Die erste Kaiser der Kaiserlichen Marine war eine Panzerfregatte der in England gebauten Kaiser-Klasse. Die vorhandene Segeleinrichtung wurde nach und nach reduziert und schließlich ganz entfernt. Die Kaiser wurde am 25. Januar 1897, wie auch ihr Schwesterschiff Deutschland, zum Großen Kreuzer umklassifiziert und diente 1895 bis 1899 in China.
Baugeschichte Die Kaiser war das Typschiff der von Edward Reed konstruierten Panzerfregatten der Kaiser-Klasse, die von der Werft Samuda Brothers in Cubitt Town bei London gebaut wurden. Diese Panzerfregatten waren schon im Flottenbauplan des Norddeutschen Bundes enthalten. Es handelte sich um ein Kasemattschiff mit Vollschifftakelage, die jedoch bei späteren Umbauten nach und nach reduziert und schließlich ganz entfernt wurde.
Eine Bauvergabe innerhalb des Deutschen Reichs scheiterte, weil die wenigen geeigneten Werften ausgelastet waren und auch Zweifel an den Fähigkeiten der deutschen Zulieferindustrie bestanden. Die Maschine kam von der Firma J. Penn & Sons in Greenwich und übertraf bei ihrer Lieferung die geforderten Leistungen.
Die Probefahrten mit Werftpersonal begannen am 7. Januar 1875 auf der Themse. Dabei wurde die vertraglich vereinbarte Geschwindigkeit von 14 Knoten überschritten. Am 13. Februar wurde das Schiff unter Kapitän zur See Hermann Robert Przewisinski in Dienst gestellt und vom 13. bis 15. Februar nach Wilhelmshaven überführt. Am 23. März stellte man das Schiff wieder außer Dienst, um den Einbau der von der Firma Krupp gelieferten Kanonen vorzunehmen.
Flottendienst Am 19. Mai 1875 erfolgte die erste Indienststellung der Kaiser für das Panzer-Übungsgeschwader. Sie verlegte nach einigen Probefahrten nach Kiel, wo sie am 28. Mai eintraf und am 3. Juni in das Geschwader aufgenommen wurde. Die folgenden Manöver in der Ostsee wurden am 22./23. September für eine vor Kaiser Wilhelm I. stattfindende Flottenrevue auf der Reede von Warnemünde unterbrochen. Der Rückmarsch nach der Auflösung des Geschwaders zum Heimathafen Wilhelmshaven dauerte bei schwerem Wetter acht Tage bis zum 3. Oktober 1875. Während die anderen Panzerschiffe außer Dienst gestellt wurden, blieb die Kaiser als eine Art Wachschiff mit reduzierter Besatzung im Dienst.
1876 kam es wegen Unruhen im Osmanischen ReichAufstand in der Herzegowina, Revolution in Bulgarien, dazu Konflikte innerhalb der osmanischen Regierung. nach dem sogenannten Saloniki-MordIn Saloniki wurden am 6. Mai 1876 der französische Konsul und der deutsche Konsul Abbott ermordet. am 22. Mai zur Entsendung des Panzer-Übungsgeschwaders mit den Panzerfregatten Kaiser als Flaggschiff unter dem bisherigen Chef des Stabes der Admiralität, Konteradmiral Karl Ferdinand Batsch, dem inzwischen in Dienst gestellten Schwesterschiff Deutschland, der Kronprinz und der Friedrich Carl sowie dem Aviso Pommerania ins Mittelmeer. Das Kanonenboot Comet folgte dem Geschwader. Am 30. Mai setzte die Maschine der Deutschland beim Auslaufen aus Plymouth aus; ein Versuch, sie durch die die Kaiser schleppen zu lassen, scheiterte. Das Geschwader marschierte über Gibraltar und Valletta bis zum 25. Juni nach Saloniki, wo die aus Westindien herbeibefohlene Korvette Medusa zum Geschwader trat. Der deutsche Admiral arbeitete mit französischen, russischen, österreichischen und italienischen Schiffen zusammen. Nachdem die Deutschen und Franzosen sie befriedigende Erklärungen der osmanischen Regierung erhalten hatten, wollte die Admiralität das Geschwader abziehen. Das Auswärtige Amt hielt aber eine weitere Präsenz für notwendig. So begann am 23. August nur der Rückmarsch eines Teils des Geschwaders mit der Kaiser, der Deutschland und der Medusa über Syros, Malta, Gibraltar und Plymouth. Am 13. September waren die Schiffe wieder in Wilhelmshaven. Die Kaiser wurde dann gemäß dem Indiensthaltungsplan am 28. September außer Dienst gestellt.
