Das Zeichen ę ist ein Buchstabe des lateinischen Schriftsystems. Es wird auch e caudata (lateinisch, wörtlich „geschwänztes e“) genannt. Es wird heute regelmäßig als ein e mit Ogonek dargestellt und wird in Unicode als U+0118 Ę bzw. U+0119 ę dargestellt.
Gebrauch Das Zeichen ist aus einer Ligatur der Buchstaben a und e entsanden und ab dem 6. Jahrhundert in lateinischen Handschriften nachweisbar. Im 10. und 11. Jahrhundert wird es immer häufiger anstatt der Ligatur æ für den Diphthong æ verwendet und kann auch anstatt œ und teilweise sogar anstelle des gewöhnlichen e geschrieben werden, weil diese lautlich zusammengefallen waren. Im 12. Jahrhundert wird dann ę zu e vereinfacht, in humanistischen Handschriften kommt ę in teilweise willkürlicher Verwendung wieder häufiger vor.
mini|E caudata in einem flämischen Druck von 1609.Detail eines Scans von: Officium Beatæ Mariæ Virginis, Antwerpen (Officina Plantinina) 1609 „beátę“ steht hier für „beatæ“.
Im Polnischen zeigt es die Nasalierung des e an (Aussprache: [], wie französisch main) ().
Im Litauischen zeigt es ein langes, offenes e an.
In diversen indigenen amerikanischen Sprachen wird das Ogonek allgemein als Nasalierungszeichen für Vokalbuchstaben verwendet, sodass sich Ę/ę auch dort findet.
Darstellung in Computersystemen In HTML kann man das Ę mit Ę bzw. das ę mit ę bilden.
Ähnliches Zeichen in niederdeutschen Orthografien mini|Niederdeutscher Text (Mecklenburgisch-Vorpommersch; Druck um 1910)Detail eines Scans von: Hermann Jahnke, Albert Schwarz (Hrsg.): Fritz Reuters sämtliche Werke in fünfzehn Bänden. Berlin um 1910, Zwölftes Buch, S. 81 mini|Niederdeutscher Text (1998)Wolfgang Lindow, Dieter Möhn, Herrmann Niebaum, Dieter Stellmacher, Hans Taubken, Jan Wirrer: Niederdeutsche Grammatik, Bremen 1998, ISBN 3-7963-0332-3, S. 48 (Detail aus einem Scan von in der um 1998 konzipierten Bremer Schreibung) In verschiedenen im 19. und 20. Jahrhundert entwickelten Orthografien des Niederdeutschen wird es verwendet, um das offene e ([ɛ]) darzustellen, das in älteren Orthografien als „ae“, in heutigen Orthografien zumeist als „ä“ (gelegentlich „ȩ“) geschrieben wird. Es erscheint so in den Lübecker Richtlinien in der Fassung von 1920 und nachfolgend u. a. in den Loccumer Richtlinien von 1973 und der Bremer Schreibung von 1998.Wolfgang Lindow, Dieter Möhn, Herrmann Niebaum, Dieter Stellmacher, Hans Taubken, Jan Wirrer: Niederdeutsche Grammatik, Bremen 1998, ISBN 3-7963-0332-3, S. 32–35, 38–42 Das Zeichen wird hier in einer anderen Gestaltung verwendet: Der Haken setzt senkrecht an der Mitte der Buchstaben-Unterkante an und ist auch nicht in allen Schriftarten fest mit dem Buchstaben verbunden. Diese Form entspricht den seit Anfang des 20. Jahrhunderts in der deutschen Dialektologie gebräuchlichen Lautschriften.Otto Heilig, Philipp Lenz (Hrsg.): Zeitschrift für hochdeutsche Mundarten, I. Band, Heidelberg 1900, Seite 6–7
In Unicode ist diese Form als E/e gefolgt von U+1AB7 darzustellen: E᪷, e᪷.
Siehe auch Weitere besondere Buchstaben in niederdeutschen Orthografien: å, æ bzw. œ
Weblinks
Einzelnachweise
E-caudata E-caudata E-caudata E-caudata Kategorie:Schwedische Sprache