Die Bündner Kantonsschule (rätoromanisch Scola chantunala grischuna, italienisch Scuola cantonale grigione, das Hauptgebäude auch bekannt als Kantonsschule Halde) in Chur ist die grösste Mittelschule des Kantons Graubünden. Sie wurde 1970 nach Plänen des Architekten Max Kasper errichtet. Sie liegt an der Alten Schanfiggerstrasse/Arosastrasse 2 in unmittelbarer Nachbarschaft zur Theologischen Hochschule Chur.
Geschichte Die Bündner Kantonsschule entstand 1850 aus den beiden 1804 gegründeten katholischen und evangelischen Kantonsschulen. Erster Schulleiter der letztgenannten war der reformierte Geistliche Peter Saluz. Die beide Konfessionen vereinigende Kantonsschule bezog 1850 einen Neubau auf der Halde. 1963 wurde ein Wettbewerb für die Erweiterung der Schule ausgeschrieben. Kasper setzte sich mit seinem Entwurf gegen Architekten wie Otto Glaus, Andres Liesch und Richard Brosi durch. Der alte Bau von 1850 wurde 1970 gesprengt. Dem Heimatschützer Jürg Ragettli ist der Erhalt von Kaspers Neubau zu verdanken. Kaspers Schulgebäude wurde im Jahr 2010 vom örtlichen Architekturbüro Jüngling & Hagmann aufwendig saniert.
Ihrem Namen entsprechend richtet die Bündner Kantonsschule sich gemäss ihrem Bildungsauftrag auf den ganzen Kanton aus. Sie ist als schweizweit einzige der Dreisprachigkeit verpflichtet. Unterrichtet werden knapp 1050 Schüler (Stand: 2021) an den drei Abteilungen Gymnasium, Fachmittelschule und Handelsmittelschule von gut 130 Lehrern.
Leitung Rektor ist Philippe Benguerel (Stand 2026). Bei der Wahl des Konrektors (Werner Carigiet) und der Prorektoren (Cristina Maranta, Edith Lanfranchi, Federico Godenzi und Urs Spirig) wird stets darauf geachtet, dass möglichst alle Sprachgruppen und Subregionen des Kantons vertreten sind.
Haus Cleric und Weinbergtreppe Nachdem das 1962 bis 1964 errichtete Haus Cleric am Plessurquai 63, das zuvor das Lehrerseminar beherbergte, zum Schuljahr 2002/2003 der Kantonsschule übertragen worden war und seitdem als deren zweiter Standort Kantonsschule Plessur fungiert, mussten Schüler und Lehrer oft mehrmals täglich die gut 200 Meter Luftlinie zwischen dem Gebäude bei der Plessur und dem 30 Meter höher gelegenen Schulhaus Halde über die schmale und viel befahrene St. Luzi-Strasse bewältigen. Zwecks Schaffung einer sicheren und kürzeren Wegführung wurde 2009 ein Wettbewerb ausgeschrieben, den die beiden Zürcher Architekten Philipp Esch und Stephan Sintzel gewannen.
Sie realisierten einen überdachten, 161-stufigen Treppenweg mit Schräglift für Gehbehinderte, der die Stützmauer der St. Luzi-Strasse sowie den dahinter liegenden Fels durchstösst und sich oben zum Weinberg und der Alten Schanfiggerstrasse öffnet. Mit diesem vielbeachteten Projekt setzten sich Esch und Sintzel gegen einheimische Konkurrenz wie Bearth & Deplazes, Jüngling & Hagmann oder Corinna Menn durch.Roman Hollenstein: Churs neue Architektur-Attraktion – Die Arche im Weinberg. In: Neue Zürcher Zeitung. 20. August 2012, S. 31. Der Treppenweg wurde 2011 eröffnet; 2012 wurde das Haus Cleric saniert.
Fotogalerie
Ehemalige Schüler (Auswahl) Rudolf Olgiati Conradin Clavuot Iachen Ulrich Könz Mario Cavigelli Jon Pult Flurin Spescha Martin Schmid Eveline Widmer-Schlumpf Gudench Barblan Martin Accola Tino Schneider Georg Jäger Emil Camenisch Andreas Walser Peter Walser Leonhard Herold Conradin Bonorand Leonhard Meisser Carl Camenisch Rudolf Niculin Bezzola Johann Anton Casparis Flurin Darms Andreas Rudolf von Planta Alfred von Planta Reto Caratsch Paul Gottlob Kind Claudio Soliva Christian Rathgeb Giovanni Netzer Oliver Fuchs Karl Keller-Tarnuzzer Georg Sprecher Kurt Bürer Claudio Lardi Benedikt Fontana Richard La Nicca Reto Luzius Fetz Luzi Michel Bernhard Becker Alois de Latour Johann Baptista von Tscharner Gian Saratz Hans Hold Corina Casanova Eduard Walser Richard Camenisch Anton Cadonau Flurin Caviezel Johann Anton Casparis der Ältere Julius Dedual Franz Peterelli Luzius Raschein Paul Raschein Anton Rimathé Matthäus Risch Johann Albert Romedi Peter Conradin Romedi Alois Steinhauser Ludwig Vieli Dietrich Schwarz Martin Candinas Rudolf Hilty Hans Christoffel
Ehemalige Lehrer (Auswahl)
Gion Giusep Derungs Toni Nigg Benedikt Hartmann Paulus Kind der Jüngere Jon Pult Paul Christ Johann Ulrich Michael Jon Nuotclà Johann Peter Nesemann Robert Cantieni Adolf Attenhofer Otto Barblan Greti Caprez-Roffler Giovanni Andrea Scartazzini Flurin Caviezel Philipp Viktor Gumposch Stefan Stirnemann
Varia Unter dem Pausenplatz der Bündner Kantonsschule liegt die archäologisch bedeutsame Stephanskapelle.
Weblinks
Offizielle Website der Bündner Kantonsschule
Einzelnachweise
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