Die Klassifizierungsabzeichen der Nationalen Volksarmee, umgangssprachlich auch Klassifizierungsspangen oder Qualispangen genannt, waren in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) im Fachbereich des Ministeriums für Nationale Verteidigung verliehene nichtstaatliche Auszeichnungen, welche ab 1958 schrittweise vom Minister für Nationale Verteidigung Willi Stoph erstmals am 6. Januar 1958 für die Panzerfahrer der NVA eingeführt wurden. Außerhalb der NVA wurde vom Ministerium des Innern (MdI) die Klassifizierungsspange des MdI verliehen.
Neben Leistungsabzeichen, Bestenabzeichen, Schützenschnur und Militärsportabzeichen gehörte das Klassifizierungsabzeichen zu den sogenannten „fünf Soldatenauszeichnungen“ der NVA.
Erwerb und Stufeneinteilung Die Klassifizierungsabzeichen konnten nach Ablegen einer entsprechenden fachlichen Prüfung an Soldaten, Unteroffiziere, Fähnriche und Offiziere in folgenden Stufen verliehen werden:
Stufe III (niedrigste) Stufe II Stufe I Stufe M (Meister; nur für Panzerfahrer bis 1963).
wenn sie entsprechend ihrer Dienststellung zur Bedienung, Wartung oder auch Instandsetzung von Kampf-, Führungs- und Sicherstellungstechnik eingesetzt waren. Ferner auch an solche Offiziere, die entsprechend ihrer Dienstpflichten diese Technik zu beherrschen haben sowie Soldatenspezialisten, Unteroffiziers-, Fähnrich- und Offiziersschüler.
Trageweise Die Trageweise der Klassifizierungsspange entsprach den Dienstlaufbahnabzeichen der NVA. Dies bedeutete, dass die Klassifizierungsspangen der NVA fünf Millimeter über der Mitte der rechten Brusttasche zu allen Uniformen getragen wurde. Bei Uniformjacken ohne Brusttasche in gleicher Höhe. Bei Erwerb einer höheren Stufe war die niedrigere abzulegen, verblieb aber im Besitz des Beliehenen.Klaus Feder, Jürgen Wagner, Ralf Swoboda: Militärische Abzeichen der Deutschen Demokratischen Republik. Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik, Berlin 1988, ISBN 3-327-00523-0, S. 18–31. War der Inhaber im Besitz mehrerer Klassifizierungsabzeichen, so durfte er nur eines davon tragen.
Arten der Klassifizierungsabzeichen Klassifizierungsspange für Panzerfahrer verliehen von 6. Januar 1958 bis 2. Oktober 1990 miniatur|right|400px| Das Klassifizierungsabzeichen der ersten Version, welche von 1958 bis 1960 verliehen wurde, hat Form einer versilberten Spange, die 63 mm breit ist und beidseitig aus fünf Strahlen besteht, die sich nach außen hin verjüngen. Der mittlere der fünf Strahlen ist dabei der breiteste. In der Mitte der Spange ist ein Eichenlaubkranz zu erkennen, der einen Durchmesser von ca. 25 mm hat und in seiner oberen Mitte drei emaillierte Felder zeigt, die Schwarz-Rot-Gold ausgelegt sind. In seinem unteren Teil ist ein weißes ovales Feld zu sehen, auf dem die verliehene Leistungsstufe zu erkennen ist. Innerhalb des Eichenlaubkranzes findet sich bei dieser Spange ein von rechts nach links fahrender T-34. Die zweite Version dieser Spange, welche von 1960 bis 31. Mai 1962 verliehen wurde, zeigt ein nahezu unverändertes Aussehen, nur dass jetzt das Staatswappen der DDR im rot emaillierten Mittelfeld im oberen Teil des Eichenlaubkranzes zu sehen ist. Am 1. Juni 1963 wurde eine dritte Variante der Spange eingeführt, einschließlich für Fahrer von Schützenpanzern BMP (dritte Zeile). Die 93 mm breite goldene Spange mit angedeuteten Flügelarmen, auf denen je Seite sechs Eichenlaubblätter sowie drei Eicheln nach außen gerichtet sind. Die obere dritte Reihe der Eichenlaubblätter liegt dabei auf den unteren beiden und verdeckt diese teilweise. Die beiden Flügelarme vereinen sich mittig in einem roten Quadrat mit den Maßen 21 × 21 mm in dessen ein von links nach oben rechts fahrender Panzer zu sehen ist. Über diesen ist die römische Ziffer der verliehenen Stufe zu sehen. Am 1. Dezember 1986 wurde diese Spange ein letztes Mal geändert. Sie galt einschließlich für Ketten- und Panzertechnik. Die nun aus Stahlblech bestehende vergoldete Spange ist 86 mm breit und 25 mm hoch. Sie zeigt in ihrer Mitte einen vergoldeten Lorbeerkranz, der an seiner oberen Mitte das farbige Emblem der NVA und in seiner unteren Mitte ein weißes oval mit der verliehenen Stufe zeigt. Innerhalb des Lorbeerkranzes ist bei dieser Klassifizierungsspange auf rosa Grund ein nach links fahrender T-72 zu sehen. Als einzige geschaffene Klassifizierungsspange ist diese bis 1963 in der Stufe M für Meister verliehen worden. Danach entfiel diese.
