Die Liste der Gebäude am Harvestehuder Weg umfasst die wesentlichen Baudenkmäler dieser Straße im Bezirk Eimsbüttel, die wegen ihrer Lage an der Alster und ihrer zahlreichen freistehenden Villen der Gründerzeit als „Prachtstraße“ Hamburgs gilt. Zwanzig dieser Häuser stehen unter Denkmalschutz, davon neun Villen und eine Remise aus dem 19. Jahrhundert, sieben Villen vom Anfang des 20. Jahrhunderts und ein Mehrfamilienhaus mitsamt seinen Garagen und Außenanlagen aus den 1970er Jahren.

Liste Haus Baujahr Architekt Beschreibung / Geschichte Abbildung Nr. 1 bis 4 1953/1954 Bürogebäude, Ensemble mit Alte Rabenstraße 1 und 32; erbaut für Vela-Versicherung, spätere Mieter: Deutsche Grammophon, 2010: diverseRalf Lange: Architekturführer Hamburg, Stuttgart 1995, ISBN 3-930698-58-7 auch als google book Vorbesitzer des Geländes: Gärtnerei Johann Heinrich Böckmann, bis 1854Wilhelm Schwarz: But'n Dammdoor. Aus der Vergangenheit des hamburgischen Stadtteiles Harvestehude-Rotherbaum, Hamburg (ohne Datum, um 1930). um 1900: großes Wohnhaus im Tudorstil, zeitweilige Bewohner: F.F. Smith (Millionäre 1912: Rang 211)Rudolf Martin: Jahrbuch des Vermögens und Einkommens der Millionäre in den drei Hansestädten, Berlin 1912, Johann Rudolf Warburg ErbenWerner Skrentny (Hrsg.): Hamburg zu Fuß. 20 Stadtteilrundgänge, Neu bearbeitete Auflage Hamburg 1992, Hermann LauberArno Herzig (Hrsg.): Die Juden in Hamburg von 1590 bis 1990. Wissenschaftliche Beiträge der Universität Hamburg zur Ausstellung Vierhundert Jahre Juden in Hamburg, Hamburg 1991, S. 424, Bernhard LevisohnNS-Zeit: Kriegsmarine, im Krieg zerstört (PDF; 2,7 MB) vom 2. April 1953, abgerufen am 1. Oktober 2010 100px Nr. 5 / 6Slomanburg 1848 /J. Brekelbaum Doppelvilla, seit 1972 unter Denkmalschutz erbaut für Robert Miles Sloman (Nr. 5) und Ascan Wilhelm Lutteroth (Nr. 6) auf dem Grundstück der Gärtnerei Böckmann zeitweilige Bewohner in Nr. 5: nach 1900: Louis Des ArtsGenealogie der Familie Des Arts (Millionäre 1912: Rang 416) und Ad.Th. Des Arts (Millionäre 1912: Rang 418) in Nr. 6: nach 1900: Martin Anton Popert (Millionäre 1912: Rang 201); nach 1945: Familie Herz 100px Nr. 7 / 7a 1970 Mehrfunktionshaus; Wohnungen, Chilenisches Konsulat Vorbesitzer Nr. 7: 1852 Sthamersches Landhaus (Wilhelm Sthamer); Villen-Neubau 1883 für R.M. Sloman jun., ab 1890 Stefani Brödermann, geb. Sloman (Millionäre 1912: Rang 165) Nr. 7a: um 1850 Doormann Erben, Villa erbaut 1879, von 1887 bis 1921: Johannes Lühmann, Kapitän und KaufmannEberhard von Wiese: Hier ist das Paradies. Schicksale am Harvestehuder Weg; in: derselbe: Hamburg. Menschen – Schicksale, Frankfurt 1967 1921–1964: Oberfinanzdirektion; anschließend Abriss und Neubau 100px Nr. 7b 1879 VillaHermann Hipp: Harvestehude – Rotherbaum. Arbeitshefte zur Denkmalpflege in Hamburg Nr. 3. Hans Christians Verlag, Hamburg 1976 Vorbesitzer um 1850: Doormanns Erben; Villa erbaut für Sally