Heinz Coubier, eigentlich Heinz Kuhbier, weiteres Pseudonym Henri Legendre (* 25. Mai 1905 in Duisburg; † 1. August 1993 in Ebenhausen bei München), war ein deutscher Theaterregisseur und Schriftsteller. Er verband das Unterhaltsame mit Sozialkritik. Seinen wahrscheinlich größten Erfolg erzielte er mit der geistreichen Komödie Aimée oder Der gesunde Menschenverstand von 1938, die bis in die Gegenwart zur Aufführung kommt.Die in Nordfrankreich 1972 angesiedelte Handlung kreist um Liebe und Revolution. Inszenierungen fanden auch nach dem Krieg wieder statt, beispielsweise 1949 Junge Bühne Hamburg durch Dietrich Haugk, 1965 Landestheater Salzburg durch Klaus Maria Brandauer. Das Stück überlebte auch als Fernsehspiel, 1961 und . Coubier war ab 1935 mit der jüdischstämmigen Schriftstellerin Marianne Langewiesche verheiratet und unterlag während der Zeit des Nationalsozialismus zumindest teilweise einem Berufsverbot.Nach Koenig-Warthausen untersagten ihm die nationalsozialistischen Behörden zwar das Inszenieren; durch „gute Beziehungen“ habe er sich aber schließlich eine Schreiblizenz besorgen und während des Krieges einige Bücher veröffentlichen können. Siehe dazu Immerhin wurden auch noch Stücke von ihm gespielt, siehe die Uraufführung von Hundert Millionen Dollars 1940

Leben Heinz Coubier, Sohn von Edith Coubier, geborener Weber, und des Unternehmers und Direktors Max Coubier, studierte Kunstgeschichte und Theater- und Literaturwissenschaft in München, Berlin, Köln und Freiburg im Breisgau. Er war danach als Regisseur und Dramaturg in Gladbach-Rheydt, Regensburg, Köln und Berlin tätig, ab 1931 als Regisseur in Berlin. 1935 erhielt er Berufsverbot. Im selben Jahr heiratete er Marianne Langewiesche. Bis zum Kriegsende konnte er als freiberuflicher Schriftsteller tätig sein; anschließend arbeitet er wieder als Regisseur.

Ab 1957 lebte er mit seiner Frau in Ebenhausen im Isartal bei München. Er schrieb viel für den Bayerischen Rundfunk, veröffentlichte aber auch weiterhin Dramen, Erzählungen und Essays, beispielsweise für die Monatszeitschrift Merkur. Für Filmvorhaben lieferte er mehrfach Vorlagen oder Drehbücher. Zudem übersetzte er aus dem Englischen, Französischen und Italienischen.

Der Komponist Hans Chemin-Petit verfasste auf der Grundlage von Coubiers „Francisquita“ das Textbuch zu seiner Oper „Die Komödiantin“, die am 17. Juni 1970 am Landestheater Coburg unter der Leitung von Hellmut Pape uraufgeführt wurde.

1975 erhielt er den Tukan-Preis der Stadt München.

Werke Aimée oder Der gesunde Menschenverstand, Komödie, Leipzig 1938 (Uraufführung 1938 in Bremen) Die Schiffe brennen!, Schauspiel, Leipzig 1938 Ivar Kreuger, Tragödie, Leipzig (Verlag Dietzmann) 1939 Hundert Millionen Dollars, Komödie, Leipzig 1940 (UA Schauspielhaus Bremen 1940) Die Nacht in San Raffaele, Roman, München 1940 Piratenkomödie, Leipzig 1941 Mohammed, Leipzig 1945 Francisquita oder Die Weltgeschichte, München 1946 So leben wir, München 1946 Ein Kommandant meutert, München 1953 (Uraufführung 1953 in Berlin) Fräulein Blaubart, Wien 1955 Penelope oder Die Lorbeermaske, Komödie, München 1957 (Uraufführung 1957 in Celle) Belle-Mère oder Lob der Schwiegermutter, München 1958 (unter dem Namen Henri Legendre) Der falsche Zar, Historischer Roman, Köln 1959Ein polnischer Mönch tritt an die Stelle eines ermordeten Prinzen und bringt es so zum russischen Zaren Ein Kommandant, Schauspiel, Weinheim/Bergstraße 1959 Was tun mit diesem Cäsar, München 1983 Europäische Stadt-Plätze: Genius und Geschichte, Köln 1985 Gesang der Raben, Drama, ?Verriss in der Zeit 1962, abgerufen am 5. Mai 2011. Einige Kennzeichnungen: „sentenzenreiche Zivilisationskritik“, „Sammelsurium von Schlagwörtern“ „erschreckend langweilig“

Herausgeberschaft Menschen am Wasser, Berlin 1936 (herausgegeben unter dem Namen Heinz Kuhbier) mit Marianne Langewiesche: Psalter und Harfe. Lyrik der Christenheit, Ebenhausen bei München 1955

Übersetzungen Jean Giraudoux: Die Gracchen, München 1950 Franciscus Assisias: Blümlein vom Heiligen Franziskus, Ebenhausen bei München 1955 Umberto Morucchio: Der schönste Tag, München 1959 Benn Wolfe Levy: Der Raub des Gürtels, München 1960 Christopher Logue: Antigone, München 1961 Christopher Logue: Der Fall Cob und Leach, München 1961 Morris L. West: Tochter des Schweigens, München 1962 Brigid Brophy: Der Einbrecher, München 1967 Jean Canolle: Die Florentinerin, München 1967

Filmografie Vorlage 1949: Nach Regen scheint Sonne Drehbuch 1953: Arlette erobert Paris

Literatur Coubier, Heinz. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 196.

Weblinks Literatur von und über Heinz Courbier in der Deutschen Nationalbibliothek

Eine Oper nach Coubier, UA 1970, abgerufen am 5. Mai 2011

Anmerkungen

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