Jesús Cabrera Muñoz Ledo (eigentlich José de Jesús Cabrera Muñoz Ledo; * 20. April 1928 in Apaseo el Grande, Guanajuato; † 22. September 2000 in Mexiko-Stadt) war ein mexikanischer Jurist, Diplomat, Hochschullehrer und Politiker der Partido Revolucionario Institucional (PRI). Er wirkte über vier Jahrzehnte im Servicio Exterior Mexicano, bekleidete mehrere Botschafterposten und vertrat den Bundesstaat Guanajuato als Senator der Republik.
Herkunft und Ausbildung Jesús Cabrera Muñoz Ledo wurde am 20. April 1928 im Municipio Apaseo el Grande im mexikanischen Bundesstaat Guanajuato als Sohn von Jesús Cabrera Velázquez und Margarita Muñoz Ledo Primo geboren. Nach dem Abschluss der Oberstufe in Celaya erwarb er den Grad eines Lizenziaten. Anschließend studierte er an der Faculté de droit de Paris und absolvierte ein Diplom in Internationalen Beziehungen am Institut des Hautes Études Internationales in Paris mit einer Abschlussarbeit über die Grundsätze des internationalen öffentlichen Rechts und die internationalen Organisationen unter dem Titel Los Principios de derecho internacional público y los organismos internacionales. Mit einem Stipendium der Vereinten Nationen spezialisierte er sich in Genf auf die Tätigkeit internationaler Organisationen. Weitere Studien führten ihn in die Vereinigten Staaten.
Laufbahn im Außenministerium und Kulturdiplomatie Am 1. März 1953 trat Cabrera Muñoz Ledo in die Secretaría de Relaciones Exteriores (SRE; Außenministerium Mexikos) ein. Bei seinem Eintritt wurde er zum Leiter der Abteilung für die Sonderorganisationen der Vereinten Nationen, einschließlich der UNESCO, ernannt und arbeitete in dieser Funktion in unmittelbarer Nähe zu Persönlichkeiten wie Jaime Torres Bodet, José Gorostiza, Silvio Zavala, Antonio Castro Leal sowie Agustín Yáñez. Im Verlauf seiner innerstaatlichen Karriere im Außenministerium bekleidete er nacheinander die Posten des Leiters der Abteilung für die Vereinten Nationen, des Stellvertretenden Generaldirektors für Internationale Organisationen, des Generaldirektors für kulturelle Beziehungen sowie des Hauptdirektors für kulturelle Angelegenheiten und internationale technische Zusammenarbeit. Ein diplomatisches Telegramm der Vereinigten Staaten aus dem Jahr 1974 bezeichnet ihn als „Director in Chief, Foreign Secretariat“, und ein Tageskalenderdokument der Gerald R. Ford Presidential Library vom 10. Mai 1975 führt „His Excellency Jesus Cabrera Munoz-Ledo“ als Delegationsmitglied auf.
Cabrera Muñoz Ledo vertrat Mexiko bei zahlreichen Konferenzen im Rahmen der Vereinten Nationen und der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) und war der Ständigen Vertretung Mexikos bei der UNESCO zugeordnet. Im Jahr 1965 fungierte er als stellvertretender Generaldirektor für Internationale Organisationen und Verbindungsbeauftragter Mexikos bei der 11. Tagung der UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (CEPAL) in Mexiko-Stadt. In einer in der Revista de Historia de América publizierten Quelle wird er als Sekretär der Vorbereitungskommission der 6. Generalversammlung des Instituto Panamericano de Geografía e Historia (IPGH) genannt. Im Konferenzjournal der 15. UNESCO-Generalkonferenz wird er als „Director-General of Cultural Relations, Secretariat of Foreign Relations of Mexico“ betitelt.
In Abstimmung mit Miguel Álvarez Acosta wirkte Cabrera Muñoz Ledo an der Errichtung des ersten Instituto Mexicano de Cultura in den Vereinigten Staaten in San Antonio, Texas, mit. Auf dieser Grundlage wurden weitere derartige Einrichtungen in den USA sowie in Spanien, Frankreich und Lateinamerika geschaffen. Im Bereich der Musikförderung benannte er Henryk Szeryng zum Ehrenbotschafter Mexikos bei der UNESCO und betraute Carlos Jiménez Mabarak und Dolores Carrillo Flores mit Aufgaben als Kulturattachés. Ebenso förderte er die Laufbahnen der Musiker Eduardo Mata und Jorge Federico Osorio sowie den Austausch mit Dirigenten und Komponisten wie Luis Herrera de la Fuente und Carlos Prieto. Zusammen mit Juan Rulfo und José López Bermúdez gehörte er einer Mission nach Kolumbien, Peru, Chile, Argentinien und Venezuela an, die den 2. Panamerikanischen Schriftstellerkongress vorbereitete. In Zusammenarbeit mit Celestino Gorostiza, Miguel Álvarez Acosta, Carmen Montejo und Luis Basurto beteiligte er sich am 1. Panamerikanischen Theaterkongress und an der Organisation des Teatro de las Américas. Aus der SRE heraus wirkte er gemeinsam mit Pedro Ramírez Vázquez, Luis Ortiz Macedo und Óscar Urrutia Lazo an der Vorbereitung der Kulturolympiade mit, die die Olympischen Sommerspiele 1968 in Mexiko-Stadt begleitete.
