mini|Die Sachpreise des Wettbewerbs
Der Kabarett Kaktus ist Münchens ältester Kleinkunstpreis, der von 1992 bis 2018 bei dem gleichnamigen Festival vom Verein Kultur & Spielraum e. V. vergeben wurde. Das Festival fand seit Ende der 1980er-Jahre bis 2018 jährlich im Kulturzentrum Pasinger Fabrik statt. Der überregional bekannte Preis richtete sich an Gruppen und Solisten bis etwa 35 Jahre, die sich mit ihrem ersten oder zweiten Programm aus den Bereichen Kabarett und Comedy bewerben konnten, sowie an Kabarett-Neulinge.Johanna Birnbaum: , In: Kleine Zeitung vom 12. November 2009Vgl. 20 Jahre Kabarett Kaktus. In: Chronik 2009. In: kabarett-kaktus.de, aufgerufen am 14. September 2010 (PDF-Datei).
Geschichte mini|Der letzte Kabarett Kaktus 2018, Preisträger: Konstantin Korovin und Juri von Stavenhagen mini|Falk Plücker und Nektarios Vlachopoulos, Preisträger 2016 mini|Lisa Catena und Marvin Spencer, Preisträger 2015 mini|Michael Hatzius und Anton Grübener, Preisträger 2010 mini|Nadja Maleh und Matthias Egersdörfer, Preisträger 2007 mini|Zärtlichkeiten mit Freunden und Stefan Betz (rechts), Preisträger 2005 mini|Vince Ebert und Claus von Wagner, Preisträger 2002 Ende der 1980er-Jahre gab es in München immer weniger Auftrittsmöglichkeiten für den Kabarett-Nachwuchs, da die sogenannten Kleinkunstkneipen unter dem Druck der Großbrauereien zurückgingen. Um dennoch den Nachwuchs zu fördern, entwickelten die Kabarettisten Christian Springer, Helmut Schleich und Andreas Rüttenauer, die mit dem 1983 von Springer und Schleich gegründeten Kabarett Fernrohr als Kabaretttrio erfolgreich waren, gemeinsam mit Albert Kapfhammer (vom Verein Kultur & Spielraum e. V.) die Idee für ein regelmäßiges Festival für „junges Kabarett“. Das erste so benannte Kabarett Kaktus-Festival fand 1989 in der ehemaligen Haushaltswarenfabrik der Firma Ritter in München-Pasing statt, wo der Verein Kultur & Spielraum e. V. bereits seit mehreren Jahren Jugend- und Kulturarbeit betrieb und sich als Mitveranstalter anbot. Seither wurde das Kabarettfestival jährlich Mitte/Ende November in den Alten Ritterwerken und seit 1991 in dem dort entstandenen Kultur- und Bürgerzentrum Pasinger Fabrik veranstaltet. auf BR-alpha (Aufgerufen am 14. September 2010.) Später nahmen neben deutschen Teilnehmern auch Teilnehmer aus Österreich, Belgien und der Schweiz teil.
1992 wurde das Festival zum Wettbewerb weiterentwickelt, als Preis wurde seitdem Der Kabarett Kaktus vergeben. Außerdem entstand ein „Kabarett-Newcomer-Austausch“ zwischen den Kabarettszenen in München und in Wien, in dessen Folge oft österreichischer Kabarettnachwuchs in München zu sehen war. Im Gegenzug traten die Preisträger des Münchener Festivals an bekannten Wiener Kabarettbühnen auf, wie am Kabarett Niedermaier, am Jura Soyfer-Theater am Spittelberg oder am Orpheum.
Veranstalter des siebentägigen Wettbewerbsfestivals war der Verein Kultur & Spielraum e. V., Organisatoren waren die Kabarettisten und Initiatoren des Kleinkunstwettbewerbs, Albert Kapfhammer, Helmut Schleich und Christian Springer. Veranstaltet wurde das Festival in Zusammenarbeit mit dem Jugendkulturwerk und dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München.
Seit 1989 nahmen über 350 Künstler bzw. Gruppen am Festival und Wettbewerb teil. Über den „ältesten Münchener Kleinkunstwettbewerb“ wurde regelmäßig in den Medien berichtet und er diente zahlreichen Teilnehmern und Teilnehmerinnen als künstlerisches Sprungbrett. Beim Jubiläum zum zehnjährigen Bestehen 1998 wurde der Festivalabend mit den Preisträgern vom Bayerischen Fernsehen aufgezeichnet und das Hörfunkprogramm Bayern 2 Radiospitzen des Bayerischen Rundfunks berichtete seither regelmäßig über die Preisträger des Kabarett Kaktus. Anlässlich des 20-jährigen Bestehens 2008 wurde im Wettbewerbsfestival ein besonderer „Jubiläumsabend“ von rund einem Dutzend Preisträger der Vorjahre gemeinsam gestaltet.. In: Münchner Wochenanzeiger. 9. Juni 2008, abgerufen am 17. September 2010. Beim 25. Kabarett Kaktus 2013 traten am Jubiläumsabend ebenfalls ehemalige Preisträger auf.
