Die 56. Infanterie-Division war ein Großverband des Heeres der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg.
Divisionsgeschichte + Gliederungen der 56. IDbei Aufstellung und Wiederaufstellung26. August 1939 10. September 1944 Infanterie-Regiment 171 Grenadier-Regiment 171 Infanterie-Regiment 192 Grenadier-Regiment 192 Infanterie-Regiment 234 Grenadier-Regiment 234 – Füsilier-Bataillon 156 Artillerie-Regiment 156 Divisionseinheiten 156
Aufstellung Die 56. Infanterie-Division (ID) wurde am 26. August 1939 als Division der 2. Aufstellungswelle im Wehrkreis IV (Dresden) aufgestellt.Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945. Fünfter Band. Die Landstreitkräfte 31–70. Verlag Mittler & Sohn, Frankfurt am Main , S. 204.
Polenfeldzug Nach dem Überfall auf Polen erfolgte eine Verlegung nach Westen. Die Division wurde in Geldern stationiert.
Westfeldzug Der Verband nahm 1940 am Westfeldzug zur Eroberung Belgiens teil.
Der Stab des Infanterie-Regiments 234 wurde zusammen mit dem jeweils ersten Bataillon der Infanterie-Regimenter 171, 192 und 234 am 25. Oktober 1940 an die 304. ID abgegeben.
Unternehmen Barbarossa Beim Angriff auf die Sowjetunion war die 56. Infanterie-Division Teil der Heeresgruppe Süd und dem XVII. Armeekorps unterstellt. Sie war in der Folge an der Schlacht um Kiew im August und September 1941 beteiligt. Danach wurde sie der Heeresgruppe Mitte unterstellt und erhielt Sicherungsaufgaben im rückwärtigen Gebiet der 2. Armee.
Kriegsverbrechen bei Brjansk Schon in dieser frühen Phase des Feldzuges im Osten war die Einheit in Kriegsverbrechen verstrickt, so löschten Teile der Division als Sühnemaßnahme im November 1941 ein Dorf nahe Brjansk aus (128 Personen) und verübten anschließend die als „Kindermord von Chozum“ bekannte gewordene Erschießung von 60 Kindern, die man „sich nicht selbst überlassen“ wollte. Mit seinem Verhalten stehe das verantwortliche Artillerie-Regiment 156 „am Anfang eines Prozesses der partiellen Verhaltensangleichung des Heeres an Waffen-SS und Einsatzgruppen“, urteilt das Bundesarchiv.
Auffrischung 1943 Im Juli 1943 wurde die 56. Infanterie-Division aufgrund hoher Verluste zurückgezogen und bei Jelnja aufgefrischt.
Auflösung 1943 Bereits im Oktober 1943 musste die Division nach erneut schweren Verlusten aufgelöst werden.
Korps-Abteilung D Der Divisionsstab bildete mit Überlebenden der 56. ID die Korps-Abteilung D.
Wiederaufstellung 1944 Am 10. September 1944 kam es zur erneuten Aufstellung der 56. ID.
Vernichtung Im März 1945 wurde der Großteil der Division im Kessel von Heiligenbeil in Ostpreußen vernichtet, am 4. April 1945 galt die Division als aufgelöst.
Verwendung der Divisionsreste Die restlichen Truppenteile einschließlich des ehemaligen Kommandeurs Edmund Blaurock wurden zur Aufstellung der Infanterie-Division Ulrich von Hutten herangezogen.
Personen Kommandeure VonBisGradKommandant1. September 1939 1. August 1940General der InfanterieKarl Kriebel1. August 1940 14. November 1940GeneralleutnantPaul von Hase15. November 1940 28. Januar 1943General der InfanterieKarl von Oven28. Januar 1943 1. September 1943GeneralleutnantOtto-Joachim Lüdecke1. September 1943 Oktober 1943GeneralleutnantVincenz MüllerReformation10. September 1944 24. März 1945GeneralleutnantEdmund Blaurock
Sonstige Offiziere Oberstarzt Erwin Angermayer, Divisionsarzt
Literatur
Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945. Fünfter Band. Die Landstreitkräfte 31–70. Verlag Mittler & Sohn, Frankfurt am Main , S. 203–209.
Einzelnachweise
Kategorie:Division der 2. Aufstellungswelle Kategorie:Gegründet 1939 Kategorie:Aufgelöst 1945 Kategorie:Dresdner Militärgeschichte Kategorie:Militärischer Verband in Dresden