thumb|Luisentempel bei Alexisbad
Der Luisentempel (veraltet Louisen-Tempel)Die Prinzessin selbst schrieb ihren Rufnamen Luise, ihr Taufname war Louise. ist ein Denkmal im Ortsteil Alexisbad der Stadt Harzgerode, Landkreis Harz, im deutschen Bundesland Sachsen-Anhalt.
Lage Der Luisentempel liegt auf einem ebenen Felsvorsprung im Selketal oberhalb des ehemaligen Benediktinerklosters Hagenrode (heute Klostermühle) an einem Aussichtspunkt entlang des Klippenweges zwischen Alexisbad und Mägdesprung. An der abschüssigen Geländewand unterhalb des Luisentempels befindet sich der Adolphfelsen; nordöstlich des Säulenrundbaues, nur 200 Meter entfernt, liegt die Luisenklippe.
Geschichte Errichtet wurde das industriekulturelle Monument zwischen 1812 und 1815 von Johann Philipp August Bunge. Im Jahre 1823 erfolgte die Umbenennung als Erinnerungsstätte, an ihrem Lieblingsplatz, zu Ehren der Prinzessin Luise von Anhalt-Bernburg (1799–1882). Diese wurde durch Heirat Prinzessin von Preußen und war eine Tochter des Herzogs Alexius Friedrich Christian von Anhalt-Bernburg (1767–1834), der ab 1810 die ersten Kuranlagen an der Selke errichten ließ und dem entstehenden Erholungsort („Stahlbad Alexisbad im Harz“) seinen Namen gab. Luise hing auch nach ihrem ehelichen Wegzug sehr an ihrer anhaltischen Heimat. Bis ins hohe Alter besuchte Prinzeß Friedrich, wie sie sich jetzt preußisch anreden ließ, immer wieder auch Alexisbad und die ihr gewidmete Gedenkstelle.
Im Jahre 1987 von einer im Sturm entwurzelten Fichte beschädigt und infolge eines Bergschadens durch Gebirgsschlag eingestürzt,Sigrid Elstermann, Thomas Nürnberg: Einblicke in die Geschichte des Kurortes Alexisbad, 5. Auflage, Harzgerode 2008, Seite 13 wurde der Luisentempel 1992 in Stuttgart erneuert und am ursprünglichen Standort wieder aufgebaut. Im Frühling 2008 gewann die Stadt Harzgerode mit dem Luisentempel den Naturparkwettbewerb der „Denkmäler als Wanderziele“.
Gestaltung Gestaltet wurde die Sehenswürdigkeit in Form eines Monopteros, eines Rundtempels mit Säulenkranz.
Die Kuppel wird von sechs in der Eisenhütte Mägdesprung gegossenen ionischen Säulen getragen, die jeweils auf einer einstufigen eisernen Podestzone ruhen. Diese Bauform wurde im Barock und Klassizismus gerne für Laubenpavillons in gartenkünstlerisch gestalteten Grünanlagen verwendet (beispielsweise im Englischen Garten oder im Wörlitzer Park).Heike Tenzer: Gartenkunst und Landschaftsplanung – Alexisbad im 19. Jahrhundert, Vortrag im Landesmuseum für Vorgeschichte zu Halle (Saale) am 9. September 2026 als gemeinsame Veranstaltung des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalts mit der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur e.V. In Hanglage über dem alexisbadischen Selketal steht der tempelartige Blickpunkt in der freien Landschaft, die in ihrer wilden Schönheit als Garten- oder Parkersatz dient.
Das vergoldete römische Zahlzeichen im nordöstlichen Kopfband des Rundtempels nennt reliefiert: „MDCCCXXIII.“ Es bezeichnet das Jahr der Zueignung, 1823. Die vergoldete Inschrift im südwestlichen Kopfband lautet reliefiert in gesperrten Großbuchstaben: „LUISEN. GEWIDMET.“ (Der Ausdruck Luisen ist die altdeutsche, gebeugte Form des Wemfalles zum Eigennamen von Luise.) Die Prinzessin selbst schrieb ihren Rufnamen Luise, ihr Taufname war Louise.
Baudenkmal
Im örtlichen Denkmalverzeichnis des Landes Sachsen-Anhalt ist der Luisentempel unter der Erfassungsnummer 094 50099 als (Ausweisungsart) Baudenkmal verzeichnet. Quelle/Schrifttum Sigrid Elstermann und Thomas Nürnberg: Einblicke in die Geschichte des Kurortes Alexisbad, dem ältesten Stahlbad Deutschlands und Gründungsort des VDI, 5. Auflage, Harzgerode 2008.
Siehe auch
Liste von Denkmälern für Frauen in Deutschland
Weblinks Ausflugsziele im Harz
Einzelnachweise
Kategorie:Denkmal in Sachsen-Anhalt Kategorie:Kulturdenkmal in Harzgerode Kategorie:Rotunde Kategorie:Erbaut in den 1820er Jahren Kategorie:Bauwerk in Harzgerode Kategorie:Folly (Gartenkunst) Kategorie:Luise von Anhalt-Bernburg Kategorie:Zentralbau in Deutschland Kategorie:Frauendenkmal