Candida parapsilosis (Synonym: Candida parakrusei) ist ein asexueller diploider pathogener Hefepilz, der ein wichtiger Faktor einer Sepsis und von Wund- und Gewebeinfektionen bei immunsupprimierten Patienten geworden ist und etwa 15 % der Candida-Infektionen verursacht. Candida parapsilosis-Stämme wurden historisch in Gruppe I, II oder III auf der Basis des molekularen Fingerabdrucks geordnetsanger.ac.uk 3 Gruppen, seit 2005 werden aber drei miteinander nahe verwandte Arten unterschieden: Candida parapsilosis, Candida orthopsilosis und Candida metapsilosisTavanti, Arianna et al. (2005): Candida orthopsilosis and Candida metapsilosis spp. nov. to replace Candida parapsilosis groups II and III. In: Journal of clinical microbiology, vol. 43,1: 284–92. doi:10.1128/JCM.43.1.284-292.2005. Das Immunsystem ist ein wichtiger Faktor bei Candida parapsilosis-Infektionen. Im Gegensatz zu Candida albicans und Candida tropicalis ist Candida parapsilosis kein obligater menschlicher Erreger, sondern ist auch aus nichtmenschlichen Quellen wie Haustieren, Insekten und Erdboden isoliert worden. Candida parapsilosis ist auch ein normaler menschlicher Kommensale und es ist einer der am meisten von menschlichen Händen isolierte Pilz. Candida parapsilosis tendiert zur Bildung von Biofilmen und ist dann schwerer zu behandeln.

Es gibt verschiedene Risikofaktoren, welche den Pilz bei der Besiedlung des menschlichen Körpers unterstützen. Immunsupprimierte Individuen mit AIDS/HIV, onkologische Patienten, Neugeborene, operierte Patienten und ältere Patienten, insbesondere nach Darmoperationen und bei Darmerkrankungen, haben ein hohes Infektionsrisiko mit Candida parapsilosis. Schon 1968 stellten Blank u. a.cancerres.aacrjournals.org Krebs kanzerogene Eigenschaften bei Candida parapsilosis bei Mäusen fest. Candida parapsilosis kann bei systemischer Infektion neben den Muskeln auch das zentrale Nervensystem infizieren.

Bekannte Krankheitsbilder sind Endokarditis nach Herzkathetern oder cardiovaskulären Eingriffen, PeritonitisWeems 1992; Trofa et al. 2008 nach Peritonealdialyse, Endophthalmitis nach Linsenimplantation, septische Arthritis, Lungenentzündung (selten), Nagel- und Hornhaut- und HautmykosenG. Ge, D. Li, H. Mei, G. Lu, H. Zheng, W. Liu, D. Shi: Different toenail onychomycosis due to and in an immunocompetent young adult. In: Medical mycology case reports. Band 24, Juni 2019, S. 69–71, , PMID 31080710, ., Befall des Gastrointestinaltraktes.laborlexikon.de Krankheitsbilder

Kultur Candida parapsilosis wächst auf Sabouraud-Agar als weiße bis beige Kolonien, die glatt und glänzend bis leicht faltig sind.pfdb.net: Auf RAT bildet sich Pseudomycel aus Ketten von langen Zellen, an denen Trauben von Blastosporen hängen. flickr.com

Genetik Die Moleküle der mitochondrialen DNA (mtDNA) sind in Nukleinsäure-Protein-Komplexe verpackt, auch als mitochondrialen Nukleoide (mt-Nukleoide) bezeichnet. Die Genomsequenzierung zeigt, dass C. parapsilosis 16 Chromosomen (8 Paare) mit einer Gesamtgenomgröße von rund 13 Mb besitzt (Butler et al. 2009). Butler et al. 2009 Evolution of pathogenicity and sexual reproduction in eight Candidagenomes. Nature 459: 657–662. doi:10.1038/nature08064, .Jozef Nosek, Zuzana Holesova, Peter Kosa, Attila Gacser, Lubomir Tomaska: Biology and genetics of the pathogenic yeast Candida parapsilosis. In: Current Genetics. 55, 2009, S. 497, .

Behandlung Historisch wurde zur Behandlung von Erkrankungen mit Candida parapsilosis Amphotericin B verwendet. Miconazol, Nystatin, Terbinafinzct-berlin.de und Triazole wie Fluconazol, Itraconazol, Voriconazol und Posaconazol sind moderne AlternativenInvasive Pilzinfektionen bei kritisch kranken Patienten, Institut für Medizinische Mikrobiologie, Universitätsklinikum Gießen und Marburg, S. 532 Tabelle 6 : Wirkspektrum von Antimykotika, daneben auch CaspofunginFrancesco Barchiesi, Elisabetta Spreghini, Serena Tomassetti, Daniele Giannini, Giorgio Scalise: Caspofungin in Combination with Amphotericin B against Candida parapsilosis. In: Antimicrobial Agents and Chemotherapy. 51, 2007, S. 941, . PMID 17158939. .. Die Anwendung richtet sich einmal danach, ob schon eine systemische Infektion vorliegt. Daneben spielt der Gesamtzustand des Patienten eine Rolle, da die Behandlung eine Belastung von Leber und/oder Nieren verursacht. Weitere Kriterien sind die Effektivität und die verschiedene lange Halbwertszeit der einzelnen Präparate, und nicht zuletzt spielt der Preis eine entscheidende Rolle.

Literatur M. Weiss, U. Wintergerst, B. H. Belohradsky: Systemische Pilzinfektionen, aus Therapie der Krankheiten im Kindes- und Jugendalter 8. Aufl. S. 453–461. Springer-Verlag, 2007, ISBN 978-3-540-71898-7. W. Gerz: Biologische Präparate für Diagnose und Therapie in der AK-Praxis. 2002, ISBN 978-3-9805706-1-9. H Hahn, SHE Kaufmann, TF Schulz, S Suerbaum: Medizinische Mikrobiologie und Infektologie. 6. kompl. überarb. Aufl. Springer, Heidelberg, S. 597–601, ISBN 978-3-540-46359-7. S. Nolting: Mykosen des Verdauungstraktes. 2. Aufl. Medi, Hamburg. Nosek-Zuzana-Holesova-Kosa-Gacser-Tomaska: Biology and genetics of the pathogenic yeast Candida parapsilosis. Springer-Verlag, 2009 PMID 19662416. Candida Parapsilosis bei sehr leichtgewichtigen Geburten. PMID 17337658.

Weblinks Genomerforschung von Candida Parapsilosis Targeted gene deletion in Candida parapsilosis Candida parapsilosis Characterization in an Outbreak Setting A Genome Sequence Survey Candida parapsilosis Sequencing

Einzelnachweise

Kategorie:Hefepilz Kategorie:Echte Hefen Kategorie:Saccharomycetes Kategorie:Medizinische Mykologie Kategorie:Pilz mit sequenziertem Genom