Nürensdorf (Mundartname: Nüereschtoorff, volkstümlich: Nüeri) ist eine Gemeinde des Bezirks Bülach im Kanton Zürich in der Schweiz.
Geographie Lage Nürensdorf liegt auf der Westflanke des sanften Hügels, der die Stadt Zürich von Winterthur trennt. Das Zentrum von Nürensdorf liegt auf Der Unterschied vom tiefsten zum höchstgelegenen Ortsteil ist aber beträchtlich. Die gesamte Gemeindefläche beträgt 1009 ha. Davon entfallen auf die Landwirtschaft 46,6 %, auf Wald 31,2 %, auf die Siedlungen 16,7 % und auf den Verkehr 5,5 % (Stand 2018).Gemeindeporträts. Nürensdorf. Flächen. Statistisches Amt des Kantons Zürich, 2018.
Der alte Dorfkern umschliesst die Hauptkreuzung, die mit einer Lichtsignalanlage ausgerüstet war. Bei deren Erstellung in den frühen 70ern war dies die einzige Lichtsignalanlage in allen umliegenden Gemeinden, worüber man in Nürensdorf, als Zeichen der Moderne, stolz war. Im Jahre 2016 wurde diese Lichtsignalanlage zurückgebaut und wich einem Kreisel.
Gemeindegliederung Die Gemeinde umfasst neben dem Dorf Nürensdorf auch die Ortsteile Birchwil, Oberwil und Breite sowie die Weiler Breitenloo, Hakab und Kleinhaus. Per 1. Januar 2024 wechselte der Weiler Obholz von der Stadt Kloten zur Gemeinde Nürensdorf.
Die umliegenden Ortsteile und Weiler sind verhältnismässig weit gestreut: Ein Wald trennt die Teile Birchwil und Oberwil von Nürensdorfs Kern. Die Breite und Kleinhaus liegen über 100 Höhenmeter höher, ebenfalls abgetrennt durch Waldstücke. mini|Luftbild (1964)
Nachbargemeinden Nürensdorf grenzt an die Orte Bassersdorf, Kloten, Oberembrach, Brütten und Lindau.
Bevölkerung 2022 waren 33,1 % der Bevölkerung evangelisch-reformiert, 22,3 % römisch-katholisch, und 44,6 % hatten eine andere oder keine Konfessionszugehörigkeit.Gemeindeporträts. Nürensdorf. Konfession. Statistisches Amt des Kantons Zürich, 2022.
Im gleichen Jahr waren 18,8 % der Bevölkerung jünger als 20 Jahre und 22,8 % älter als 64 Jahre alt.Gemeindeporträts. Nürensdorf. Altersstruktur. Statistisches Amt des Kantons Zürich, 2022. Der Ausländeranteil betrug 16,5 %.Gemeindeporträts. Nürensdorf. Ausländeranteil. Statistisches Amt des Kantons Zürich, 2022.
+ BevölkerungsentwicklungQuellen: 1467–1799: HLS, 1850–1950: Eidgenössische Volkszählungen (XLS; 927 kB), danach: Gemeindeporträts. Nürensdorf. Bevölkerung (Personen). Statistisches Amt des Kantons Zürich, 2000–2022. Jahr 1467 1634 1799 1850 1900 1950 1970 2000 2005 2010 2015 2020 20222024 Einwohner ca. 145 409 832 1114 1068 777 2012 4514 4749 5170 5464 5616 56985834
Die ursprüngliche Exklave Baltenswil wurde 1931 von Nürensdorf abgetrennt und der Nachbargemeinde Bassersdorf zugeteilt.
Politik Christoph Bösel (SVP) ist Gemeindepräsident (Stand November 2023).Gemeinderat. Website der Gemeinde Nürensdorf.
Bei der Nationalratswahl 2019 erreichten die Parteien folgende Wähleranteile: SVP 44,71 %, FDP 16,56 %, glp 11,18 %, SP 9,01 %, Grüne 6,13 %, CVP 3,47 %, EVP 3,32 %, BDP 2,33 %, EDU 1,97 %, und andere (8) 1,35 %.
Die Wähleranteile bei der Nationalratswahl 2023: SVP 45,71 % (+1,00 %), FDP 13,31 % (−3,24 %), SP 10,39 % (+1,38 %), glp 9,55 % (−1,63 %), Die Mitte 8,81 % (+3,01 %), Grüne 3,58 % (−2,55 %), EVP 2,92 % (−0,41 %), EDU 2,64 % (+0,67 %), Aufrecht Zürich 1,85 %, andere (11) 1,26 %.Nationalratswahl 2023. Kanton Zürich. 25. Oktober 2023.
