Mit dem Begriff System bezeichneten Nationalsozialisten im verächtlichen Sinne die Weimarer RepublikCornelia Schmitz-Berning: Vokabular des Nationalsozialismus. 2., durchges. u. überarb. Auflage. Berlin 2007, ISBN 978-3-11-019549-1, S. 597. und – in Österreich – den austrofaschistischen „Ständestaat“ unter Engelbert Dollfuß und seinem Nachfolger Kurt Schuschnigg.
Abwertend und verächtlich gemeint war Systemzeit ein weitverbreiteter Begriff, mit dem die Nationalsozialisten im Deutschen Reich die Zeitspanne von 1918 bis zur „Machtergreifung“ 1933 beschrieben. In Österreich wiederum wurde der Begriff für die Zeit vom Betätigungsverbot der NSDAP im Juni 1933 bis zum „Anschluss“ 1938 verwendet. Weitere Komposita wie zum Beispiel Systempartei, Systempolitiker, Systembeamter oder Systempresse waren im Sprachgebrauch der Nationalsozialisten gängig.Cornelia Schmitz-Berning: Vokabular des Nationalsozialismus. S. 599.
Verwendung
Im Wahlaufruf der NSDAP vom März 1932 hieß es: Walther Hofer (Hrsg.): Der Nationalsozialismus – Dokumente 1933–1945. Überarb. Neuausgabe, Frankfurt am Main 1982, ISBN 3-596-26084-1, S. 23. Im abwertenden Sinne war der Ausdruck „Systemzeit“ in den 1920er Jahren auch von konservativen und völkischen Kreisen benutzt worden.Wolfgang Benz, Hermann Graml, Hermann Weiß (Hrsg.): Enzyklopädie des Nationalsozialismus. München 1997, ISBN 3-423-33007-4, S. 756. Auch in der Gegenwart wird der Begriff, etwa von der rechtsextremen FPÖ in Österreich, verwendet.
Einzelnachweise
Kategorie:Sprache des Nationalsozialismus