Die Erzgebirgische Philharmonie Aue ist ein Sinfonieorchester im sächsischen Erzgebirgskreis Aue, heute Aue-Bad Schlema; es ist auch das Orchester des Eduard-von-Winterstein-Theaters Annaberg unter dem Dach der Erzgebirgischen Theater & Orchester (ETO) GmbH. Das Orchester wird finanziell über das Sächsische Kulturraumgesetz mit der Großen Kreisstadt Aue-Bad Schlema als Sitzgemeinde, dem Kulturraum Erzgebirge-Mittelsachsen und dem Freistaat Sachsen als gemeinsame Gesellschafter getragen. Stammsitz des Orchesters ist das Kulturhaus Aue, neben dem Spielort Eduard-von-Winterstein-Theater in Annaberg-Buchholz.
Geschichte Das Erzgebirgische Sinfonieorchester Aue ist seit über 100 Jahren fester Bestandteil der Sächsischen Kulturlandschaft. Im Jahre 1888 als „Städtisches Musikcorps“ unter der Leitung von Anton Zien gegründet, entwickelte sich der Klangkörper zum Erzgebirgischen Sinfonieorchester Aue. Seit 1990 wurde zunehmend eine enge Kooperation mit dem Orchester des Eduard-von-Winterstein-Theaters Annaberg praktiziert, um auch anspruchsvolle Sinfonik größerer Dimension aufführen zu können. Im Juni 1997 wurden beide Orchester fusioniert und die Erzgebirgische Theater- und Orchester (ETO) GmbH gegründet. Neben ausgedehnter Konzerttätigkeit bestreitet das Orchester daher als Theaterorchester auch alle Musiktheateraufführungen am Eduard-von-Winterstein-Theater in Annaberg-Buchholz. Darüber hinaus reicht das Spektrum des Orchesters von Sinfonie-, Serenaden-, Open-Air- und Chorkonzerten, Opern-, Operetten- und Musicalaufführungen bis zur Kammermusik und zu Schülerkonzerten. Hinzu kommt das Mitwirken bei Kirchenkonzerten sowie eine vielgestaltige Zusammenarbeit mit Musikschulen und Musikhochschulen.
Von 2004 bis 2021 leitete der japanische Dirigent Naoshi Takahashi – seit 2006 als Generalmusikdirektor und Chefdirigent – das Orchester. In dieser Zeit entstanden unter seiner musikalischen Leitung die ersten CD-Produktionen des Orchesters: 2006 die Solokonzerte von Robert Schumann mit Hartmut Schill (Violine), Rodin-George Moldovan (Violoncello) und Alexander Meinel (Klavier) als Solisten,Klangkunst auf einem Silberling, Freie Presse, Auer Zeitung, 14. Dezember 2006, S. 15.Provinz? Nein, Danke! Die Erzgebirgische Philharmonie unter Naoshi Takahashi sieht sich im Aufwind. Freie Presse, 29. März 2007, S. A10. 2008 die Mendelssohn-CD mit der Ouvertüre Ruy Blas, der Schottischen Sinfonie und mit den beiden Konzerten für zwei Klaviere mit den Pianisten Alexander und Christian Meinel. Im Jahre 2010 produzierte das Orchester mit Naoshi Takahashi die CD mit Werken des zeitgenössischen Komponisten Thomas Schmidt-Kowalski, das Konzert für Klavier und Orchester g-Moll mit Julian Riem (Klavier), das Konzert für Viola und Orchester fis-Moll mit Emilian Dascal (Viola) und die Dr. Christoph Rink, damals 1. Vorsitzender der Freunde und Förderer der Erzgebirgischen Philharmonie Aue e. V., gewidmete Symphonische Phantasie für großes Orchester über Das Lied von der Glocke. Zu einem besonderen musikalischen Höhepunkt gestaltete sich die Aufführung der Cäcilienmesse von Charles Gounod am 11. Mai 2007 im Dom St. Peter zu Regensburg mit den Regensburger Domspatzen unter der Leitung von Domkapellmeister Roland Büchner, die auf CD festgehalten wurde. Alle diese genannten CD-Aufnahmen wurden vom renommierten Label querstand des Verlags Klaus-Jürgen Kamprad, Altenburg, produziert.
2006 wurde das Orchester in Würdigung seiner künstlerischen Leistung in Erzgebirgische Philharmonie Aue umbenannt. Gleichzeitig wurde damit an eine historische Tradition angeknüpft, denn bereits ab 1948 wurde auf den Programmen immer dann eine Erzgebirgs-Philharmonie angekündigt, wenn sich die Städtischen Orchester Annaberg und Aue zu Sinfoniekonzerten zusammenschlossen.
Von 2021 bis 2025 war Jens Georg Bachmann Chefdirigent des Orchesters und Generalmusikdirektor der ETO GmbH. Unter seiner Leitung erhielt die ETO und die Erzgebirgische Philharmonie den Jahrespreis („Operetten-Frosch“) des Bayerischen Rundfunks für die Spielzeit 2021/22 und den namensgleichen Monatspreis für Dezember 2023. Im Jahr 2022 war die Erzgebirgische Philharmonie in der Weihnachtssendung des ZDF Weihnachten mit Jonas Kaufmann mit den Solisten Jonas Kaufmann, René Pape und Diana Damrau und dem Cellisten Sheku Kanneh-Mason mit GMD Bachmann zu sehen, aufgenommen in der St. Annenkirche in Annaberg-Buchholz.
In der Spielzeit 2025/26 amtierte übergangsweise Ekkehard Klemm als Chefdirigent, Conductor in Residence und Generalmusikdirektor des Eduard-von-Winterstein-Theaters. Ende 2025 wurde Bruno Borralhinho zum Chefdirigenten und Musikdirektor ab 2026 ernannt.
Förderverein
Seit 2005 wird die Erzgebirgische Philharmonie außerdem von den Freunden und Förderern der Erzgebirgischen Philharmonie Aue e. V. begleitet, die mit Projekten zu ihrer Wahrnehmung durch eine breite Öffentlichkeit verschiedener Altersgruppen beitragen. Dazu gehört auch, Kindern und Jugendlichen klassische Musik zu vermitteln und sie ihnen mit dem Orchester nahe zu bringen. Finanzielle Unterstützung wird durch den Förderverein in verschiedenen Bereichen, z. B. in der Instrumentenanschaffung, immer wieder erbracht. So initiierte und finanzierte der Förderverein die gen. CD-Produktionen und die Publikation der Festschrift zum 120jährigen Orchesterjubiläum, die sein Ehrenmitglied Prof. Dr. Werner Kaden verfasste.
Musikdirektoren und Gastdirigenten
Gastsolisten des Orchesters
Literatur Werner Kaden: 120 Jahre Erzgebirgische Philharmonie Aue – Festschrift. Verlag Klaus-Jürgen Kamprad, Altenburg 2008, ISBN 978-3-930550-56-2
Weblinks
Erzgebirgische Philharmonie Aue auf aue-badschlema.de
Freunde und Förderer der Erzgebirgischen Philharmonie Aue e. V.
Belege
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