Rıza Kayaalp (* 10. Oktober 1989 in Yozgat) ist ein türkischer Ringer. Er wurde zwischen 2010 und 2026 dreizehnmal Europameister bzw. Europaspielesieger, 2011, 2015, 2017 und 2019 Weltmeister und gewann bei den Olympischen Spielen 2012 eine Bronzemedaille, 2016 die Silbermedaille und 2020 erneut Bronze im griechisch-römischen Stil im Schwergewicht.
Werdegang Rıza Kayaalp begann als Jugendlicher im Jahre 2000 mit dem Ringen. Er gehört dem Sportclub ASKI Ankara an und wird dort von dem ehemaligen Olympiasieger Mehmet Akif Pirim trainiert. Er konzentriert sich dabei ganz auf den griechisch-römischen Stil. Er wiegt bei einer Größe von 1,82 Metern 130 kg und ringt deshalb im Schwergewicht. Zurzeit ist Ringen auch sein Beruf. Er ist auch in deutschen Ringerkreisen gut bekannt, da er u. a. für den SV Germania Weingarten und für den ASV Nendingen in der deutschen Bundesliga auf die Matte ging.
Rıza Kayaalp war schon als Juniorenringer außerordentlich erfolgreich. Zwischen 2005 und 2009 wurde er in den verschiedenen Junioren-Altersgruppen zweimal Weltmeister und dreimal Europameister.
Im Jahre 2008 wurde er als 19-jähriger Nachwuchsringer auch schon bei den Olympischen Spielen in Peking eingesetzt. Er verlor dort aber im Schwergewicht gleich seinen ersten Kampf gegen den Litauer Mindaugas Mizgaitis und musste vorzeitig ausscheiden, weil Mizgaitis den Endkampf nicht erreichte. Er belegte damit nur den 20. Platz.
Der türkische Ringerverband setzte aber auch in den folgenden Jahren auf den jungen Rıza Kayaalp. Bei der Europameisterschaft der Senioren 2009 in Vilnius unterlag er in seinem zweiten Kampf gegen Alexander Anutschin aus Russland und belegte den 10. Platz. Bereits bei der Weltmeisterschaft 2009 in Herning/Dänemark zeigte er sich stark verbessert und gewann dort mit vier Siegen eine WM-Bronzemedaille. Erwähnenswert sind dabei besonders seine Erfolge über Juri Patrikejew aus Armenien und Alexander Anutschin. Gegen den vielfachen Weltmeister und Olympiasieger Mijaín López aus Kuba lieferte er im Halbfinale einen beherzten Kampf, konnte diesen aber nicht gefährden.
2010 konnte Rıza Kayaalp seinen ersten Titelgewinn bei den Senioren feiern. Er wurde in Baku im Schwergewicht Europameister und besiegte auf dem Weg zu diesem Erfolg Iwan Iwanow aus Bulgarien, Dimitri Jawachischwili aus Georgien, Mindaugas Mizgaitis und Radomir Petkovic aus Serbien. Auch bei der Weltmeisterschaft 2010 in Moskau konnte er durchaus überzeugen, wenngleich er dort in seinem zweiten Kampf diesmal gegen Juri Patrikejew unterlag. Mit Siegen über Mihály Deák Bárdos aus Ungarn, Dalal Dharshender aus Indien, Johan Eurén aus Schweden und Dremiel Byers aus den Vereinigten Staaten erkämpfte er sich aber wieder eine WM-Bronzemedaille.
Auch das Jahr 2011 verlief für Rıza Kayaalp mehr als erfolgreich. Er gewann in diesem Jahr drei große internationale Turniere in Istanbul, Minsk und Baku. Bei der Europameisterschaft in Dortmund besiegte er David Lengyel aus der Slowakei, Johan Eurén aus Schweden, Nico Schmidt aus Deutschland und Juri Patrikejew aus Kasachstan. Erst im Finale wurde er vom russischen Olympiasieger Chassan Macharbekowitsch Barojew gestoppt, gegen den er mit 1:2 Runden und 1:3 Punkten unterlag. Bei der Weltmeisterschaft in Istanbul nutzte er vor heimischem Publikum seinen Heimvorteil und wurde mit Siegen über Radhouane Chebbi, Tunesien, Iwan Iwanow, Bulgarien, Mihaly Deak Bardos, Ungarn, Nurmachan Tinalijew aus Kasachstan und im Finale über den vielfachen Weltmeister und Olympiasieger Mijaín López aus Kuba, den er mit 2:0 Runden und 4:0 Punkten besiegte, erstmals Weltmeister bei den Eliteringern.
2012 sicherte sich Rıza Kayaalp in Belgrad wiederum den Europameistertitel. Auf dem Weg dazu besiegte er Juri Patrikejew, Guram Pherselidse, Georgien, Iossif Tschuhaschwili, Belarus, Mihaly Deak Bardos und Cassan Barojew. Bei den Olympischen Spielen in London startete er als Mitfavorit. Er konnte dieser Rolle auch gerecht werden, auch wenn es nicht zum Olympiasieg reichte, weil er im Halbfinale wieder gegen Mijaín López unterlegen war. Im Kampf um eine Bronzemedaille besiegte er dann in der Trostrunde Guram Pherselidse. Vor seiner Niederlage gegen Nunez hatte er Ewgeni Orlow und Dremiel Byers, Vereinigte Staaten, besiegt.
