Die Schlacht um Biak war eine Landungsoperation der alliierten Truppen auf der von japanischen Einheiten verteidigten Insel Biak in Niederländisch-Neuguinea während des Pazifikkrieges im Zweiten Weltkrieg. Die Schlacht fand vom 27. Mai 1944 bis zum 25. Juli 1944 statt und kostete die alliierten Truppen etwa 500 Tote und mehrere Tausend Verwundete. Die isoliert kämpfenden japanischen Truppen verloren hingegen nahezu die gesamte Inselbesatzung von etwa 12.000 Mann.

Vorgeschichte Das japanische Kaiserreich hatte Biak im Rahmen der Invasion Südostasiens 1942 militärisch besetzt und unter relativ leichten Verlusten die dort stationierten niederländischen Verteidiger besiegt. Nach dem amerikanischen Sieg in den Salomonen-Inseln und besonders nach dem verheerenden Verlust der Insel Guadalcanal an die Alliierten begannen die japanischen Truppen, Biak zu einem wichtigen Luftwaffenstützpunkt auszubauen, um die Luftüberlegenheit über den Norden Neuguineas und die Inseln in Südborneo zu behalten. Bereits 1942 waren australische und amerikanische Verbände unter dem Befehl von General Douglas MacArthur im Süden Neuguineas gelandet und hatten die japanischen Einheiten im Laufe des folgenden Jahres aus mehreren strategischen Ortschaften vertrieben, wie Buna und Lae. Die japanischen Truppen wurden beim Marsch gegen die große Hafenstadt Port Moresby 1942 entscheidend geschlagen (Kokoda-Track-Kampagne) und traten ab diesem Zeitpunkt den Rückzug an. Biak wurde im Rahmen des kaiserlichen Verteidigungsplans für den Norden Neuguineas im Laufe der ersten beiden Kriegsjahre schwer befestigt. 1944 befanden sich drei Flugplätze an der Südküste der Insel, von denen aus japanische Flugzeuge den Seeweg nördlich von Neuguinea beherrschen konnten. Zudem konnten von diesen Luftbasen Angriffe gegen amerikanische Basen in den Salomonen geflogen werden, und Verstärkungsverbände der Luftwaffe konnten aus Biak die angegriffene japanische Hochburg Rabaul, in Neubritannien erreichen. Zudem waren die Flugplätze im Süden Biaks für Lufttransporte ins benachbarte Neuguinea besonders wichtig; im Falle einer Isolierung der Garnison auf der Insel konnte Nachschub per Flugzeug oder durch Kleinboote direkt aus der nördlichen Küste Neuguineas nach Biak geschafft werden.

1944 marschierten die alliierten Truppen in Neuguinea gegen die noch immer kämpfenden japanischen Truppen auf der Doberai-Halbinsel, und die amerikanischen und australischen Einheiten wurden in schwere Gefechte verwickelt. Die verzweifelt kämpfenden Japaner wurden von der Luft aus durch Biak-gestützte Maschinen versorgt und unterstützt. Die Eroberung der Insel hätte die Japaner der Doberai-Halbinsel abschneiden und den Vormarsch alliierter Truppen gegen ihre Positionen wesentlich erleichtern können. General MacArthur, Oberbefehlshaber der Southwest Pacific Area (SWPA), hatte dem Oberbefehlshaber der Pacific Ocean Areas (CINCPOA), Admiral Chester W. Nimitz zudem versprochen, dass landgestützte Flugzeuge von Biak zu Langstrecken-Bomben- und Aufklärungseinsätzen für die Vorbereitungen auf dessen Operation Forager verfügbar sein würden, die Eroberung der wichtigen japanischen Basen der Marianen. Die Operation Forager, dessen Eröffnungsaktion die Landungsoperation gegen Saipan sein würde, war für den 15. Juni angesetzt. Im April wurde schließlich die endgültige Eroberung Biaks durch MacArthurs Operationsstab beschlossen, und der amerikanische Planungsstab bereitete während der nächsten zwei Wochen die Einnahme der Insel mit ihren, so schätzte man, 4000 Verteidigern und das darauffolgende Instandsetzen der Flugfelder vor.Alexander: Storm landings, S. 110