Klassifizierungsspange für Fahrer von Schützenpanzerwagen und Kraftfahrer verliehen vom 31. März 1960 bis 28. Februar 1963 miniatur|right|400px Das Klassifizierungsabzeichen hat die Form einer versilberten Spange, die 63 mm breit ist und beidseitig aus fünf Strahlen besteht, die sich nach außen hin verjüngen. Der mittlere der fünf Strahlen ist dabei der breiteste. In der Mitte der Spange ist ein Eichenlaubkranz zu erkennen, der einen Durchmesser von ca. 25 mm hat und in seiner oberen Mitte drei emaillierte Felder zeigt, die Schwarz-Rot-Gold ausgelegt sind. Das mittlere rote zeigt dabei das Staatswappen der DDR. In seinem unteren Teil ist ein weißes ovales Feld zu sehen, auf dem die verliehene Leistungsstufe zu erkennen ist. Innerhalb des Eichenlaubkranzes findet sich bei dieser Spange ein von links nach rechts fahrender LKW Praga V3S. Es gibt sowohl Exemplare mit unterbrochener vorderer Fensterfront als auch Frontscheiben, die durchgängig sind.
Klassifizierungsspange für Fahrer und Kommandanten von Schwimmwagen verliehen vom 31. März 1960 bis 28. Februar 1963 miniatur|right|400px Das Klassifizierungsabzeichen hat die Form einer versilberten Spange, die 63 mm breit ist und beidseitig aus fünf Strahlen besteht, die sich nach außen hin verjüngen. Der mittlere der fünf Strahlen ist dabei der breiteste. In der Mitte der Spange ist ein Eichenlaubkranz zu erkennen, der einen Durchmesser von ca. 25 mm hat und in seiner oberen Mitte drei emaillierte Felder zeigt, die Schwarz-Rot-Gold ausgelegt sind. Das mittlere rote zeigt dabei das Staatswappen der DDR. In seinem unteren Teil ist ein weißes ovales Feld zu sehen, auf dem die verliehene Leistungsstufe zu erkennen ist. Innerhalb des Eichenlaubkranzes findet sich bei dieser Spange ein von rechts nach links fahrender Schwimmwagen vom Typ: K-61.
Klassifizierungsspange für Funker und Fernschreiber verliehen vom 31. März 1960 bis 28. Februar 1963 miniatur|right|400px Das Klassifizierungsabzeichen hat die Form einer versilberten Spange, die 63 mm breit ist und beidseitig aus fünf Strahlen besteht, die sich nach außen hin verjüngen. Der Mittlere der fünf Strahlen ist dabei der breiteste. In der Mitte der Spange ist ein Eichenlaubkranz zu erkennen, der einen Durchmesser von ca. 25 mm hat und in seiner oberen Mitte drei emaillierte Felder zeigt, die Schwarz-Rot-Gold ausgelegt sind. Das mittlere Rote zeigt dabei das Staatswappen der DDR. In seinem unteren Teil ist ein weißes ovales Feld zu sehen, auf dem die verliehene Leistungsstufe zu erkennen ist. Innerhalb des Eichenlaubkranzes finden sich bei dieser Spange drei stilisierte nach oben gerichtete Blitze. In der Ursprungsplanung war vorgesehen gewesen, dass diese Spange nur an Fernschreiber verliehen worden wäre.
Klassifizierungsspange für Kommandanten von Kampfschiffen und Kampfbooten verliehen vom 31. März 1960 bis 28. Februar 1963 miniatur|right|400px Das Klassifizierungsabzeichen hat die Form einer versilberten Spange, die 63 mm breit ist und beidseitig aus fünf Strahlen besteht, die sich nach außen hin verjüngen. Der mittlere der fünf Strahlen ist dabei der breiteste. In der Mitte der Spange ist ein Eichenlaubkranz zu erkennen, der einen Durchmesser von ca. 25 mm hat und in seiner oberen Mitte drei emaillierte Felder zeigt, die Schwarz-Rot-Gold ausgelegt sind. Das mittlere rote zeigt dabei das Staatswappen der DDR. In seinem unteren Teil ist ein weißes ovales Feld zu sehen, auf dem die verliehene Leistungsstufe zu erkennen ist. Innerhalb des Eichenlaubkranzes findet sich bei dieser Spange ein von rechts nach links fahrendes Kampfboot, welches an seinem unteren Rand von einem Anker begrenzt wird. Der Ankerstock selbst wird vom Kampfboot fast gänzlich verdeckt.
