Die Helme ist ein gut 81 km langer, linker und nördlicher Zufluss der Unstrut. Die oberen 40 km und untersten 6 km des Flusslaufs liegen in Thüringen, die übrigen 35 km im thüringisch geprägten Teil Sachsen-Anhalts. Der obere Teil des von der Mündung am weitesten entfernten Zuflusses, die Steina-Ichte mit ihrer Quelle am Westhang des Stöberhais, befindet sich in Niedersachsen, ebenso die oberen Teile der Zuflüsse Wieda und Zorge. Die Helme entwässert den südlichen Harz, die Goldene Aue, den Osthang des Silkeröder Hügellandes und den Nordhang der Höhenzüge von Windleite und Kyffhäuser. Bundesweit bekannt wurde der Fluss durch – infolge des Weihnachtshochwassers 2023/2024 – ganz oder teilweise überflutete Ortschaften, drohende Deichbrüche und die Talsperre Kelbra, welche Gefahr lief überzulaufen.

Name Erstmals schriftlich erwähnt wird die Helme im Jahr 976 (Helmana ulterior). Der Name könnte mit dem dänischen Wort haelm für 'still, ruhig' urverwandt sein oder genau gegenteilig mit dem germanischen Wortstamm *helma- für 'schallend'.

Geographie Quellgebiet Der Fluss entspringt in Thüringen südlich des Harzes im Landkreis Eichsfeld in den Nordausläufern des Ohmgebirges zwischen Weißenborn-Lüderode und Stöckey. Der bekannte „Helmespring“ ist nicht seine oberste Quelle und befindet sich ungefähr 30 Meter südlich des Helmebaches. Dieser wird von drei Quellarmen gebildet, die an der Elbe-Weser-Wasserscheide liegen: einen südwestlichen Arm (vom Konrädchenhai kommend), einen westlichen Arm Die Bucht (vom Heuberg kommend) und dem nordwestlichen Quellarm Schmerbach (vom Brandkopf und Franzenberg kommend).

Den entferntesten Punkt von der Helmemündung (90,3 km) bildet das Quellgebiet des Steinaer Bachs, der auch Steina genannt wird, und im späteren Verlauf Ichte heißt. Dieses Quellgebiet befindet sich zwischen der Südwestflanke des Stöberhais bzw. dem Südhang des Jagdkopfes im Harz an der Elbe-Weser-Wasserscheide 1 km östlich der Odertalsperre. Der Steinaer Bach fließt Richtung Südwesten durch das Steinatal, biegt langsam nach Süden, durchquert den Ort Steina, verläuft dann Richtung Südosten durch den Ort Nüxei, ändert ab der Einmündung des Hellegrundbachs seinen Namen in Ichte, überquert die ehemalige Innerdeutsche Grenze, fließt südlich direkt an der Ortslage von Mackenrode vorbei und vereinigt sich nordöstlich der Ortslage von Pützlingen mit der Helme. Der mittlere Bachlauf versickert in den Sommermonaten oft im karstigen Untergrund der Südharzregion und führt erst wieder ab Mackenrode Wasser.

Verlauf Bereits in Stöckey münden drei kleine Bäche in die Helme, unter anderem die Pinte und der Rinnebach. Die Helme fließt weiter ostwärts über die Gemeinde Schiedungen, wo sie den Speicher Schiedungen speist und dann durch Pützlingen, wo sie sich mit der Ichte vereint, dem eigentlichen Hauptstrom. Dann führt sie südlich an Günzerode sowie Kleinwechsungen vorbei und durchströmt Hesserode, dreht am südlichen Stadtrand von Nordhausen in Richtung Südosten und fließt durch Sundhausen und Uthleben weiter nach Heringen. Nordöstlich von Heringen nimmt die Helme das Wasser der aus dem Harz kommenden Zorge auf. Nun fließt sie durch den Weiler Aumühle, welcher zwischen den beiden Dörfern Görsbach und Auleben liegt. In Aumühle zweigt der nördliche Umlaufgraben um den Kelbraer Stausee zur weiter abwärtsfließenden Thyra ab, während der Hauptstrom nach etwa 2,7 km das Einlaufbauwerk des Stausees nordwestlich des Kyffhäuser-Gebirges passiert und bespeist. Zu gleichem Stausee gehört auch das sich oberhalb (westlich) anschließende Hochwasserrückhaltebecken, welches sich bis zur Straße Aumühle-Auleben hin erstreckt. Nach dem Auslaufbauwerk des Stausees – nun in Sachsen-Anhalt – kommt von Norden aus dem Harz der wichtige Nebenfluss Thyra mit dem Helmewasser vom nördlichen Umlaufgraben zur Helme. Weiter ostwärts fließt die Helme über Kelbra, Roßla, Bennungen, Hohlstedt, zwischen Wallhausen und Brücken, dann durch Martinsrieth, zwischen Oberröblingen und Edersleben, bis Katharinenrieth, wonach sie nach Süden abschwenkt und wieder Thüringen erreicht, dann durch Mönchpfiffel-Nikolausrieth und Heygendorf, bis sie zwischen Ritteburg und Kalbsrieth südöstlich von Artern in die Unstrut mündet. Ab Brücken ist sie durch Kanäle mit der Kleinen Helme (Gewässerzahl 5647-6) untrennbar miteinander verbunden, welche zwischen Artern und Ritteburg die Unstrut erreicht. Früher war dieses Gebiet, also die gesamte untere Goldene Aue, ein See, welcher sich im Laufe der Geschichte zu einem Sumpfgebiet entwickelte und dann im Mittelalter trockengelegt wurde.

