mini|Ivan Rebroff (2006) Ivan Rebroff (* 31. Juli 1931 in Berlin als Hans Rolf Rippert; † 27. Februar 2008 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Sänger der Stimmlage Bass, der sich in seinem Repertoire auf osteuropäisches Liedgut (besonders russische Folklore) spezialisierte. Durch Einsatz seiner Falsettstimme hatte er einen Stimmumfang von mehr als vier Oktaven.The Guinness Book of Records 1993.

Leben Rebroff wurde 1931 als Hans Rolf Rippert als Sohn des Ingenieurs Paul Rippert (* 1897 in Bad Liebenwerda) und dessen Ehefrau Luise, geb. Fenske (* 1896 in Bromberg), im Berliner Bezirk Spandau geboren.Matthias Bardong (Hrsg.): Das Lexikon des deutschen Schlagers. 2. Auflage. Schott, Mainz 1993, ISBN 3-7957-8208-2, S. 264–265. Er war der jüngere Bruder des späteren ZDF-Sportreporters Horst Rippert. Zu seinen Vorfahren gibt es verschiedene nicht bestätigte Legenden, wonach die Mutter russischer und der Vater jüdisch-russischer Abstammung war.

Rebroff wuchs in Belzig und in Halle (Saale) auf, Rippert, Hans (Ivan Rebroff). wo er Mitglied im Stadtsingechor war. Später lebte er abwechselnd in Zell-Weierbach, in einem kleinen Jagdschloss in der Nähe von Hunoldstal und auf der griechischen Insel Skopelos.

Rebroff studierte von 1951 bis 1959 als Fulbright-Stipendiat Gesang an der Staatlichen Hochschule für Musik Hamburg. Sein Gesangslehrer Adolf Detel formte ihn zu einem Interpreten osteuropäischen Liedguts. 1958 siegte Rebroff beim Deutschen Hochschulwettbewerb. Danach war er Sänger beim Schwarzmeer Kosaken-Chor und im Ural Kosaken Chor.„Ural Kosaken Chor“: ; Eine Mitgliedschaft beim Don Kosaken Chor Serge Jaroff ist trotz vielfacher dahingehender Angaben zumindest zweifelhaft.offizielle Website von Ivan Rebroff: Biographie. 1960 gewann er beim 9. Internationalen Musikwettbewerb der ARD in München den 1. Preis.„Obwohl die Goldmedaille für die Sänger beim 9. Internationalen Musikwettbewerb nach Deutschland fiel, wurde sie für eine östliche Stimme vergeben: Iwan Rebroff, der sich am Kammermusikabend als betont sensibler Liedersänger dreier Michelangelo-Lieder von Hugo Wolf legitimierte, ist ein Heldenbariton mit schönem Material, dessen Wirkung in den lyrischen Piano-Momenten wie in den Forte-Ausbrüchen gleich eindrucksvoll sind.“ In: Abendzeitung, München, 22. September 1960. 1969 hatte er mit der Single Le temps des fleurs in Frankreich einen Nummer-eins-Hit. In den 1970er Jahren unterstützte er Hans Matthöfer im Wahlkampf in Frankfurt, weil er mit der SPD sympathisierte.Werner Abelshauser: Nach dem Wirtschaftswunder - Der Gewerkschafter, Politiker und Unternehmer Hans Matthöfer, Verlag J.H.W. Dietz Nachf., Bonn 2009, S. 208

Bekannt wurde Rebroff durch die Rolle des Milchmanns Tevje im Musical Anatevka im Théâtre Marigny auf den Pariser Champs-Élysées, wo er über 1400 Vorstellungen gab. Anschließend wirkte er in verschiedenen Tourneeproduktionen und Spielfilmen mit, unter anderem in Der Barbier von Sevilla, Boris Godunow, Der Zigeunerbaron, Wiener Blut und Der Rosenkavalier. Dazu kamen Auftritte in zahlreichen Fernsehsendungen. Er gab Konzerte in Konzertsälen, Kirchen und bei Gala-Veranstaltungen, zuletzt im Dezember 2007 in der Wiener Votivkirche. In Anlehnung an Die drei Tenöre trat Rebroff bisweilen mit Gunther Emmerlich und Günter Wewel als Die drei Bässe auf.

