mini|Agnès Soral, Prix Lumières 2014 Agnès Soral (* 8. Juni 1960 in Aix-les-Bains, Savoie, Frankreich; eigentlich Agnès Bonnet de Soral) ist eine schweizerisch-französische Theater- und Filmschauspielerin.
Leben Agnès Soral wurde 1960 in Aix-les-Bains als drittes und letztes Kind eines Schweizer Rechtsberaters und einer französischen Notarschreiberin geboren.Biografie von Agnès Soral auf agnescontact.wix.com Ihr zwei Jahre älterer Bruder ist der rechtsextreme Essayist Alain Soral, von dem sie sich 2014 öffentlich scharf distanzierte.Anthime Verdier: Agnès Soral: „Vous auriez envie de vous appeler Agnès Hitler?“. Le Nouvel Observateur, 16. Januar 2014. Als sie 13 Jahre alt war, zogen sie und ihre Familie nach Grenoble, wo sie das örtliche Konservatorium besuchte. Sie schloss sich der Amateur-Schauspieltruppe Foyer Parmentier an und war unter anderem als Marionettenspielerin tätig. Mit 15 Jahren ging sie nach Paris, wo sie unter anderem als Mannequin und Platzanweiserin im Kino arbeitete und einen Schauspielkurs bei Françoise Le Bail und Georges Wilson besuchte. Sie gab 1976 in Dimítris Kollátos’ Stück Voyage avec la drogue et la mort am Théâtre d’Art et d’Essai ihr Theaterdebüt.
Soral war 1977 in Claude Berris Melodram Aller Anfang macht Spaß (TV: Ein Moment der Verwirrung, Un moment d’égarement) erstmals in einem Kinofilm zu sehen. Sechs Jahre später spielte sie erneut unter der Regie Berris in dessen Filmdrama Am Rande der Nacht (Tchao pantin, 1983). Für ihre Darstellung der jungen Punkerin Lola erhielt sie zwei César-Nominierungen als Beste Nebendarstellerin und Beste Nachwuchsdarstellerin und wurde damit einem breiteren Publikum bekannt.
Im Jahr 1986 trat die 1,78 Meter große Schauspielerin neben Jürgen Prochnow und Senta Berger in Michael Verhoevens Film Killing Cars auf. Für das Filmdrama Fürchten und Lieben arbeitete sie 1988 mit der deutschen Regisseurin Margarethe von Trotta zusammen. In dem starbesetzten Fernsehmehrteiler Katharina die Große (Catherine the Great, 1995) spielte sie als Gräfin Bruce die Vertraute Katharinas II., die von Catherine Zeta-Jones verkörpert wurde. Ein Jahr später gehörte Soral auch zur Besetzung von Volker Schlöndorffs Der Unhold. Auf der Theaterbühne war sie im Laufe der Jahre unter anderem in Stücken von Marguerite Duras (Des journées entières dans les arbres), Tennessee Williams (Die Katze auf dem heißen Blechdach) und Bertolt Brecht (Herr Puntila und sein Knecht Matti) zu sehen.
Soral gab 1998 mit dem Kurzfilm Ça boum ihr Regiedebüt. Im Jahr 2006 nahm sie an der französischen Version von Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! teil, um nach eigenen Angaben auf den Schutz des Regenwalds aufmerksam zu machen. Seit 2007 ist Soral Schirmherrin der Gesellschaft Aquaverde, die sich mit der indigenen Bevölkerung Brasiliens für den Erhalt des Amazonas-Regenwaldes einsetzt.
Filmografie (Auswahl) 1977: Aller Anfang macht Spaß (TV: Ein Moment der Verwirrung) (Un moment d’égarement) 1979: Du träumst ja, mein Lieber! (C’est grand chez toi) 1983: Am Rande der Nacht (Tchao pantin) 1984: Die Teufelshochzeit (Noces de soufre) 1986: Killing Cars 1986: Das Blau der Hölle (Bleu comme l’enfer) 1986: Twist Again in Moskau (Twist again à Moscou) 1986: I Love You 1988: Fürchten und Lieben 1989: Sehnsucht nach Australien (Australia) 1994: Fenster nach Paris (Salades russes) 1994: Im Netz der Leidenschaft (Target of Suspiction) 1994: Bando und der goldene Fußball (Le ballon d’or) 1995: Katharina die Große (Catherine the Great) (TV-Zweiteiler) 1996: Männer und Frauen – Eine Gebrauchsanweisung (Hommes, femmes, mode d’emploi) 1996: Der Unhold 2003: Das starke schwache Geschlecht (Drôle de genre) (TV-Film) 2005: L’antidote 2005: Le courage d’aimer 2006: Vögel des Himmels (Les oiseaux du ciel) 2006: Les brigades du Tigre 2009: Serie in Schwarz (Suite noire) (TV-Reihe, eine Folge) 2011: Die Vier (Les invincibles) (TV-Serie, vier Folgen) 2012: Cassos 2012: Julie Lescaut (TV-Serie, 1 Folge) 2012: Par les épines 2013: Pauvre Richard! 2013: Les petits joueurs 2014: Salaud, on t’aime. 2014: Calomnies 2017: Büro der Legenden (Le Bureau des légendes, TV-Serie, 1 Folge)
Auszeichnungen 1984: Zwei Nominierungen für den César als Beste Nebendarstellerin und als Beste Nachwuchsdarstellerin für Am Rande der Nacht Ende 1990er-Jahre: Chevalier de l’Ordre des Arts et des Lettres
Weblinks
Offizieller Webauftritt von Agnès Soral Biografie auf allocine.fr (französisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Träger des Ordre des Arts et des Lettres Kategorie:Franzose Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1960 Kategorie:Frau