Gewässergüte der Helme Die Helme wird im gesamten Flussverlauf von den Zuständigen Landesämtern in Thüringen, auf tlug-jena.de und Sachsen-AnhaltGewässergütekarte Sachsen-Anhalt 2004, auf lhw.sachsen-anhalt.de als mäßig belastet (Gewässergüteklasse II) eingestuft. Hauptverschmutzungsursachen sind die Landwirtschaft, sowohl Düngemittel als auch Pflanzenschutzmittelreste. Viele Ortschaften haben in den vergangenen Jahren entsprechende zentrale Abwasserbehandlungsanlagen erhalten. Einige Dörfer an kleinen Zuflüssen der oberen Helme reinigen ihr Abwasser noch mit veralteten Kleinkläranlagen ohne biologische Reinigungsstufe. Das dadurch unzureichend gereinigte Abwasser trägt zu einem Nährstoffüberschuss bei. Bis in das Jahr 2030 sollen beispielsweise alle Ortsteile der Gemeinden Hohenstein und Werther zentral an Kläranlagen angeschlossen werden. Seit 2020 liefen Kanalbauarbeiten z. B. in Kleinwechsungen und Hochstedt. Beide Orte leiten ihre Abwässer seither in das Nordhäuser Klärwerk ein.

Bilder Die Bilder sind flussabwärts geordnet.

Zuflüsse Wie aus der nachfolgenden Liste zu ersehen, ergeben die Zorge mit Oberlauf (Großer) Wolfsbach und die Ichte mit Oberlauf Steinaer Bach Fließwege bis zur Mündung in die Unstrut, die länger sind als der von den Quellen der Helme selber.

Wichtige Stellen und Zuflüsse, stromaufwärts mit Stationierung Abstände in Kilometern – IV von der Helmemündung, V von einer Mündung in die Helme (I wäre die Elbmündung, II die Saalemündung, III die Mündung der Unstrut) Vor den Namen stehen Gewässerkennzahlen, hinter den Namen Gewässerlängen Zuflüsse eines Zuflusses stehen eingerückt unter diesem.

IV: 5,64 links: 56488 Rohne IV: 16,32 links: 56486 Gonna (bei Sangerhausen) IV: 27,06 u. Hauptmündung 27,84 links: 564856 Leine IV: 36,9 links: 56484 Thyra ← Lude 25,4 km     V: 20,06 links: Große Wilde ← Schmale Lude, 3,84 km, Quelle–IV: 23,9 km         VI: 0,03 (= V: 20,09) links: Sprachenbach, 2,55 km, Quelle–IV: 22,64 km     V: 21,9 rechts: Klippenwasser, 4,44 km, Quelle–IV: 26,34 km IV: 36,98 bis 39,36 (Seeachsen) bzw. bis 39,07 (gerade Linie) Talsperre Kelbra IV: 45,26 links: 56482 Zorge ← Wolfsbach ← Großer Wolfsbach, 39,62 km, Quelle–IV: 84,88 km     V: 0,33 links: 548292 Krummbach     V: 16,82 links: 54824 Bere     V: 18,05 rechts: 54822 Wieda IV: 51,4 rechts: 564818 Riedgraben (Bach aus Steinbrücken) IV: 56,71 links: 5648176 Salza IV: 60,3 links: 5648174 Herreder Bach IV: 61,07 rechts: 5648172 Röstegraben IV: 63,18 rechts 564816 Haferbach IV: 68,0 links: 564812 Ichte ← Steinaer Bach, 22,3 km, Quelle–IV: 90,3 kmGPS-Track Ichte ← Steinaer Bach     V: 9,05 rechts: Hellegrundbach, 1,95 km IV: 70,2 rechts: 5648134 Bliedebach IV: 70,9 links: 5648132 Sete IV: 71,28 Speicher Schiedungen mit Umfluter IV: 72,3 rechts in den als Hauptlauf klassifizierten Umfluter: 564812 Ohe IV: 76,68 rechts Rinnebach IV: 78,7 rechts: Helmspring (30 m bis zur vorbeifließenden Helme) IV: 81,2 Beginn der Helme in einem feuchten Grund