Truppenstärke Japan Das Kommando über die Inselverteidigung erhielt TaisaDer japanische Rang Taisa entspricht dem deutschen Dienstgrad Oberst Naoyuki Kuzume. Ihm unmittelbar unterstellt war das 222. Infanterieregiment der Armee, das aus etwa 3400 Soldaten bestand, meistens gut trainierte und bewaffnete Veteranen, die zuvor als Teil der 36. Infanterie-Division in China gekämpft hatten. Hinzu kam eine Kompanie Leichter Panzer des Typ 95 Ha-Gō und verschiedene Flugabwehr- und Artillerieeinheiten. Soldaten verschiedener Baueinheiten, unter anderem auch koreanische Zwangsarbeiter, waren ebenfalls in kleineren Kampfgruppen zusammengefasst, waren aber für Kampfeinsätze schlecht ausgerüstet und ausgebildet. Kaigun-ShōshōDer japanische Rang Shōshō entspricht dem deutschen Dienstgrad Konteradmiral. Der Vorsatz Kaigun zeigt an, dass es sich um einen Marineoffizier handelt. Sadatoshi Senda war der ranghöchste japanische Offizier auf der Insel, doch er und seine Marineinfanteristen waren militärisch Oberst Kuzume unterstellt. Konteradmiral Senda kommandierte die 28. Marinebasisabteilung, die aus 1500 Mann bestand, überwiegend technisches Personal der Flugplätze, Piloten, Mechaniker, Ingenieure und Soldaten anderer Unterstützungseinheiten. Lediglich 125 Marineinfanteristen verfügten über eine Gefechtsausbildung, waren jedoch schlecht bewaffnet und ausgerüstet. Die Gesamtsumme der japanischen Verbände auf Biak betrug rund 11.400 Mann, doch nur etwa 4.000 verfügten über eine Ausbildung und konnten als effektive Kampftruppen angesehen werden.auf ibiblio.org

Alliierte Die Bezeichnung der amphibischen Kampfgruppe, die Biak erobern sollte, war Hurricane Task Force. Ihren Kern bildete die 41. Infanteriedivision der amerikanischen Armee, dazu kamen weitere drei Bataillone flugtechnisches Personal, die die Flugfelder nach deren Eroberung in Betrieb setzen sollten. Die übergeordnete Kommandobehörde der Hurricane Task Force war die 6. Armee, die unter dem Codenamen Alamo Force operierte, und Generalleutnant Walter Krueger unterstellt war. Krueger stellte die 128. und 158. Regimentskampfgruppe als nicht-operative Reserve bereit. Der Hurricane Task Force direkt als Reserve zugeteilt waren ein Bataillon der 186. Infanterieregiments und eine Aufklärungskompanie der Rangers. Konteradmiral William M. Fechteler übernahm das Kommando über die amphibischen Landungstruppen und die unterstützenden Kriegsschiffe. Ihm unterstanden die Task Force 74 und die Task Force 75, die aus mehreren Schweren und einigen Leichten Kreuzern bestand. Für die Operation gegen Biak wurden aus diesen beiden Verbänden die Australia, Shropshire, die Phoenix, Nashville, Boise und 21 Zerstörer in Bereitschaft gestellt.Leary: We Shall Return, S. 127 Zum Absetzen der Soldaten und zum Transportieren des Kriegsmaterials waren fünf APD-Hochgeschwindigkeitstransporter, acht LSTs, acht leichtere LCTs und 15 LCI-Landungsboote vorgesehen. Zahlreiche kleinere Landungsfahrzeuge, unter ihnen Amtracs und Amphibienpanzer, wurden zusätzlich auf den APDs und LSTs mitgeführt.

Vorbereitung Japan Vorgewarnt durch die alliierten Landungen bei Hollandia (→ Operation Reckless) und Aitape (→ Operation Persecution) am 22. April, hatten die japanischen Truppen auf der Insel mehrere Verteidigungspositionen auf Biak aufgebaut, konnten sie jedoch wegen Mangels an Zement und anderen Materialien nicht vollständig fertigstellen und daraufhin mit Truppen besetzen. Oberst Kuzume hatte sich deswegen entschieden, einer Landung nicht unmittelbar am Strand mit der Masse seiner Soldaten entgegenzutreten, um mit Gyokusai-Angriffen die Alliierten ins Gefecht zu verwickeln. Er hatte daher nur eine schwache Verzögerungslinie aus Kleinbunkern und MG-Nestern ohne tiefe Staffelung an einigen Strandabschnitten eingerichtet. Diese Linie war nur dünn bemannt und sollte dem Großteil der japanischen Truppen die Möglichkeit geben, sich im Innenland der Insel auf einen längeren Widerstand vorzubereiten. Aus gesprengtem Korallengestein bauten die japanischen Soldaten unter der Anleitung der Marineingenieure eine Vielzahl kleiner Ein- und Zweimannbunker. Sie verwendeten das besonders harte Material auch, um Blockaden zu bauen, Panzersperren zu errichten und Höhleneingänge zu verengen oder zu verschließen. Entscheidend für das Überleben der kaiserlichen Einheiten im feucht-warmen Klima der Insel waren jedoch die wenigen Trinkwasserquellen, in deren Umgebung sich Kuzumes Soldaten festsetzten und die meisten Verteidigungsanlagen einrichteten.