Botschaftertätigkeit Cabrera Muñoz Ledo wurde 1980 zum Botschafter Mexikos in Australien mit Nebenakkreditierung für Neuseeland und Fidschi ernannt. Die New Zealand Gazette Nr. 146, 1980, verzeichnet, dass Jesús Cabrera Muñoz Ledo dem neuseeländischen Außenminister Brian Talboys sein Beglaubigungsschreiben überreichte. 1985 Anschließend war er Botschafter in Costa Rica, wo er die Casa de México und das Instituto Mexicano de Cultura in San José einrichtete. Die costa-ricanische Zeitung La República vom 24. Dezember 1989 erwähnt Cabrera Muñoz Ledo im Zusammenhang mit diplomatischen Äußerungen anlässlich des Besuchs des mexikanischen Präsidenten Carlos Salinas de Gortari in Costa Rica im Oktober desselben Jahres. Von Costa Rica wechselte er als Botschafter nach Brasilien. Ein im Diario Oficial de la Federación (DOF) vom 24. November 1992 veröffentlichtes Dekret nennt ihn „ciudadano embajador“ im Zusammenhang mit der Genehmigung zur Annahme einer ausländischen Auszeichnung. Ein CEPAL-Dokument verzeichnet ihn 1971 als „Presidente de la Delegación“ Mexikos. Als Botschafter in Ägypten war Cabrera Muñoz Ledo mit Sitz in Kairo zugleich bei den Regierungen von Syrien, Jordanien und Sudan nebenakkreditiert. Ein im DOF vom 20. Februar 1976 veröffentlichtes Dekret genehmigte ihm die Annahme einer Auszeichnung der Regierung der Arabischen Republik Ägypten, ein weiteres vom 17. Februar 1976 eine jordanische Auszeichnung. In der Revista Mexicana de Política Exterior erschien 1993 ein von ihm verfasster Beitrag mit dem Titel Egipto: sus perspectivas en Europa y México.
Senatorenamt und Parteitätigkeit Im Jahr 1976 stellte der Partido Revolucionario Institucional (PRI) Cabrera Muñoz Ledo als Kandidaten für den Senat der Republik für den Bundesstaat Guanajuato auf. Er wurde neben Euquerio Guerrero López gewählt. Im Senat bekleidete er den Vorsitz der Kommission für Auswärtige Beziehungen und war Mitglied der Großen Kommission. Er hatte ferner den Vorsitz der Sonderkommission für Beschaffungswesen inne und fungierte als Chefredakteur der Zeitschrift Senado Mexicano. Im Bereich der parlamentarischen Außenbeziehungen war er Sekretär der Mexikanischen Nationalgruppe der Interparlamentarischen Union und vertrat den mexikanischen Kongress bei deren weltweiten Tagungen. In den LII. und LIII. Legislaturen wirkte er als Berater der Großen Kommission der Abgeordnetenkammer. In einer Teilnehmerliste eines Treffens des Komitees der Sozialistischen Internationale für Lateinamerika und die Karibik wird er neben Carlos Flores Vizcarra als Vertreter des PRI geführt.
Persönliches Cabrera Muñoz Ledo lehrte von 1965 bis 1975 am Colegio de México und wirkte als Berater an der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko (UNAM). Er war aktives Mitglied des Seminario de Cultura Mexicana, der Academia Mexicana de Historia y Geografía sowie der Asociación del Servicio Exterior Mexicano. Als Präsident stand er der Fundación Quehacer por Guanajuato vor, einer Vereinigung des bürgerlichen Rechts, die Bildung, Gesundheit, Landwirtschaft, Kultur und Sport im Bundesstaat Guanajuato fördert.
Jesús Cabrera Muñoz Ledo war mit der Lehrerin Muriel del Olmo de Cabrera verheiratet. Aus der Ehe gingen die vier Kinder Pablo, Muriel, Ana Cecilia und Luisa Fernanda hervor. Er verstarb am 22. September 2000 in Mexiko-Stadt.
Auszeichnungen und Ehrungen Im Rahmen seiner diplomatischen Laufbahn erhielt Cabrera Muñoz Ledo zahlreiche ausländische Auszeichnungen, deren Annahme gemäß der mexikanischen Verfassung jeweils eines Genehmigungsdekrets des Kongresses bedurfte. Im Diario Oficial: Órgano del Gobierno Constitucional de los Estados Unidos Mexicanos wurden die Dekrete veröffentlicht.
1968: 75px Großoffizier des Verdienstordens der Italienischen Republik 1969: 75px Großoffizier des Ordens vom Quetzal (Guatemala) 1971: 75px Kommandeur des Leopoldsordens (Belgien) 1974: 75px Großes Verdienstkreuz mit Stern (Deutschland) 1974: 75px Großkreuz des Verdienstordens der Italienischen Republik 1974: 75px Orden der Jugoslawischen Fahne 1. Klasse 1974: 75px Kommandeur der Ehrenlegion (Frankreich) 1974: 75px Großes Silbernes Ehrenzeichen am Bande für Verdienste um die Republik Österreich 1974: 75px Großoffizier des Ordens der Aufgehenden Sonne (Japan) 1974: 75px Großkreuz des Nationalen Ordens vom Kreuz des Südens (Brasilien) 1974: 75px Orden Francisco de Miranda Erster Klasse (Venezuela) 1975: 75px Großkreuz des Ordens von Vasco Núñez de Balboa (Panama) 1976: 75px Großkreuz des Nationalen Verdienstordens (Ecuador) 1976: 75px Großkordon des Ordens der Unabhängigkeit (Jordanien) 1976: 75px Großkordon des Verdienstordens (Ägypten) 1976: 75px Orden Tudor Vladimirescu 1. Klasse (Rumänien) 1979: 75px Komturkreuz des Verdienstordens der Republik Polen 1992: 75px Großoffizier des Ordre national du Mérite (Frankreich)
Veröffentlichungen
Liste der Ämter
Einzelnachweise
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