Winnen ist der nach Einwohnerzahl kleinste Ortsteil der Stadt Allendorf (Lumda) im mittelhessischen Landkreis Gießen. Der Ort liegt nördlich der Kernstadt und schließt unmittelbar an das im Süden gelegene Nordeck an. Durch den Ort verläuft die Landesstraße 3089.

Geschichte Ortsgeschichte Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Winnen erfolgte unter dem Namen Winden im Jahr 1238 in einer Urkunde des Klosters Arnsburg. In historischen Dokumenten ist der Ort unter folgenden Ortsnamen belegt (in Klammern das Jahr der Erwähnung): Winedun (1150/60), Windin (1265), Wenden (um 1400) und Winden (1577).

Die frühgotische Kirche in Winnen wurde um 1320 vollendet und später mehrmals umgebaut; 1906–1908 wurde das Langschiff auf fast die doppelte Breite erweitert.

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierten zum 31. Dezember 1970 die die bis dahin selbständigen Gemeinden Winnen und Nordeck freiwillig zur neuen Gemeinde Braunstein, die am 1. Januar 1977 durch das Gesetz zur Neugliederung des Dillkreises, der Landkreise Gießen und Wetzlar und der Stadt Gießen in die Stadt Allendorf (Lumda) eingegliedert wurde. Für die Ortsteile Nordeck und Winnen wurde ein gemeinsamer Ortsbezirke gebildet.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Winnen angehört(e):

1526: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, landgräfliches Lehen der Rau von Holzhausen ab 1648 Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Marburg ab 1786: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Treis an der Lumbda ab 1806: Landgrafschaft Hessen-Kassel,Infolge der Rheinbundakte löste sich das Heilige Römische Reich auf. Amt Treis an der Lumbda 1807–1813: Königreich Westphalen,Infolge der Napoleonischen Kriege. Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Ebsdorf ab 1815: Kurfürstentum Hessen, Amt Treis an der Lumbda ab 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis MarburgVerordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S. 73 f.Trennung zwischen Justiz (Assistenzamt Treis des Justizamtes Fronhausen) und Verwaltung. ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Marburg ab 1867: Königreich Preußen,Infolge des Deutschen Krieges. Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Marburg ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,Infolge des Zweiten Weltkriegs. Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg, Gemeinde BraunsteinAm 31. Dezember 1970 wurde aus Nordeck und Winnen die Gemeinde Braunstein gebildet. ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Gießen, Gemeinde Braunstein ab 1977: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Lahn-Dill-Kreis, Stadt AllendorfAm 1. Januar 197z als Ortsbezirk zur Stadt Allendorf (Lumda). ab 1979: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Gießen, Stadt Allendorf (Lumda) ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Landkreis Gießen, Stadt Allendorf (Lunda)

Gerichte seit 1821 Mit Edikt vom 29. Juni 1821 wurden in Kurhessen Verwaltung und Justiz getrennt. Der Kreis Marburg war für die Verwaltung und das Justizamt Fronhausen war als Gericht in erster Instanz für Winnen zuständig. In Treis wurde ein Assistenzamt eingerichtet, das 1831 als eigenständiges Justizamt Treis ausgegliedert wurde und für Winnen zuständig war. Nach der Annexion Kurhessens durch Preußen 1866 wurde durch einen Gebietstausch Treis an das Großherzogtum Hessen abgetreten, Winnen wurde dem Justizamt Marburg zugeteilt, das am 1. September 1867 in Amtsgericht Marburg umbenannt wurde.Verordnung über die Gerichtsverfassung in vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf vom 19. Juni 1867. (PrGS 1867, S. 1085–1094)Verfügung vom 7. August 1867, betreffend die Einrichtung der nach der Allerhöchsten Verordnung vom 19. Juni d. J. in dem vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf, zu bildenden Gerichte () Auch mit dem Inkrafttreten des Gerichtsverfassungsgesetzes von 1879 blieb das Amtsgericht unter seinem Namen bestehen.

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Winnen 360 Einwohner. Darunter waren 6 (1,7 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 57 Einwohner unter 18 Jahren, 168 zwischen 18 und 49, 84 zwischen 50 und 64 und 51 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 150 Haushalten. Davon waren 36 Singlehaushalte, 45 Paare ohne Kinder und 54 Paare mit Kindern, sowie 15 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 18 Haushalten lebten ausschließlich Senioren/-innen und in 111 Haushaltungen lebten keine Senioren/-innen.

Einwohnerentwicklung Quelle: Historisches Ortslexikon • 1500: ca. 9 Hausgesesse • 1577: 13 Hausgesesse • 1681: 7 Hausgesesse • 1747: 20 Hausgesesse • 1838: Familien: 7 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 2 Beisassen

Historische Religionszugehörigkeit Quelle: Historisches Ortslexikon • 1830: 545 evangelische Einwohner • 1861: 192 evangelisch-lutherische Einwohner • 1885: 201 evangelische (= 100 %) Einwohner • 1961: 227 evangelische (= 93,42 %), 10 katholische (= 4,12 %) Einwohner

Historische Erwerbstätigkeit Quelle: Historisches Ortslexikon • 1838: Familien: 28 Ackerbau, 14 Gewerbe, 2 Tagelöhner. • 1961: Erwerbspersonen: 71 Land- und Forstwirtschaft, 31 Produzierendes Gewerbe, 7 Handel und Verkehr, 8 Dienstleistungen und Sonstiges.

Politik Für die Stadtteile Nordeck und Winnen besteht ein gemeinsamer Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Braunstein) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 65,26 %. Alle Kandidaten gehörten der Liste „Wir kümmern uns“ an. Der Ortsbeirat wählte Apalla-Raphael Omokoko zum Ortsvorsteher.

Sehenswürdigkeiten

Literatur

Weblinks

Die Stadt Allendorf (Lumda) und ihre Stadtteile. In: Webauftritt der Stadt Allendorf/Lumda.

Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Gießen Kategorie:Geographie (Allendorf (Lumda)) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Gießen) Kategorie:Gemeindeauflösung 1970