mini|Die strategische Disposition japanischer Truppen im Großraum Neuguinea. Biak liegt im Bereich der 2. Armee in der Bildmitte. Im Südosten standen im Inneren der Insel Teile des 2. Bataillons des 222. Infanterieregiments und hatten in einem Höhlensystem, rund 2,7 Kilometer nordwestlich der Inselhauptstadt Bosnek Stellung bezogen. Der Abschnitt östlich von Bosnek bis zum Nachbardorf Opiaref wurde von Soldaten aus Konteradmiral Sendas Marinetruppen verteidigt. Weitere Truppen hatten sich auf zwei Höhlensysteme nahe dem Mokmer-Flugfeld, 6,5 Kilometer westlich von Bosnek, zurückgezogen und bereiteten dort ihre Verteidigung vor. Diese Höhlen stellten den Kern der japanischen Verteidigung dar, da ihr Besitz die sichere Nutzung des Flugfeldes durch die Alliierten verhinderte. Aus diesen beiden Höhlensystemen konnten, auch im Falle einer Isolierung der Verteidiger vom Rest der japanischen Soldaten, Störangriffe und kleinere Guerillaaktionen durchgeführt werden. Im westlichen System hatten sich das 3. Bataillon des 222. Infanterieregiments, der Stab Konteradmiral Sendas und weitere Marinesoldaten verschanzt. Im östlichen hingegen waren Teile des 2. Bataillons und verschiedene Flugabwehreinheiten zusammengezogen worden. Die Küstenstraße in Richtung der Flugfelder war bei der wichtigen Straßenkreuzung des Dorfes Sorido durch einen Zug der 10. Kompanie gesperrt.

Im Südwesten hingegen richteten die japanischen Truppen bei Wardo, einem Ort unmittelbar an der westlichen Küste, eine Verteidigungsstellung ein, von der aus die Kreuzung zwischen der Küstenstraße und einer der wenigen Nord-Süd-Verbindungen beherrscht werden konnte. Im Nordosten waren beidseits der Korim-Bucht, ein dominanter Einschnitt an der Nordseite der Inselmitte, Stellungssysteme vorbereitet, von wo aus die Küstenstraße ebenfalls wirksam gesperrt werden konnte. Das 1. Bataillon des 222. Infanterieregiments verteidigte diesen Abschnitt und war durch mehrere Granatwerfer und einige Artilleriegeschütze verstärkt worden.

Im westlichen Teil von Biak waren keine Verteidigungsstellungen eingerichtet, da sich alle drei Flugfelder im Süden befanden und die Straßen von West nach Süd für einen Angreifer unbrauchbar waren. Soepiori, die kleine Nachbarinsel von Biak, die sich unmittelbar im Nordwesten angliedert, hatte keine nennenswerte militärische Bedeutung und wurde deswegen von sehr wenigen Soldaten verteidigt.

Vereinigte Staaten mini|Der vorgesehene Landungsabschnitt auf Biak der amerikanischen Truppen, zur Linken das Mokmer-Flugfeld Die alliierte Stabsabteilung plante die Landung der amerikanischen Truppen an jeweils vier verschiedenen Strandabschnitten an der Südseite der Insel, östlich der Inselhauptstadt Bosnek. Die großen LST-Landungsschiffe, die für die Landungsaktion zusammengezogen worden waren, sollten sich dem Korallenriff, das die Insel umgibt, annähern und dann die leichteren LVT- und DUKW-Amphibienfahrzeuge absetzen, um die Truppen an den Strand zu bringen. Die Landung sollte bataillonsweise erfolgen und Maschinen aus dem Norden Neuguineas und Port Moresby hätten mit Luftangriffen und angefordertem Combat Air Support die alliierten Soldaten bei den ersten Operation unterstützen sollen.