Bei Konzerten, Gala-Veranstaltungen, Tourneen und gelegentlichen Fernsehauftritten in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Skandinavien wurde Rebroff in den Achtzigerjahren vom österreichischen Konzertpianisten Franz Friedl sowie vom in Remscheid ansässigen und von Johannes Schmidt gegründeten Balalaika Ensemble Druschba begleitet.

1985 wurde Rebroff in Anerkennung seiner Leistungen für die Völkerverständigung zwischen Ost und West das Bundesverdienstkreuz verliehen. Er war seit seinem 60. Lebensjahr außerdem Ehrenbürger der griechischen Insel Skopelos.

Rebroff erhielt weltweit 49 Goldene Schallplatten und eine Platin-Schallplatte für zehn Millionen verkaufter Langspielplatten seit 1975.Ivan Rebroff ist tot. In: Süddeutsche Zeitung, 28. Februar 2008. Er starb im Alter von 76 Jahren in Frankfurt am Main an Organversagen und Herzstillstand.Im Alter von 76 Jahren gestorben: Sänger Ivan Rebroff ist tot. In: RP Online. 28. Februar 2008.

Pseudonym Das Pseudonym Rebroff leitet sich von der russischen Übersetzung (rebro) des deutschen Wortes Rippe ab. Ivan ist die russische Form von Johannes oder auch Hans. Passend zu diesem Pseudonym trug Rebroff einen mächtigen Vollbart und bei Veranstaltungen und auf offiziellen Fotos immer eine traditionelle russische Fellmütze und dazu passende Folklorekleidung.

Rechtsstreit gegen die Molkerei Alois Müller Rebroff klagte 1994 erfolgreich gegen die Molkerei Müller wegen der Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte. Die Molkerei hatte in einem Werbespot ein Double eingesetzt, da man Rebroff die verlangte Gage nicht zahlen wollte. Das Oberlandesgericht Karlsruhe gab Rebroff Recht und verurteilte Müller zur nachträglichen Zahlung von Lizenzgebühren in Höhe von 155.000 D-Mark.Peter Weiss: Aus gegebener Veranlassung nochmals: Zur Höhe des Schmerzensgeldes gem. § 15 Abs. 2 AGG. (PDF; 481 kB) In: Zeitschrift für Arbeits- und Antidiskriminierungsrecht. Nr. 1/2009, S. 6.Müller-Milch muß an Rebroff zahlen. In: Lebensmittel Zeitung. 6. Februar 1998.

Diskografie

Studioalben

Weitere Studioalben

Livealben 1968: Live in Concert, Recitals 1968

Kompilationen 1994: Kalinka Malinka: Greatest Hits 1995: The Very Best of Ivan Rebroff, Vol.1 2001: Ivan Rebroff: Seine größten Erfolge 2006: 75 Jahre 2008: Große Erfolge

Singles

Weitere Singles

Videoalben 1968: Live in Concert (DVD)

Hörspiele 1973: Elmar Podlech: Sechs Kapitel aus dem revolutionären Leben des Richard Wagner (als Tischutschak) – Regie: Jörg Franz (HR)

Weblinks

www.Ivan-Rebroff.com Ariane Hoffmann: 31.07.1931 - Geburtstag des Sängers Ivan Rebroff. WDR ZeitZeichen vom 31. Juli 2016 (Podcast, 14:44 min).

Einzelnachweise

Kategorie:Sänger klassischer Musik Kategorie:Bass Kategorie:Musicaldarsteller Kategorie:Komponist (Deutschland) Kategorie:Pseudonym Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande Kategorie:Ehrenbürger in Griechenland Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1931 Kategorie:Gestorben 2008 Kategorie:Mann