Wappen Blasonierung: Geteilt von Rot und Silber mit einer Lilie in verwechselten Farben
Das Wappen ist angelehnt an jenes der Familie Hess, welche von 1735 bis 1798 die Gerichtsherrschaft in Nürensdorf stellte.Geschichte. Website der Gemeinde Nürensdorf, abgerufen am 12. September 2022.Wappen. Website der Gemeinde Nürensdorf, abgerufen am 12. September 2022.
Dorfwappen
Kultur Aus Nürensdorf kam 1982 die Band Hellhammer, eine der einflussreichsten Bands im Bereich des «Extreme Metal», welche vor allem die Subgenres Death Metal und Black Metal bestimmend beeinflusst hat und als Pionierband des Black Metal gilt. Die Nachfolgergruppe Celtic Frost wurde 1984 ebenfalls in Nürensdorf gegründet.
Wirtschaft und Infrastruktur Ursprünglich war Nürensdorf ein Bauerndorf. Noch immer gibt es 23 Landwirtschaftsbetriebe, welche selbsttragend arbeiten. Das Dorf verfügt neben zahlreichen Kleinbetrieben in den typischen Handwerkerbranchen über einen zentral gelegenen Volg, der die Güter des täglichen Bedarfes anbietet. Eingegliedert ist darin auch eine Metzgerei. Die ehemalige «Schlossbraui Nürensdorf» wurde über 100 Jahre nach der Betriebseinstellung im April 2006 wieder in Betrieb genommen.
Nürensdorf ist der Standort eines 380-kV-Unterwerks der Nordostschweizerischen Kraftwerke in der Breite. Dort enden 220-kV-Grobverteilleitungen sowie die Vorableitung, die 380-kV-Leitungen Bonaduz-Breite und Breite-Beznau-Laufenburg.
Kindergarten und Schulen Die Gemeinde hat Kindergärten sowie zwei Primar- und Oberstufen.
Verkehr Nürensdorf ist im Zürcher Verkehrsverbund mit der Buslinie 660 von Winterthur und Bassersdorf her zu erreichen, wo die nächsten Bahnhöfe sind; ebenso verkehren in Stosszeiten zwei weitere Busse, einer davon ist die Linie 767, welche von Brütten zum Bassersdorfer Bahnhof führt. Der andere Bus fährt von Effretikon zum Zürcher Flughafen. Dort gibt es ebenfalls Anschluss ans S-Bahn- und Fernverkehrsnetz. Der Nachtbus von Winterthur nach Zürich und umgekehrt führt auch durch Nürensdorf.
mini|Oswaldkapelle in Breite
Sehenswürdigkeiten
In der Breite steht die St. Oswald-Kapelle, welche im 12. Jahrhundert erbaut wurde. Erstmals erwähnt wurde sie 1370 im Liber marcarum der Diözese Konstanz. Die Kapelle wurde 1650 das erste Mal umfassend renoviert und bekam 1775 ein von Christian Heinrich Zeller erbautes Uhrwerk. Die Glöcklein der Uhr kommen aus vorreformatorischer Zeit und tragen die Inschriften und .
Sonstiges Aktuelle Bevölkerungsanliegen In jüngster Zeit hat in Nürensdorf vor allem das Thema Fluglärm für Diskussionen gesorgt. Der Dorfkern liegt in der Verlängerung der Ostpiste des Flughafens Zürich. Eine einseitige Kanalisierung der Anflüge im Osten würde der Gemeinde folglich massiv mehr Fluglärm bescheren.
Medien Da Nürensdorf zum Bezirk Bülach im Kanton Zürich zugehört, ist das offizielle Publikationsorgan der Gemeinde der Zürcher Unterländer. Nebenher gibt es noch ein Lokalblatt, den Dorf-Blitz, der mit den Gemeinden Brütten und Bassersdorf geteilt wird, sowie eine gemeindeinterne Schülerzeitung, welche von der Schulgemeinde Nürensdorf vierteljährlich gratis an alle Haushalte der Gemeinde verteilt wird.
Persönlichkeiten Heinrich Morf (1818–1899), Pädagoge Hans Jakob Schmid (1856–1924), Lithograph
Literatur Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band II: Die Bezirke Bülach, Dielsdorf, Hinwil, Horgen und Meilen. Nürensdorf (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 15). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (GSK). Bern 1943, , S. 65–68 (Digitalisat).
Weblinks
Offizielle Website der Gemeinde Nürensdorf Statistische Daten der Gemeinde Nürensdorf
Website Dorf Birchwil/Gemeinde Nürensdorf Schlossquell: Schloss und Brauerei Nürensdorf (PDF; 25 kB)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Kanton Zürich Kategorie:Schweizer Gemeinde