HorschitzGenealogie Familie Horschitz, ab 1890 Preußische Gesandtschaft 1921–1945: Oberfinanzdirektion später Bundesnachrichtendienst, heute Michael Stich Stiftung 100px Nr. 8Villa Horschitz 1872 VillaHamburger Abendblatt vom 1. Juli 2006 Vorbesitzer um 1850: Doormanns Erben; erbaut für Sally Horschitz, Weiterverkauf 1879; ab 1912: Preußische Gesandtschaft 1921–1945: Oberfinanzdirektion nach 1945: Akademie für Publizistik; seit 2000 mehrfacher Besitzerwechsel 100px Nr. 8aVilla Laeisz 1906/1907 Villa, seit 2006 Sal. Oppenheim (PDF; 55 kB) Vorbesitzer: 1870 Carl Laeisz kaufte das Grundstück, Bau der Villa für Sophie LaeiszCarl und Sophie Laeisz, Volltext Universitätsbibliothek Hamburg (PDF; 918 kB); 1911: Erich Laeisz (Millionäre 1912: Rang 6) ab 1912: Hermann Fölsch NS-Zeit: ab 1934 SS-Oberabschnitt Nord-West / SS-Gruppenführung ab 1945: Lager für britische Truppen, 1952–2006 Britisches GeneralkonsulatMichael Ahrens: Das britische Generalkonsulat am Harvestehuder Weg, Hamburg 2003 100px Nr. 8b Villa zwischenzeitliche Bewohner: Emil Oppenheim (Millionäre 1912: Rang 227) nach 1945: Herr Petersen; Kupferberg & Co. 100px Nr. 9 Villa Vorbesitzer um 1850: Christian Krüger mit einem Landhaus, ab 1859: Julius Ernst Becker ab 1900: Frau A. Ecker, I. Fricke (Millionär 1912: Rang 227) nach 1948: John Jahr senior und Axel Springer Redaktion der Zeitschrift Constanze 100px Nr. 10 1964 Hochschule für Musik und TheaterHochschule für Musik und Theater – Geschichte, abgerufen am 1. Oktober 2010 Vorbesitzer um 1850: H.A. Hellmrich mit einem Landhaus ab 1910: Villa Blohm I, erbaut für Hermann Blohm (Millionäre 1912: Rang 92) NS-Zeit: ab 1935 von Karl Kaufmann für die Reichsstatthalterei übernommen 1945 von den Briten beschlagnahmt, Unterbringung der Gerichtsmedizin; Abriss und Neubau für Musikhochschule 1964 100px Nr. 11 1960 Hochschule für Musik und Theater Vorbesitzer um 1850: S. Albrecht mit einem Landhaus, Villenbau 1872 weitere Bewohner: um 1911 S. Löwenstein (Millionäre 1912: Rang 229) Kurt Clavier bis 1938, wurde zwangsenteignetFrank Bajohr: Arisierung in Hamburg, S. 271 f., 293 f. ab 1938 von Karl Kaufmann für die Reichsstatthalterei übernommen 1945 beschlagnahmt; Abriss und Neubau für Musikhochschule 1960 Nr. 12Budge-Palais 1884 Hochschule für Musik und Theater Vorbesitzer des Gartengrundstücks: Robert S. Sloman sen. Villa erbaut für Ivan Gans; weitere Bewohner: Hirsch Berend Oppenheimer Umbau: 1900/1913 für Henry und Emma Budge (Millionäre 1912: Rang 339), unter Missachtung des Testaments Emma Budge ab 1937: Karl Kaufmann, ReichsstatthaltereiHamburger Abendblatt vom 13. Juli 2002: Späte Geste für Emma Budges Erben, abgerufen am 18. Januar 2011; die letzten Bewohner des Budge-Palais waren Siegfried und Ella Budge, Erben von Emma Budge. Sie wurden vertrieben und ermordet.hagalil.com 1945–1955 Britische Besatzungsbehörde, 1956 Umbau zur Musikhochschule 100px Nr. 