Klassifizierungsspange für Funkorter und Hydroakustiker der Seestreitkräfte verliehen vom 31. März 1960 bis 28. Februar 1963 miniatur|right|400px Das Klassifizierungsabzeichen hat die Form einer versilberten Spange, die 63 mm breit ist und beidseitig aus fünf Strahlen besteht, die sich nach außen hin verjüngen. Der mittlere der fünf Strahlen ist dabei der breiteste. In der Mitte der Spange ist ein Eichenlaubkranz zu erkennen, der einen Durchmesser von ca. 25 mm hat und in seiner oberen Mitte drei emaillierte Felder zeigt, die Schwarz-Rot-Gold ausgelegt sind. Das mittlere rote zeigt dabei das Staatswappen der DDR. In seinem unteren Teil ist ein weißes ovales Feld zu sehen, auf dem die verliehene Leistungsstufe zu erkennen ist. Innerhalb des Eichenlaubkranzes findet sich bei dieser Spange ein stilisierter Anker, auf dem zwei diagonal gekreuzte Blitze zu sehen sind. Die untere Hälfte des Eichenlaubkranzes wird dabei von senkrechten Linien ausgefüllt, die die Funkwellen für die Hydroakustiker darstellen sollen.
Klassifizierungsspange für Signäler verliehen vom 31. März 1960 bis 28. Februar 1963 miniatur|right|400px Das Klassifizierungsabzeichen hat die Form einer versilberten Spange, die 63 mm breit ist und beidseitig aus fünf Strahlen besteht, die sich nach außen hin verjüngen. Der mittlere der fünf Strahlen ist dabei der breiteste. In der Mitte der Spange ist ein Eichenlaubkranz zu erkennen, der einen Durchmesser von ca. 25 mm hat und in seiner oberen Mitte drei emaillierte Felder zeigt, die Schwarz-Rot-Gold ausgelegt sind. Das mittlere rote zeigt dabei das Staatswappen der DDR. In seinem unteren Teil ist ein weißes ovales Feld zu sehen, auf dem die verliehene Leistungsstufe zu erkennen ist. Innerhalb des Eichenlaubkranzes findet sich bei dieser Spange ein Anker, vor dem zwei diagonal gekreuzte Signalflaggen zu sehen sind.
Klassifizierungsspange für Taucher verliehen vom 31. März 1960 bis 28. Februar 1963 miniatur|right|400px Das Klassifizierungsabzeichen hat die Form einer versilberten Spange, die 63 mm breit ist und beidseitig aus fünf Strahlen besteht, die sich nach außen hin verjüngen. Der mittlere der fünf Strahlen ist dabei der breiteste. In der Mitte der Spange ist ein Eichenlaubkranz zu erkennen, der einen Durchmesser von ca. 25 mm hat und in seiner oberen Mitte drei emaillierte Felder zeigt, die Schwarz-Rot-Gold ausgelegt sind. Das mittlere rote zeigt dabei das Staatswappen der DDR. In seinem unteren Teil ist ein weißes ovales Feld zu sehen, auf dem die verliehene Leistungsstufe zu erkennen ist. Innerhalb des Eichenlaubkranzes findet sich bei dieser Spange ein stilisierter Anker, der nahezu ganz von einem Taucherhelm verdeckt wird. Der Hintergrund ist mit senkrechten Linien dargestellt.
Klassifizierungsspange für Spezialtaucher der Seestreitkräfte verliehen vom 31. März 1960 bis 28. Februar 1963 miniatur|right|400px Das Klassifizierungsabzeichen hat die Form einer versilberten Spange, die 63 mm breit ist und beidseitig aus fünf Strahlen besteht, die sich nach außen hin verjüngen. Der mittlere der fünf Strahlen ist dabei der breiteste. In der Mitte der Spange ist ein Eichenlaubkranz zu erkennen, der einen Durchmesser von ca. 25 mm hat und in seiner oberen Mitte drei emaillierte Felder zeigt, die Schwarz-Rot-Gold ausgelegt sind. Das mittlere rote zeigt dabei das Staatswappen der DDR. In seinem unteren Teil ist ein weißes ovales Feld zu sehen, auf dem die verliehene Leistungsstufe zu erkennen ist. Innerhalb des Eichenlaubkranzes findet sich bei dieser Spange ein Taucher mit Taucherhelm, der an einer Leiter aus oder in das Wasser steigt. Der Hintergrund ist auch hier mit senkrechten Linien dargestellt.
Klassifizierungsspange für Diensthundeführer verliehen von 1966 bis 2. Oktober 1990 miniatur|right|400px|