich kamen noch Probleme neben dem Eis hinzu, als das Fleischwarenunternehmen von Teambesitzer Pocklington in Skandale und Verfahren wegen Korruption verwickelt wurde. 1998 wäre das Team beinahe an Interessenten in Houston verkauft worden, die den Plan hatten das Team nach Houston umzusiedeln. Kurz vor dem Verkauf stieg die Edmonton Investors Group, ein Konsortium von 37 in Edmonton ansässigen Eigentümern, in die Verhandlungen ein und kaufte die Oilers und garantierte damit, dass das Team in Edmonton bleiben konnte.

Sportlich ging es 1997 wieder bergauf. Sie erreichten wieder die Playoffs und zogen dank guter Leistungen von Torhüter Curtis Joseph in die zweite Runde ein. Die erste Runde gegen die Dallas Stars war eine ausgeglichene Serie. Im dritten Spiel lagen die Oilers fünf Minuten vor dem Ende des Spiels mit 0-3 zurück, konnten in den letzten drei Minuten noch den Ausgleich schaffen und gewann schließlich das Spiel in der Verlängerung. Nach sechs Spielen stand es 3-3 und es kam zum entscheidenden siebten Spiel. Charakteristisch für die Serie war, dass die Entscheidung für die Oilers erst in der Verlängerung herbeigeführt wurde. In der zweiten Runde trafen sie auf Titelverteidiger Colorado Avalanche, gegen die sie in fünf Spielen verloren.

Im Jahr darauf trafen sie in der ersten Runde auf Colorado und gingen diesmal als Sieger hervor. In der zweiten Runde musste man sich Dallas geschlagen geben. Zwischen 1997 und 2003 trafen die Dallas Stars und die Edmonton Oilers sechs Mal aufeinander, fünf Mal davon in der ersten Runde. Nur 2002 begegneten sie sich nicht, da beide Teams die Playoffs verpassten.

Am 22. Oktober 2003 veranstalteten die Edmonton Oilers das Heritage Classic, das erste Freiluft-Eishockeyspiel in der Geschichte der NHL. Die Oilers trafen in dem Spiel, das vor einer Rekordkulisse von 57.000 Zuschauern im Commonwealth Stadium stattfand, auf die Montréal Canadiens. Montréal gewann das Spiel mit 4-3.

Im Juli 2004 gaben die Edmonton Oilers bekannt, dass die Toronto Roadrunners, das Farmteam der Oilers in der American Hockey League, ihre Heimspiele im Stadion der Oilers austragen. Dies war eine ungewöhnliche Entscheidung, aber sie war darauf zurückzuführen, dass das Management mit einer Absage der Saison 2004/05 wegen des Lockout spekuliert hatte. Das Team benannte sich in Edmonton Road Runners um und verbuchte gute Zuschauerzahlen mit über 8500 Fans im Durchschnitt am Ende der Saison, obwohl der sportliche Erfolg ausblieb. Die Road Runners stellten im Sommer 2005 ihren Spielbetrieb ein.

Die neue NHL Der Lockout kam zustande, da sich die Teams, die Spieler und die Liga nicht über ein neues Collective Bargaining Agreement einigen konnten. Im Februar 2005 wurde die Saison endgültig abgesagt und ein neues CBA wurde erst im Juli 2005 beschlossen. In dem neuen CBA wurde unter anderem eine Gehaltsobergrenze für alle Teams festgeschrieben.

Vor der Saison 2005/06 verstärkten die Oilers ihren Kader durch Chris Pronger und Michael Peca. Die Oilers erreichten in der Saison den letzten Playoffplatz der Western Conference.

Griff nach dem Stanley Cup Mit den Detroit Red Wings wartete in der ersten Runde das beste Team der regulären Saison und damit auch Topfavorit auf den Stanley Cup. Die Oilers schlugen die Red Wings in sechs Spielen. In der zweiten Runde waren die San Jose Sharks der Gegner, die den Topscorer Joe Thornton und Torschützenkönig Jonathan Cheechoo in ihren Reihen hatten. Die Oilers gewannen die Serie in sechs Spielen. Im Conference-Finale wurden die Mighty Ducks of Anaheim in fünf Begegnungen besiegt und der Einzug in das Stanley-Cup-Finale realisiert.