Rudolf Katzenberger (* 12. März 1912 in Rastatt; † 4. Dezember 1999 ebenda) war ein deutscher Koch, der mit seiner badischen Küche internationales Ansehen erlangte.

Leben Katzenberger führte das Restaurant Adler in der Josefstraße 7 in Rastatt in fünfter Generation als Katzenbergers Adler weiter. Es war schon in den 1960er Jahren ein herausragendes badisches Restaurant, das schon 1966 bei der Einführung des Michelinsterns in Deutschland ausgezeichnet wurde.Presseinformation: . In: Michelin Reifenwerke, 20. Oktober 2009, (PDF; 501 kB) Von 1971 bis 1972 arbeitete Vincent Klink bei Katzenberger als Kochlehrling.Klink, Beim badischen Küchengott, S. 128. Er hält das Jahr bei Katzenberger als „meine entscheidende Kocherfahrung“ und bezieht seine „kochende Grundhaltung aus den Erfahrungen von damals“.Vincent Klink: . In: wielandshoehe.de, 22. April 2010.

Katzenberger war Mitglied der Confrérie de la Chaîne des Rôtisseurs, einer internationalen Gemeinschaft von Küchenmeistern und Feinschmeckern. 1979 wurde er neben Arne Krüger einer der Mitbegründer des Rastatter Kreises (Chef International Vereinigung der Küchenchefs und Restaurateure in Deutschland), die „kulinarische Studienreisen in alle Welt“ unternahm, „um sich vor Ort über Erzeugung, Herstellung und Qualität von Produkten zu informieren“.Barbara Goerlich: . In: Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung (AHGZ), 22. Oktober 2010. Er war auch ein Mitbegründer des Gastronomieverbunds Romantik Hotels & Restaurants ähnlich dem französischen Pendant Relais & Châteaux. Dieser Verband entstand als Reaktion auf den Markteintritt von immer mehr ausländischen Hotelketten in Deutschland, da „die deutschen Hoteliers befürchteten, dass deutsche, bodenständige Häuser langsam verschwinden.“

1994 musste Katzenberger das Restaurant nach 170 Jahren im Familienbesitz verkaufen.

Er war mit der Gastwirtin Irmgard Katzenberger verheiratet. Im Raststatter Kreisarchiv befindet sich der Nachlass der Gastwirtsfamilie.

Würdigung

Publikationen mit Frieder Everke: Badische Küche. Eine Auslese aus dem beliebtesten Kochbuch des alten Grossherzogtums mit vielen Anregungen und eigenen Rezepten. Stadler Verlag, Konstanz 1981, ISBN 3-7977-0063-6. mit Ursula Fabian: Rudolf Katzenbergers feine deutsche Küche. Menüs und Rezepte vom Adlerwirt in Rastatt. Mosaik Verlag, München 1983, ISBN 3-570-06939-7.

Auszeichnungen ab 1966: Ein Michelinstern Bundesverdienstkreuz 1. Klasse 1971: Poêle d’Or [Goldene Pfanne] (als erster Deutscher) 1976: Goldene Pfeffermühle (verliehen von Klaus Besser) 1984: Ehrenbürger von RastattEhrenbürger der Stadt Rastatt seit 1810. In: Stadt Rastatt, als (PDF; 69 kB), aufgerufen am 27. April 2024.

Literatur Rainer Wollenschneider: 300 Jahre Gasthaus „Zum Adler“ in Rastatt und der Gastronom Rudolf Katzenberger. In: Heimatbuch 2007, Landkreis Rastatt, 46. Jg., ISBN 3-925553-24-X, S. 195–204. Vincent Klink: Beim badischen Küchengott und Abfälle. In: ders., Sitting Küchenbull. Gepfefferte Erinnerungen eines Kochs. Rowohlt Verlag, Reinbek 2009, ISBN 978-3-498-03546-4, S. 128–143.

Weblinks Heinz D. Stuckmann: . In: Die Zeit, 19. Mai 1967, Nr. 20.

Einzelnachweise

Kategorie:Koch (Deutschland) Kategorie:Ehrenbürger von Rastatt Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1912 Kategorie:Gestorben 1999 Kategorie:Mann