13Villa Beit 1890/1891 Villa Vorbesitzer des Gartengrundstück um 1850: J.F.C. Refardt (Senator) Villa erbaut für Johanna Beit, (Frau I. Beit), (Millionäre 1912: Rang 94) NS-Zeit: Wohnsitz von Angestellten der Reichsstatthalterei 1945 beschlagnahmt; 1952: Olympic Maritim (Aristoteles Onassis), Umbau durch Cäsar Pinnau; seit 1993/1994 unter Denkmalschutz 100px Nr. 14 / 15Villa Behrens 1896/1899 Villa; Jil Sander Collection GmbH Vorbesitzer Nr. 14: 1845: Frau von Heß, geb. Hudtwalcker mit einem Landhaus, Architekt Alexis de Chateauneuf; weitere Besitzer: Familie Jaffé und Paul Albrecht Nr. 15: G.F. Michahelles, später Kunhardt 1896/1899 Umbau und Zusammenbau der Häuser Nr. 14 und 15 für Eduard L. Behrens jun.; 1911: George Behrens (Millionäre 1912: Rang 99) NS-Zeit: Zwangsverkauf; ab 1939 Wehrmacht, 1945 beschlagnahmt, britische Offiziersmesse, 1967 Oberfinanzpräsident 100px Nr. 16 1960Mehrfamilienhaus Vorbesitzer um 1850: Frau Syndikus von Sienen, geb. Amsinck, später: Cipriano Francisco Gaedechens weitere Bewohner 1911: S. Klemperer (Millionäre 1912: Rang 230); Pulverman; Leisler-Kiep NS-Zeit: Verband Deutscher Reeder, 1943 zerstört 100px Nr. 17 1928 Mehrfamilienhaus Erstbesitzer: Voigt-Nachlass, Alice Donner 100px Nr. 18Bürohaus, u. a. Sitz des Container-Leasing-Unternehmens von Ian Karan Erstbesitzer vor 1800: Senator Nikolais Bernhard Eybe: Landhaus erbaut 1795/96 (auch auf Grundstück Nr. 19), Architekt: Johann August Arens; 1813 zerstört, Wiederaufbau; weitere Bewohner: E. Abendroth, T. de la Camp, P.W. Gastedt nach 1900 parzelliert in Nr. 18 und 19; Bewohner 1911: Tonio Riedemann (Millionäre 1912: Rang 52) ab 1930: Neubau für Farbwerke Hoechst AG 100px Nr. 19Villa Blohm II 1925Mehrfamilienvilla, Erschließung über Pöseldorfer Weg Erstbesitzer: wie Nr. 18 bis zur Parzellierung um 1900; Bewohner 1911: Gerhard Bruns, Teilhaber von Goßmann & Jürgens, Bildungsmäzen, (Millionäre 1912: Rang 338) 1925: Neubau für Rudolf Blohm 1945 Beschlagnahmung durch Britisches Militär, Umwandlung in ein Mehrfamilienhaus, Bewohner waren u. a. Gustaf Gründgens, Oscar Fritz Schuh, der Waffenhändler Bruno Spiro (Fa. Benny Spiro), Hildegard Knef und Vicky Leandros 100px Nr. 20 1953RiedbergerBüro- und Repräsentationshaus Vorbesitzer: 1802 Landhaus für Paul Amsinck, Architekt Johann August Arens, 1813 zerstört; ab 1840 Landhaus Johannes Amsinck Villen-Neubau 1885, Architekt Martin Haller, für Martin Garlieb Amsinck ab 1905: Max Predöhl (Schwiegersohn v. M.G. Amsinck, Bürgermeister)Vaterländische Kundgebung vor dem Haus am 30. Juli 1914 S. 72, (Millionäre 1912: Rang 337) 1943 kriegszerstört, 1953 Neubau einer klassizistischen Villa für das Französische Konsulat 100pxNr. 211967Bürogebäude, Zugang über Alsterchaussee Vorbesitzer um 1850: Major Pluns mit einem LandhausMajor Heinrich August Pluns (1788–1875; Ritter des Heiligen Wladimir; Bürgermilitär-Commissar & Hauptmann der