Am 19. Mai 1877 wurde die Kaiser als letztes der Panzerschiffe wieder in Dienst gestellt. Sie verlegte ab dem 1. Juni wieder als Flaggschiff des Konteradmirals Batsch mit dem Panzer-Übungsgeschwaders in das östliche Mittelmeer, wo inzwischen der Russisch-Osmanische Krieg ausgebrochen war. Dem Geschwader gehörten neben den Schwesterschiffen Kaiser und Deutschland erneut die Friedrich Carl und die neue Panzerfregatte Preußen sowie der Aviso Falke an. Dazu kamen die noch im Mittelmeer befindlichen Schiffe mit der Korvette Gazelle, dem Kanonenboot Comet und dem Aviso Pommerania. Der Schwerpunkt der Aktivitäten des Geschwaders lag diesmal vor der Küste Palästinas und in der Ägäis. Besucht wurden vom 1. bis 5. Juli Port Said, Jaffa – von wo der Admiral, sein Stab und Besatzungsteile einen Ausflug nach Jerusalem machten –, vom 30. Juli bis zum 4. August Saloniki und ab dem 13. August und wieder vom 10. bis zum 25. September Piräus. Während eines Sturmes geriet die Kaiser am 6. September vor Syros auf Grund und wurde von der Deutschland freigeschleppt. Die Heimreise ab dem 5. Oktober war durch schlechtes Wetter stark behindert; auf der Höhe von Lissabon ereignete sich ein Beinahe-Zusammenstoß mit einer französischen Dampffregatte. Am 21. Oktober lief die Kaiser wieder in Wilhelmshaven ein. Am 2. November wurde sie gemäß dem Indiensthaltungsplan erneut außer Dienst gestellt.
Erst vom 1. Mai bis zum 27. September 1883 erfolgte die erneute Indienststellung der Kaiser als Flaggschiff des Panzer-Übungsgeschwader unter Konteradmiral Wilhelm von Wickede mit Übungen und Manövern in den Heimatgewässern. Zum Ende wurde sie mit dem Schwesterschiff Deutschland an die Ostseestation in Kiel abgegeben.
Die nächste Indienststellung der Kaiser erfolgte erst nach vier Jahren vom 3. Mai bis zum 21. September 1887, wieder für das Panzer-Übungsgeschwader mit Übungen und Manövern in den Heimatgewässern. Dabei wurden erstmals Torpedoschutznetze an Bord erprobt. Auch war mit dem Prinzen Ludwig zum ersten Mal ein bayrischer Prinz Teilnehmer eines Manövers der Kaiserlichen Flotte. Während der langen Ruhephasen des Schiffes waren die alten Stahlkanonen des Schiffes durch sieben modernere 15-cm-Ringkanonen ausgetauscht und zusätzlich fünf 35-cm-Torpedorohre installiert worden.
Die nächste Dienstphase der Kaiser bei der Flotte reichte vom 8. Mai 1888 bis zum 30. September 1891. Im Mai 1888 vertrat sie das Deutsche Reich bei der Weltausstellung in Barcelona und begleitete Kaiser Wilhelm II. ab dem 14. Juli bei seinen Antrittsbesuchen auf seiner Yacht Hohenzollern in Sankt Petersburg, Stockholm und Kopenhagen. Nach der Indiensthaltungsperiode erfolgte im September 1888 eine Umorganisation der bestehenden Reservedivisionen. Die Kaiser wurde zum Stammschiff der „Reservedivision Ostsee“, das auch im Winter in Dienst blieb, und gleichzeitig zum Wachtschiff in Kiel. Im November brachte sie den Bruder des Kaisers, Korvettenkapitän Prinz Heinrich, als Vertreter des Kaisers nach Kopenhagen zur Teilnahme am Regierungsjubiläum des dänischen Königs Christian IX. 1889 begannen im Mai die üblichen Übungen der Flotte unter der Leitung von Konteradmiral Friedrich von Hollmann auf der Kaiser. Vom 31. Juli zum 10. August begleitete das gesamte Übungsgeschwader Wilhelm II. bei seinem ersten Staatsbesuch in Großbritannien. Am 23. Oktober begann dann eine Mittelmeerreise des Geschwaders, an der neben der Kaiser als Flaggschiff noch ihr Schwesterschiff Deutschland, die Preußen und das Panzerschiff Friedrich der Große sowie der