Die 69. Infanterie-Division (ID) war ein Großverband des Heeres der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg.

Divisionsgeschichte Einsatzgebiete: Westwall in der Eifel September 1939 bis Februar 1940 (dann verlegt in den Wehrkreis X mit Sitz in Hamburg) Norwegen im Bereich Oslo April 1940 bis November 1942 Ostfront im Bereich vor Leningrad und am Wolchow November 1942 bis Oktober 1943 Ostfront im Bereich Newel, dann in Livland und Litauen November 1943 bis Oktober 1944 Ostpreußen in Memel, dann in Nordostpreußen und Königsberg Oktober 1944 bis April 1945

Aufstellung Die 69. Infanterie-Division wurde am 26. August 1939 im Rahmen der 2. Aufstellungswelle im Wehrkreis VI (Münster) aufgestellt. Die Ausbildung wurde vervollständigt während der Grenzsicherung in der Eifel und zuletzt nach Verlegung in den Wehrkreis X (Hamburg) bis Ende März 1940.

Norwegen Am 9. April 1940 gehörte die 69. Infanterie-Division zu den Verbänden, die von der Kriegsmarine nach Norwegen zur Besetzung des Landes verschifft wurden. Während der Operation Weserübung nahm sie mit Teilen an der Luftlandung auf den Flugplatz Sola bei Stavanger teil. Bis in den November 1942 verblieb die 69. Infanterie-Division dann als Besatzungstruppe in Südnorwegen. Beim Abtransport per Schiff zur Heeresgruppe Nord musste das Grenadier-Regiment 193 als Heerestruppe in Norwegen zurückgelassen werden.

Ladoga-Schlacht Ab Dezember 1942 stand die Division in schweren, wechselvollen Kämpfen im Raum Leningrad/Wolchow (Leningrader Blockade, Zweite und Dritte Ladoga-Schlacht). Nach dem Einbruch der Sowjets in den Raum Newel erfolgte die Verlegung an den Südflügel der Heeresgruppe Nord, wo im November und Dezember vergeblich versucht wurde, Newel zurückzuerobern.

Panther-Stellung Ab April 1944 stand die 69. Infanterie-Division im Mittelabschnitt der Heeresgruppe Nord bei Ostrow in der Panther-Stellung, deren Halten die baltischen Gebiete schützen sollte. Die Katastrophe der Heeresgruppe Mitte in der Vernichtungsschlacht ab 22. Juni 1944 zwang dann jedoch zur Verlegung der Division zur 3. Panzer-Armee, wo bis Anfang Oktober 1944 eine wenn auch dünn besetzte neue Front in Westlitauen gehalten werden konnte.

Memel Als auch diese durchbrochen wurde, zog sich die 69. Infanterie-Division in die Stadt Memel zurück, die noch bis Ende Januar 1945 in deutscher Hand blieb.

Ostpreußen Bereits im Dezember 1944 verlegte die Division erneut, diesmal an die Front im nordöstlichen Ostpreußen bei Deutschlands östlichster Stadt Schirwindt.

Königsberg Der sowjetische Großangriff auf Ostpreußen ab 13. Januar 1945 drängte die Division dann in schwersten und sehr verlustreichen Kämpfen auf Königsberg zurück, wo sie mit eingeschlossen wurde. Zwar gelang es anderen Einheiten, noch einmal eine Verbindung zwischen der Stadt und dem Samland herzustellen, aber der Sturm der Sowjetarmee auf Königsberg ab 6. April 1945 war nicht mehr aufzuhalten.

Kapitulation Mit der Kapitulation der Reste der deutschen Einheiten unter General Lasch hörte die 69. Infanteriedivision am 10. April 1945 zu bestehen auf und ging in sowjetische Gefangenschaft.

Personen + Divisionskommandeure der 69. ID:Dienstzeit Dienstgrad Name 26. August 1939 bis 29. September 1941 General der Artillerie Hermann Tittel 29. September 1941 bis 1. Februar 1944 Generalleutnant Bruno Ortner 1. Februar 1944 bis 20. Januar 1945 Generalleutnant Siegfried Rein 20. Januar bis 9. Februar 1945 Oberst Rudolf Grimme 9. Februar 1945 bis 10. April 1945 Generalmajor Kaspar Völker

+ Generalstabsoffiziere (Ia) der 69. ID:Dienstzeit Dienstgrad Name 26. August 1939 bis 16. Juni 1940 Major Werner Müller 16. Juni 1940 bis 20. August 1941 Major Helmut Siemoneit 20. August 1941 bis 1. September 1943 Major Erich Vorwerck 1. September 1943 bis 10. November 1944 Oberstleutnant Eberhard Henrici 10. November 1944 bis 1945im Einsatz vermisst Major Horst Grüninger 26. Februar bis April 1945 Major Job von Witzleben

Gliederung +Veränderungen in der Gliederung der 69. ID von 1939 bis 1945http://www.diedeutschewehrmacht.de/69%20inf%20div.htm1939 1942 1943–1945 Infanterie-Regiment 159 Grenadier-Regiment 159 Infanterie-Regiment 193 Grenadier-Regiment 193am 3. November 1942 an die Heerestruppe abgegeben Grenadier-Regiment 157am 22. September 1943 als Ersatz für GR 193 aufgestellt Infanterie-Regiment 236 Grenadier-Regiment 236 Aufklärungs-Abteilung 169 Radfahr-Abteilung 169 Füsilier-Bataillon 69 Artillerie-Regiment 169mit vier Abteilungen Artillerie-Regiment 169IV.Abteilung/Artillerie-Regiment 269 am 10. Dezember 1942 von der 269. ID abgegeben Artillerie-Regiment 169IV./Artillerie-Regiment 269 am 25. August 1944 wieder neu eingegliedertPionier-Bataillon 169 Panzerabwehr-Abteilung 169 Panzerjäger-Abteilung 169-- Feldersatz-Bataillon 169Nachrichten-Abteilung 169Versorgungseinheiten 169

Literatur

Anmerkungen

Einzelnachweise

Kategorie:Division der 2. Aufstellungswelle Kategorie:Militärischer Verband in Münster Kategorie:Gegründet 1939 Kategorie:Aufgelöst 1945