Stromabwärts, nach Seite gruppiert Linke ZuflüsseRechte Zuflüsse Die Bucht Pinte Sete Ichte Steinbach Hochstedter Bach Ostergraben Herreder Bach Salza Zorge Urbach Lohbach Thyra Niefe Leine Gonna Rohne Rinnebach Ohe Bliedebach Haferbach Röstegraben Riedgraben Goldbornbach Flutgraben Solgraben

Einzugsgebiet der Helme mini|Das Einzugsgebiet der Helme Die Helme (Gewässerkennzahl: 5648) entwässert ein Einzugsgebiet von 1318,1 km², die kleine Helme (5647.6) eines von 51,1 km², Wobei unterhalb (östlich) der Straße Hackpfüffel-Brücken beide Einzugsbereiche miteinander verschmelzen, da sie durch mehrere Gräben miteinander verbunden sind. Bilden daher ein gemeinsames Einzugsgebiet mit zwei Ausläufen in die Unstrut und haben somit eine Gesamtfläche von 1369,2 km². Das gesamte Einzugsgebiet zieht sich an der Südflanke des Harzes von West-Nord-West Richtung Ost-Süd-Ost, bildet den nördlichsten Teil des Unstrut-Einzugsbereiches (564), welche wiederum ein Teileinzugsbereich der Saale (56), und diese der Elbe (5) darstellt.

Der höchste Punkt des Einzugsgebietes bildet der Stöberhai auf der nordwestlichen Wasserscheide mit einer Höhe von etwa 720 m NHN; der tiefste Punkt befindet sich an der Helmemündung in die Unstrut bei Kalbsrieth im äußersten Südosten.

Der nördliche Teil des Einzugsgebiets der Helme ist in etwa mit dem geografischen Südharz identisch, südlich davon schließt sich der vorgelagerte Südharzer Zechsteingürtel an. Die Mitte des Einzugsgebietes bildet die dicht besiedelte Goldene Aue; während der Süden durch unterschiedliche kleinere Höhenzüge gebildet wird: Im Westen zwischen ist es der Osthang des Silkeröder Hügelland, im Südwesten ein Teil des Nordthüringer Hügellandes, mit dem nördlichen Abschnitt des Forstes bei Königsthal, dem Fronderöder Hölzchen und des Butterberges im Waldgebiet Tiefenbach zwischen Mörbach und Großwerther. Der mittlere Süden des Einzugsbereiches wird vom Nordhang der Windleite, den Numburger Bergen und des Kyffhäusergebirge gebildet. Der Süd-Süd-Osten umfasst den Nord und Osthang des Hutdeckels und Weinberges bei Artern. Das Helme-Einzugsgebiet wird im äußersten Westen von der Elbe-Weser-Wasserscheide begrenzt: im Harz zwischen dem Stöberhai und Osterhagen, dann quer durch die Ortslage Osterhagen, durch den Mackenröder Wald und den östlichen Kuppen des Silkeroder Hügelland westlich von Limlingerode, Stöckey und Epschenrode. Der äußersten Osten des Helme-Einzugsgebiets wird vom Südwesthang des Hornburger Sattel und der Höhen nordöstlich der Ortschaften von Bornstedt und Sittichenbach und den Nord- und Westhang des Ziegelrodaer Forst gebildet. Die Orte Osterhagen (im Nordwesten) und Blankenheim (im Nordosten) liegen direkt auf der Wasserscheide. Der östlichste Punkt befindet sich zwischen Rothenschirmbach (innerhalb) und Hornburg (bereits außerhalb des Einzugsgebiets), beide südlich Eislebens gelegen. Dieser Pass wird auch Hornburger Sattel genannt.

Bodennutzung im Einzugsgebiet Die Ränder des Einzugsgebietes sind waldreichː Im Norden mit dem Südharz und dem anschließenden Zechsteingürtel, im Westen mit dem Silkeröder Hügelland, im Südwesten mit dem Nordthüringer Hügellandes, im Süden mit den Nordhängen von Windleite und Kyffhäuser, im Osten mit dem Hornburger Sattel und Ziegelrodaer Forst. Der zentrale Teil wird von der Goldenen Aue bestimmt, welche vollständig waldfrei ist, relativ dicht besiedelt mit zahlreichen kleineren Ortschaften und den Kreisstädten Nordhausen und Sangerhausen. Offene Flächen werden von Ackerbau, Wiesen und Feuchtgebieten genutzt. Auch gibt es zahlreiche Seenː Hier befindet sich der Speicher Schiedungen, die Talsperre Kelbra mit dem Ramsar-Schutzgebiet 176 und zahlreiche Kiesbänke und deren renaturierten und touristisch genutzten Baggerseen.