Hanseatischen Legion, vgl. O. Pluns, Major Pluns: Ein Lebensbild, Hamburg, 1913; s. a. Familiengrab zu Ohlsdorf sowie die Abb. des Landhauses in: Ruths, Johann Georg Valentin, Panorama der Landhäuser an der Alster bis nach Harvestehude Hamburg, Fuchs, 1850).; Villa erbaut um 1890, zwischenzeitliche Eigentümer: Metzendorf, Witwe Hell geb. Lutteroth 1911: Umbau: „Palazzo Prozzi“, für Eduard Alexander (Millionäre 1912: Rang 336); spätere Besitzer: von Schröder (Bankier) / Mary von Schröder ab 1935: Luftwaffenstab; im Krieg schwer beschädigt nach 1945: Royal Air Force, jugoslawisches Konsulat, Neubau 1967 für die Hamburg-Bremer Feuerkasse, heute Zertus GmbH 100px Nr. 22 1901/1902Villa, seit 1989 unter Denkmalschutz Vorbesitzer um 1850: Landhaus Frau Witwe (Otto Julius) Bergeest, später Studt erbaut für Frau P. Rauers ab ca. 1990 Wolfgang Joop, Joop! GmbH, seit dem 1. Januar 2013 neu vermietet an die BAV.Haus AGhttp://www.mopo.de/promi---show/hier-lebte-einst-wolfgang-joop-harvestehuder-weg--der-luxustempel-des-modezaren,5067148,21623266.html100px Nr. 22aBüro- und Wohnhaus, Eingang über Alsterchaussee Vorbesitzer 1911: A. Laspe (Millionäre 1912: Rang 232); um 1930: Karstadt AGSkrentny S. 235 nach 1945 von den Engländern belegt, anschließend Ernst Leitz KG100pxNr. 23Bürohaus, Anbau an Nr. 22a Vorbesitzer um 1850: Johann Lackmann mit einem Landhaus weitere Eigentümer: Johannes Robinow, Kaufmann, der Bruder von Hermann Robinow; 1911: W. Rackwitz (Millionäre 1912: Rang 530); 1930 Wilhelm Huth, Vorstand der Vereinsbank NS-Zeit: schwere Kriegsschäden Nachkriegszeit: Naturschutzamt, Seeamt, Vogelschutz 100pxNr. 24 1879Villa, Mehrfamilienhaus und Büros Erstbesitzer um 1850 mit einem Landhaus Ernst Albers (Oberalter) Bau der Villa 1879; zwischenzeitliche Besitzer: Nicolaus Hudtwalcker, Max Meyer, Alfred Calmon um 1911: Klügmann (hanseatischer Gesandter) (Millionäre 1912: Rang 529) 100pxNr. 25Baustelle, Bauprojekt zwei Mehrfamilienvillen mit 63 Eigentumswohnungen (vivacon) Vorbesitzer ab 1867: Eduard L. Behrens sen., dem Vater von Theodor Behrens, Gartenhaus zwischenzeitliche Besitzer: 1907–1914: Carlo Thomsen (Millionäre 1912: Rang 232), G. Diedlerichsen / Fa. Wille, 1914–1918 Charly Michahelles 1939–1966: DRK Zentrale 1967 Neubau, Architekt Böhringer, für die Gerling Vertrieb Deutschland GmbH (zusammen mit Nr. 26) 2010 abgerissen, NeubauNr. 26 Baustelle, wie Nr. 25 Vorbesitzer um 1850: Landhaus H.C.R.T. Krogmann weitere Besitzer: Otto Krogmann ab 1911 (Millionäre 1912: Rang 41)Nr. 27 1966Mehrfamilienhäuser Vorbesitzer: 1819 Schwieger, 1830 Weiterverkauf an Ami de Chapeaurouge (Senator), Landhaus von Alexis de Chateauneuf (abgebrochen 1900 ?); 1890/1891 errichtete der Gold- und Diamantenmagnat Alfred Beit in einer parkartigen Anlage – die bis zum Harvestehuder Weg reichte – eine Villa mit Hauptzugang am Mittelweg 113 für seine Mutter Laura Beit, die dort bis 1918 lebte.