Aviso Wacht teilnahmen. Das Geschwader marschierte über Plymouth und Gibraltar nach Genua und La Spezia, um Kaiser Wilhelm II. nach Athen zur Hochzeit seiner Schwester Sophie mit Kronprinz Konstantin von Griechenland zu begleiten. Der Kaiser selbst machte die Reise auf dem Flaggschiff mit, während seine Gemahlin Auguste Victoria die kaiserliche Yacht Hohenzollern nutzte. In Athen traten noch der Konstantinopel-Stationär Loreley und der Aviso Pfeil zum Geschwader. Das Kaiserpaar besuchte mit der Yacht anschließend noch den osmanischen Sultan Abdülhamid II. in Begleitung der Kaiser, die mit einer besonderen Erlaubnis die Dardanellen passieren durfte. Die anschließende Rückreise wurde in Korfu zum Besuch der österreichischen Kaiserin Elisabeth unterbrochen. Am 12. November verließ das Kaiserpaar die Flotte in Venedig. Das Geschwader besuchte anschließend als erstes deutsches Geschwader noch die österreich-ungarischen Häfen Pola und Fiume. Nach längerem Aufenthalt in der Adria wurde im Januar noch Smyrna besucht und auf der im Februar beginnenden Rückreise wurden weitere offizielle Besuche in Malta, italienischen Häfen, Cádiz und Lissabon durchgeführt, ehe das Geschwader am 22. März 1890 in Wilhelmshaven eintraf.
Das Geschwader unter Konteradmiral Wilhelm Schröder begleitete Wilhelm II., der sich auf dem Flaggschiff Kaiser eingeschifft hatte, ab Ende Juni zu einem Staatsbesuch nach Dänemark zu König Christian IX. und nach Christiania zu König Oskar II. – damals noch König von Schweden und Norwegen – und war im August bei der Übergabe Helgolands an das Deutsche Reich zugegen. Auch machte es ab Oktober 1890 erneut eine Mittelmeerreise. Im November halfen alle anwesenden Schiffe bei der Bekämpfung eines Großfeuers in Alexandria. Im Dezember besuchte der Geschwaderchef mit dem Aviso Pfeil Konstantinopel und wurde mit einem Teil seines Offizierkorps vom Sultan empfangen. Anschließend besuchten die Schiffe etliche osmanische Häfen, darunter erneut Smyrna und Saloniki. Auch wurden wieder italienische und österreichische Häfen angelaufen, ehe Ende März 1891 die Heimreise begann. Anfang April fand in Lissabon noch ein letzter Besuch statt, bei dem die Kaiser vom portugiesischen König Carlos I. besichtigt wurde. Am 18. April 1891 traf das Geschwader wieder in Wilhelmshaven ein. Die Kaiser blieb das Flaggschiff des Übungsgeschwaders, dessen Kommando nun Konteradmiral Koester übernahm. Es bildete die II. Division der Manöverflotte. Während der Manöver liefen die Schwesterschiffe Kaiser und Deutschland auf einer bislang unbekannte Untiefe in der Danziger Bucht auf Grund, konnten aber freigeschleppt werden und an den Manövern bis zum Ende am 18. September teilnehmen. Am 30. September 1891 wurde die Kaiser dann außer Dienst gestellt. Sie sollte in der Kaiserlichen Werft in Wilhelmshaven umgebaut werden.
Auslandskreuzer Nach der Außerdienststellung erhielt die Kaiser in Wilhelmshaven eine neue Kesselanlage und ein 5 cm starkes Panzerdeck und sie wurde umarmiert. Die Segelschiffstakelage wurde einschließlich des hinteren Mastes endgültig entfernt. Die verbliebenen Masten wurden zu Gefechtsmasten umgebaut. Der Umbau zog sich aber länger hin als geplant. Es wurde die Verstärkung der 1894 gebildeten Ostasiatischen Kreuzerdivision zur Durchsetzung der deutschen Interessen befohlen und der Ersatz der alten Korvetten Marie, Alexandrine und Arcona durch modernere Schiffe angeordnet. Daher sollten die Kaiser und der Kreuzer II. Klasse Prinzeß Wilhelm zum 1894 bereits entsandten Kreuzer Irene stoßen.