Balseros – Kubanische Träume vom Glück (Originaltitel: Balseros, spanisch für „Flößer“) ist ein im Jahr 2002 erschienener spanischer Dokumentarfilm von den Regisseuren Carles Bosch und Josep Maria Domènech.

Hintergrund und Handlung Der Film handelt über die sogenannten Balseros, Bootsflüchtlinge, welche während der sogenannten periodo especial aus Kuba in die Vereinigten Staaten flüchteten.

Hintergrund ist der Zusammenbruch des Ostblocks um 1990 und die demzufolge ausbleibenden Subventionen aus der Sowjetunion an Kuba, was eine rapide Zunahme der Armut in Kuba bewirkte. Daraus resultierte ein Flüchtlingsstrom, der 1994 in der Flucht von 50.000 Kubaner, teilweise von der kubanischen Regierung ungehindert, gipfelte. Dazu wurden die abenteuerlichsten Boote aus sämtlichen aufzutreibenden Materialien gebaut, um damit die rund 90 Meilen bzw. 150 Kilometer Meer nach Florida zu überqueren. Carlos Bosch erklärte im Intro des Films, dass es sich dabei weniger um politische, sondern viel eher um Wirtschaftsflüchtlinge handele.

Die Dokumentation besteht aus längeren Interviews mit den Bootsbauern, den Balseros, und betrachtet das Leben von sieben Flüchtlingen über insgesamt sieben Jahre, vom Floßbau bis hin zu ihren Versuchen ein neues Leben in den USA aufzubauen. Dabei werden Einblicke in das tägliche Leben in dem Kuba jener Jahre und den Vereinigten Staaten gewährt.

Der Film dauert zwei Stunden. Die erste Hälfte wurde in Kuba gefilmt, darunter zum Schluss auch einige Szenen aus dem Gefangenenlager der Guantanamo Bay Naval Base, wo das Los darüber entschied, ob die Flüchtlinge in die USA einreisen durften oder nicht und dies alles während die Familienangehörigen nichts über deren Verbleib wussten. Die zweite Stunde handelt über das Leben jener Kubaner, die es in die USA schafften und über das Land verteilt wurden. Diese Leute wurden fünf Jahre später noch einmal gefilmt, um deren Schwierigkeiten bei der Anpassung an die neue Gesellschaft und das daraus resultierende Heimweh zu zeigen, ein „menschliches Abenteuer von Leuten, die zwischen zwei Welten schiffbrüchig wurden“.

Kritik

Preise Bester ausländischer Film beim Festival Internacional del Nuevo Cine Latinoamericano, Havanna, 2002 Beste spanischsprachige Dokumentation beim Ajijic Festival Internacional de Cine, Mexiko, 2002 Gewinner des IDA Award der International Documentary Association, 2003 Nominiert für einen Oscar, Bester Dokumentarfilm, 2004 Gewinner des Peabody Awards, 2004 Gewinner eines Emmys für Cinematografie für Josep Maria Domènech (Best Photography), 2005 Nominiert für Beste Dokumentation, Goya. 2003

Weblinks

Balseros (Cuban Rafters) bei Spirituality & Practice http://www.zinema.com/pelicula/2002/balseros.htm

Einzelnachweise

Kategorie:Beziehungen zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten Kategorie:Flüchtlingsthematik im Film Kategorie:Dokumentarfilm Kategorie:Spanischer Film Kategorie:Filmtitel 2002