Enzo Chaim Sereni (, geboren 17. April 1905 in Rom; gestorben 18. November 1944 im KZ Dachau) war ein italienischer Zionist und einer der Gründer von Givat Brenner. Er war als Pazifist um die friedliche Koexistenz von arabischen und jüdischen Bewohnern Palästinas bemüht. mini|Enzo Sereni mit seiner Familie (1944)

Leben Sereni wuchs in einer assimilierten jüdischen Familie auf. Sein Vater war als Arzt unter anderem für den italienischen König tätig. Nach seinem Examen an der Universität Rom wanderte Sereni mit Frau und Tochter 1927 nach Palästina aus.Tom Segev: 1967: Israels zweite Geburt. [ Hoza’ah Kether, Tel Aviv / Yafo 2005; dt.] Helmut Dierlamm, Hans Freundl und Enrico Heinemann (Übs.). Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2007, ISBN 3-89331-789-9, S. 637 (=Schriftenreihe; Band 635). Zunächst wohnten sie in Rechovot, wo sie sich der Kibbuz- und der Gewerkschaftsbewegung der Histadrut anschlossen. Sie gehörten 1928 zu den Mitgründern des Kibbuz Givat Brenner. In den frühen 1930er Jahren besuchte Sereni Deutschland und andere europäische Länder, um Pioniere für Palästina (Chaluzim) auszubilden.SERENI, ENZO ḤAYYIM auf encyclopedia.com Er gehörte auch der Leitung des Hechaluz in Berlin an.Perez Leshem: Straße zur Rettung 1933–1939. Aus Deutschland vertrieben – bereitet sich jüdische Jugend auf Palästina vor. Verband der Freunde der Histadrut, Tel Aviv 1973, . Das Manuskript des Buches ist aufgeteilt in drei PDF-Dateien downloadbar aus dem Archiv des Hauses der Ghettokämpfer und komplett vom Center for Jewish History aus dem Bestand des Leo Baeck Instituts. Die Hinweise von Leshem auf Sereni finden sich im 1. Teil des dreiteiligen Manuskripts auf den Seiten 15 und 35.

Mit seiner Familie siedelte Sereni Mitte der 1930er Jahre nach New York über, wo sie in einer zionistischen Kommune am Riverside Drive lebten. Von dort kehrten sie nach Givat Brenner zurück.

Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs hatte er sich zu den britischen Streitkräften gemeldet und war nach Einsätzen in Ägypten und dem Irak als Fallschirmspringer der Special Operations Executive (SOE) ausgebildet worden. Am 15. Mai 1944 sprang er im deutsch besetzten Norditalien ab, um einen gemeinsam von der Jewish Agency und der SOE geplanten Einsatz auszuführen. Er wurde jedoch von deutschen Einheiten gefasst und später im KZ Dachau ermordet.Tom Segev: 1967: Israels zweite Geburt. [ Hoza’ah Kether, Tel Aviv / Yafo 2005; dt.] Helmut Dierlamm, Hans Freundl und Enrico Heinemann (Übs.). Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2007, ISBN 3-89331-789-9, S. 637 f. (=Schriftenreihe; Band 635).

Sereni war mit Ada Ascarelli (1905–1998) verheiratet, die 1945 bis 1948 die 38 Alija-Bet-Flüchtlingsschiffe aus Italien organisierte. Gemeinsam hatten sie drei Kinder: Channah (* 1926), Hagar (* 1927) und Daniel (1931–1954). „Im Juli 1954 fand zum Gedenken an Enzo Sereni und andere Fallschirmjäger am Ufer des Sees Genezareth in der Nähe des Kibbuz Maʿagan ein Staatsakt statt. Eine Piper-Maschine, die an einer Luftschau teilnahm, stürzte in die Menge. Unter den Toten waren Daniel Sereni, Enzos und Adas Sohn, und seine Frau.“Tom Segev: 1967: Israels zweite Geburt. [ Hoza’ah Kether, Tel Aviv / Yafo 2005; dt.] Helmut Dierlamm, Hans Freundl und Enrico Heinemann (Übs.). Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2007, ISBN 3-89331-789-9, S. 638 (=Schriftenreihe; Band 635). Auslassungen nicht im Original.

Ehrungen mini|Gedenkstein für Sereni auf dem Herzlberg mini|Jüdische Auswanderer auf der Enzo Sereni im Hafen von Haifa, Januar 1946 Der Kibbuz Netzer Sereni wurde nach ihm benannt. Eine Straße in Haifa trägt seinen Namen. Eine israelische Briefmarke wurde ihm gewidmet. Das 1947 eingeweihte Kulturhaus in Givath Brenner wurde nach Sereni benannt.Dapim vom Dezember 1947 Ein Schiff, das jüdische Auswanderer nach Palästina brachte, wurde nach ihm benannt.

Schriften (Auswahl) Enzo Sereni mit R. E. Ashery: Arabs and Jews in Palestine. Studies in a National and Colonial Problem. Hechalutz Press, New York 1936. Enzo Sereni: (He-Aviv ha-Qadosch: Yomanim, Michtavim, Ma'amarim, Qovez; Der heilige Frühling: Tagebücher, Briefe, Artikel, Sammelband), Am Oved, Tel Aviv 1947 Enzo Sereni: (Meqorot ha-Faschizm ha-Italqi; Wurzeln des italienischen Faschismus). Ha-Qibbuz ha-Me'uchad, Tel Aviv / Yafo 1951 David Bidussa und Maria Grazia Meriggi (Hrsg.): Enzo Sereni ed Emilio Sereni: Politica e utopia. Lettere 1926-1943 (Politik und Utopie: Briefe 1926–1943), La nuova Italia, Florenz 2000.

Literatur Ruth Bondy: The Emissary: a life of Enzo Sereni. Nachwort Golda Meir. Übersetzung aus dem Hebräischen Shlomo Katz. Little / Brown, Boston 1977 Clara Sereni: Il gioco dei regni. Giunti, Florenz 1993 Arno Lustiger: Zum Kampf auf Leben und Tod! Das Buch vom Widerstand der Juden 1933–1945. Köln : Kiepenheuer & Witsch, 1994, ISBN 3-462-02292-X, S. 577f.

Weblinks

Kurzbiografie (englisch) Ada Sereni, bei Jewish Women’s Archive (englisch) Bild der Briefmarke mit dem Konterfei Serenis The Parachutist: Monument to Enzo Sereni, Bildhauerin Daphne Hardy Henrion, bei The Women's Art Collection, Murray Edwards College

Einzelnachweise

Kategorie:Histadrut-Funktionär Kategorie:Autor Kategorie:Person (Zionismus) Kategorie:Person (Special Operations Executive) Kategorie:Fallschirmagent (Zweiter Weltkrieg) Kategorie:Person des jüdischen Widerstands gegen den Nationalsozialismus Kategorie:Opfer des Holocaust Kategorie:Todesopfer im KZ Dachau Kategorie:Italienischer Emigrant in Israel Kategorie:Immigrant in Palästina zur Mandatszeit Kategorie:Italiener Kategorie:Geboren 1905 Kategorie:Gestorben 1944 Kategorie:Mann