Der Ausdruck Bibliophagie (von und bzw. von ) bezeichnet meist metaphorisch das Verzehren, Aufessen oder Verschlingen von Büchern durch Personen bzw. das Bedürfnis danach.

Die Vorstellung wird u. a. damit erklärt, dass Lesen einem Streben nach Einverleibung des Gelesenen wie des Geschriebenen gleichkommt und in diesem Akt seinen sinnfälligen Ausdruck findet.Kirsten Dickhaut: Till Eulenspiegel aß keine Bücher. François Forestier: La Manducation. (http://parapluie.de/archiv/sprung/till/). mini|Johannes verschlingt das Buch, Holzschnitt von Albrecht Dürer nach der Offenbarung des Johannes

Geschichte Das wörtliche Essen von Buchstaben ist überdies ein seit der griechischen Antike bekannter Brauch, der sich in Produkten wie Russisch Brot, Alphabetkuchen oder Buchstabensuppe bis in die Gegenwart erhalten hat.Vgl. etwa Hier dazu In der religiösen Volksmedizin waren bis ins 20. Jahrhundert mit Text versehene Esszettel verbreitet.

Beispiele Beispiele für Bibliophagie in der Literatur sind die Propheten Ezechiel und JohannesOffenbarung des Johannes X, 10. und der Bibliothekar Jorge von Burgos aus Umberto Ecos Der Name der Rose.Umberto Eco: Der Name der Rose. dtv München 1987, S. 610.

Siehe auch Bibliomanie

Literatur

Hans-Walter Schmidt-Hannisa: „Jetzt eß ich das Buch“. Szenarien der Einverleibung von Schrift. In: KulturPoetik. Zeitschrift für kulturgeschichtliche Literaturwissenschaft 3(2) (2003), S. 226–245. Mona Körte: Essbare Lettern, brennendes Buch. Schriftvernichtung in der Literatur der Neuzeit. Wilhelm Fink, München 2011, ISBN 978-3-7705-5214-6.

Einzelnachweise

Kategorie:Buchwesen Kategorie:Kulturgeschichte