2013 meldete sich Rıza Kayaalp bei der Europameisterschaft in Tiflis in alter Stärke zurück. Er holte sich dort mit Siegen über den plötzlich als Aserbaidschaner auftauchenden Serben Radomir Petkovic, über Iossif Tschuhaschwili, Guram Pherselidse und Ewgeni Orlow einen weiteren Europameistertitel. 2013 siegte er auch noch bei den Mittelmeer-Spielen in Mersin und bei der Universiade in Kasan. Bei der Weltmeisterschaft 2013 in Budapest siegte er über Naveen, Indien, Sergei Andrusik, Russland und Robert Smith aus den Vereinigten Staaten. Dann unterlag er gegen den bis Juli 2013 wegen Dopings gesperrten Amir Ali-Akbari aus dem Iran. Mit einem Sieg über Johan Eurén errang er aber noch eine Bronzemedaille. Da bei der Überprüfung der Dopingprobe von Amir Ali-Akbari festgestellt wurde, dass dieser erneut gedopt war, wurde diesem der Weltmeistertitel 2013 entzogen und Rıza Kayaalp rückte auf den 2. Platz. Durch den Betrug von Amir Ali-Akbari ist das Wettkampfergebnis natürlich fundamental verzerrt worden, denn Rıza Kayaalp hatte deswegen keine Möglichkeit gegen den Esten Heiki Nabi um den Weltmeistertitel zu kämpfen.
Im April 2014 gewann Rıza Kayaalp in Vantaa/Finnland zum fünftenmal in seiner Laufbahn den Europameistertitel. Er besiegte dabei Oleksandr Tschernezkyj, Ukraine, Mindaugas Mizgaitis, Wassili Parschin, Russland und Ljubomir Dimitrow, Bulgarien. Bei allen diesen Kämpfen war sein Sieg ungefährdet. Bei der Weltmeisterschaft 2014, die im September in Taschkent stattfand, besiegte er Bálint Lám, Ungarn, Heiki Nabi, Estland und Ljubomir Dimitrow aus Bulgarien, verlor aber den Endkampf gegen Mijaín López. Damit wurde er in diesem Jahr Vize-Weltmeister.
2015 nahm Rıza Kayaalp im Juni an den 1. Europäischen Spielen in Baku teil. Er kam dort zu Siegen über Bálint Lám, Sergej Semenow aus Russland, Heiki Nabi und Saba Schariati aus Aserbaidschan und belegte den 1. Platz. Bei der Weltmeisterschaft dieses Jahres in Las Vegas überzeugte er wieder. Er besiegte der Reihe nach Iossif Tschuhaschwili, Belarus, Lukas Hörmann, Österreich, Oleksandr Tschernezkyj, Ukraine und Sabah Schariati und stand damit im Finale Mijaín López gegenüber. Dabei gelang es ihm diesen Ausnahmeringer, den er schon einmal bei der Weltmeisterschaft 2011 geschlagen hatte, erneut zu besiegen und damit zum zweiten Mal Weltmeister zu werden.
2016 in Riga wurde Rıza Kayaalp wieder Europameister, unterlag aber im Finale der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro gegen Mijaín López, gewann damit zwar die Silbermedaille, kam aber auch bei seinen dritten Olympischen Spielen nicht zum Olympiasieg.
Im Mai 2017 wurde er in Novi Sad erneut Europameister. Im Finale besiegte er dabei Bálint Lám aus Ungarn. Im August 2017 wurde Rıza Kayaalp in Paris zum dritten Male Weltmeister. Auf dem Weg zu diesem Erfolg besiegte er Mumuinjon Abdullajew aus Usbekistan, Kiril Grischenko aus Belarus, Oscar Pino Hinds, Kuba und Heiki Nabi.
Bei der Europameisterschaft 2018 in Kaspijsk setzte er seine Erfolgsserie fort. Er wurde dort erneut Europameister. Sein Finalsieg über den Russen Witali Schtschur war allerdings mit 2:1 techn. Punkten knapp, aber letztlich ungefährdet. Eine böse Überraschung erlebte Rıza Kayaalp bei der Weltmeisterschaft 2018 in Budapest. Er verlor dort gleich seinen ersten Kampf gegen Heiki Nabi aus Estland nach Punkten. Da Nabi das Finale nicht erreichte, konnte Rıza Kayaalp in der Trostrunde nicht weiterringen und landete abgeschlagen auf dem 15. Platz.
Bei der Europameisterschaft 2019 gewann Rıza Kayaalp seinen neunten Europameistertitel. Bei der Weltmeisterschaft desselben Jahres im kasachischen Nur-Sultan wurde er erneut Weltmeister. Er benötigte dazu fünf Siege. Im Finale schlug er den Kubaner Oscar Pino Hinds nach Punkten.
Im Februar 2020 startete Rıza Kayaalp bei der Europameisterschaft in Rom wohl mit der Absicht, seinen zehnten Europameistertitel zu gewinnen. Nach einem Sieg über Adam Varga, Ungarn, unterlag er aber in seinem nächsten Kampf gegen Mikola Kuchmii aus der Ukraine nach Punkten. Da Kuchmii das Finale nicht erreichte, schied Rıza Kayaalp aus und belegte nur den 7. Platz.
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