hochkant|mini|Ehemalige Statue Hans Sagans in Kneiphof Hans Sagan ist ein in der Sage überlieferter Schuhmachergeselle im alten Königsberg.

Überlieferung Durch seine Tapferkeit soll Hans Sagan die Schlacht bei Rudau in den Litauerkriegen im Jahr 1370 zugunsten des Deutschen Ordens entschieden haben. Dafür sei er von Kaiser Karl IV. (oder vom Hochmeister des Deutschen Ordens) zum Altgesellen befördert und geadelt worden. Er ist Hauptfigur der Sage Der blaue Ärmel in den Deutschen Sagen des Ludwig BechsteinDer Blaue Ärmel. Eintrag in Deutsches Sagenbuch. Leipzig 1853. und eine der Hauptpersonen in der dramatischen Dichtung Die Schlacht von Rudau von Agnes Miegel.Agnes Miegel: Die Schlacht von Rudau. Gräfe und Unzer, Königsberg 1944. Er wird auch im Schustergesellenlied von Max von Schenkendorf aus dem Jahr 1813 besungen.Schustergesellenlied in den Königsberg′schen Wehrliedern Verknüpft wird diese Geschichte auch mit der Gründung eines traditionellen Festessens in der Königsberger Altstadt, dem sogenannten „Schmeckbier“.Johann Georg Theodor Grässe: Sagenbuch des Preußischen Staates. Band 2. Glogau 1871, S. 546 (Digitalisat). Noch Kurfürst Georg Wilhelm von Brandenburg soll es als Herrenpartie beibehalten haben.Ulrich Albinus, Königsberg Lexikon, Würzburg 2002, S. 265.

Wie der Meistersinger Hans Sachs, der Mystiker Jakob Böhme und der Heilige Crispinus von Viterbo gehört Hans von Sagan zu den historischen Identifikationsfiguren des Berufsstandes.

Erinnerung Im Rosenwinkel des Kneiphofs befand sich ein nachweislich bereits 1614 erneuertes Gemälde, welches die Schlacht bei Rudau und insbesondere Hans von Sagan darstellte. Dazu ergänzend existierte eine Tafel mit einem die Taten und Ehrung Sagans verherrlichendem Text:Vgl. Kneiphöfischer Junkerhof. In: Adolf Boetticher: Die Bau- und Kunstdenkmäler in Königsberg (= Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Ostpreußen. Band 7). Königsberg 1897, S. 353–357, besonders S. 353 (). Siehe auch Michael Lilienthal: Erleutertes Preußen oder auserlesene Anmerckungen über verschiedene zur Preußischen Kirchen-, Civil- und Gelehrten-Historie gehörige besondere Dinge, […]. Tomus I. Königsberg, 1724, S. 639f. ()

Später wurde Hans von Sagan zu Ehren ebenfalls im Kneiphof ein Denkmal gesetzt.Abbildung im Bildarchiv Ostpreußen Dieses wurde als so unästhetisch erachtet, dass es noch in den 1930er Jahren ein geflügeltes Wort gab, nach dem jemand „hässlich wie Hans von Sagan“ sei. Ein weiteres Standbild von Carl Steinhäuser ist am Hans-Sachs-Haus in Bremen zu finden.Abbildung im Bildarchiv des Herder-Instituts Marburg. In Königsberg gab es eine Hans-Sagan-Straße, die die Stresemannstraße mit der Samitter Allee verband.Robert Albinus: Lexikon der Stadt Königsberg Pr. und Umgebung. Rautenberg, Leer 1985, ISBN 3-7921-0320-6, S. 371. Das Krämer-Tor der Fortifikationsbauten Königsberg trug ein Standbild Sagans; es wurde 1752 abgebrochen.Robert Albinus: Königsberg Lexikon. Würzburg 2002, S. 182.

Zunftzeichen hochkant|mini|Tafel an einer Schuhmacherwerkstatt in Lüneburg In den Zunftlegenden der Schuhmacher wird mit der Sage von Hans von Sagan die Tatsache begründet, dass ihr Zunftzeichen in Deutschland nicht ein typisches Werkzeug des Handwerks oder das Produkt als Symbol trägt, sondern angeblich aufgrund eines kaiserlichen Gnadenakts den doppelköpfigen Reichsadler.Johann Georg Theodor Grässe: Sagenbuch des Preußischen Staates. Band 2. Flemming, Glogau 1871, S. 909.

Literatur Adolf Boetticher: Die Bau- und Kunstdenkmäler in Königsberg (= Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Ostpreußen. Band 7). Im Auftrag des Ostpreußischen Provinzial-Landtages. Teichert, Königsberg 1897, . Fritz Gause: Nachruhm des Hans von Sagan. In: Das Ostpreußenblatt. 11, 28 (1960), S. 19 (PDF; 13,2 MB).

Einzelnachweise

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