2018 fand der Kabarett Kaktus zum letzten Mal statt, es war der 30. Wettbewerb, am Jubiläumsabend traten wieder etliche ehemalige Preisträger auf.
Wettbewerbsreglement Der Kabarett Kaktus wurde während des Festivals in zwei Kategorien ermittelt: Zum Newcomerabend „Kostproben“ wurden fünf bis sechs Nachwuchskünstler bzw. -gruppen eingeladen, die jeweils 15 Minuten aus ihrem Programm zeigten. Von ihnen konnten sich eine oder zwei Künstler bzw. Gruppen für den Hauptwettbewerb qualifizieren. Er präsentierte an drei Abenden insgesamt neun bis zwölf ausgewählte Teilnehmer mit einem jeweils 30-minütigen Programmausschnitt. Aus dem Hauptwettbewerb wurden von einer Fachjury unter den Festivalteilnehmern zwei Preisträger (1. und 2. Platz) ausgewählt. Der Jury gehörten neben Vertretern des Veranstalters Vertreter der Süddeutschen Zeitung, des Bayerischen Rundfunks, des Bayerischen Fernsehens, der Münchner Lach- und Schießgesellschaft und des Theaters Drehleier an.
Ein Festivalabend war den Preisträgern des Vorjahres gewidmet, an einem weiteren Abend traten Künstler aus Österreich auf. Beim Abschlussabend traten dann die jeweiligen Sieger des Festivals auf. Die neuen Preisträger erhielten als Sachpreise Exemplare der namensgebenden Pflanzen und wurden außerdem belohnt mit jeweils einem Gastspiel im Theater Drehleier in München und bei der Münchner Lach- und Schießgesellschaft.
Preisträger (Auswahl) 1994: 1. Les Derhosn 1995: 1. Michael Altinger & Band; 2. Michaila & MaschenkaOnline-Auszug: München: In: Die andere Welt, Band 7, 1996, S. 27. (Bei Google Bücher; aufgerufen am 15. September 2010.) 1996: 1. Jess Jochimsen; 2. Django Asül 1997: 1. Queens of Spleens; 2. Ingo Börchers 1998: 1. Dick & Kräh; 2. Frederic Hormuth 1999: 1. Tom van Hasselt; 2. 'Männlein' 2000: 1. Karl Gschaider; 2. Jürgen K.W. Timm 2001: 1. Lizzy Aumeier; 2. Verena Unbehaun 2002: 1. Claus von Wagner; 2. Vince Ebert 2003: 1. Walter Seidl Duo; 2. Mathias Tretter 2004: 1. Schwarze Grütze; 2. Götz Frittrang 2005: 1. Zärtlichkeiten mit FreundenChristian Fuchs: „Das zahlen wir aus der Pornokasse“. Bei: Spiegel Online vom 6. September 2006. (Aufgerufen am 15. September 2010.); 2. Stefan Betz 2006: 1. Marc-Uwe Kling18. Kabarett Kaktus 2006. Bei: Jetzt.de vom 7. Dezember 2006. (Aufgerufen am 15. September 2010.); 2. Tobias Mann 2007: 1. Matthias EgersdörferBayern, die 2008 von sich reden machen werden: Matthias Egersdörfer. In: Welt am Sonntag vom 30. Dezember 2007. (Aufgerufen am 15. September 2010.); 2. Nadja Maleh 2008: 1. Mirco Buchwitz; 2. Tilman Birr 2009: 1. Das Geld liegt auf der Fensterbank, Marie bei Bayern 2, Stand 30. November 2009. (Aufgerufen am 14. September 2010.); 2. Maxi Schafroth 2010: 1. Michael Hatzius und Anton Grübener 2011: 1. Paul – Poesie aus Leidenschaft; 2. Timo Wopp 2012: 1. Tom Schildhauer; 2. Olivier Sanrey 2013: 1. Blonder Engel; 2. Michael Elsener 2014: 1. Marcel Kösling; 1. Matthias Ningel (diesmal wurden zwei erste Plätze vergeben) 2015: 1. Lisa Catena; 2. Marvin Spencer 2016: 1. Nektarios Vlachopoulos; 1. Falk Plücker (diesmal wurden zwei erste Plätze vergeben) 2017: 1. Arndt Ulrichsen; 2. Tino Bomelino 2018: 1. Juri von Stavenhagen; 2. Konstantin Korovin
Weblinks Internetpräsenz – Der Kabarett Kaktus auf BR-Online , Bayern 2 vom 3. Dezember 2010
Einzelnachweise
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