Rohan Machanda Bopanna [] (* 4. März 1980 in Bangalore) ist ein ehemaliger indischer Tennisspieler.
Er gewann im Verlauf seiner Karriere 26 Turniere im Doppel und erreichte in der Weltrangliste seine beste Platzierung mit dem ersten Rang, den er erstmals am 29. Januar 2024 im Alter von 43 Jahren innehatte und damit einen Altersrekord aufstellte. Zu seinen Titeln gehören der Gewinn der Australian Open 2024 mit Matthew Ebden und fünf der Masters-Kategorie. Darüber hinaus stand er 2010 mit Aisam-ul-Haq Qureshi im Endspiel der US Open sowie 2012 und 2015 im Finale der ATP Finals. Mit Gabriela Dabrowski gewann er 2017 die Mixed-Konkurrenz der French Open. Zweimal nahm er an Olympischen Spielen teil und gewann im Doppel eine Goldmedaille bei den Asienspielen 2018. Von 2002 bis 2023 spielte er für Indien im Davis Cup.
Leben und Karriere Persönliches Sein Vater war ein Kaffeeanbauer und auch Bopanna selbst besitzt eine eigene Kaffeeplantage inklusive eigener Kaffeemarke. Anfang 2011 lernte er die Psychologin Supriya Annaiah kennen, die er schließlich im November 2012 heiratete. Mitte 2019 wurde ihre gemeinsame Tochter geboren.
Er betreibt in Bengaluru eine Tennisakademie und besitzt außerdem eine Fitnesscenterkette.
Bis 2006: Jugend und die ersten Profi-Jahre Rohann Bopanna begann im Alter von elf Jahren mit dem Tennisspielen. Auf Wunsch seines Vaters sollte er statt der in Indien populären Mannschaftssportarten Cricket und Hockey lieber eine Einzelsportart ausüben.
Schon als Jugendlicher zeigte sich, dass Bopannas Stärken vor allem im Doppel lagen: Mit wechselnden Partnern konnte er 1997 und 1998 mehrere Turniere gewinnen. 1999 wechselte er dann in den Erwachsenenbereich, und spielte anfangs insbesondere auf der drittklassigen ITF Future Tour. 2001 erreichte er im Einzel zwei Future-Finals und im Doppel ebenfalls ein Future-Finale, und stieg in beiden Kategorien der Weltrangliste in die Top 600 ein.
Das Jahr 2002 begann mit Bopannas ATP-Debüt in Chennai, wo er zusammen mit Carlos Cuadrado eine Wildcard bekam. Sie schieden jedoch in der ersten Runde aus. Im weiteren Jahresverlauf konnte Bopanna zwei Future-Einzeltitel sowie vier Future-Doppeltitel gewinnen, die meisten davon zusammen mit Vijay Kannan. Zudem gab er im September 2002 gegen Australien sein Debüt für die indische Davis-Cup-Mannschaft, konnte die 0:5-Niederlage jedoch nicht verhindern. Bei den Asienspielen schied Bopanna im Einzel im Achtelfinale aus und erreichte mit der Mannschaft das Viertelfinale. Zu Beginn des Jahres 2003 bekam Rohan Bopanna eine Wildcard fürs Einzel-Hauptfeld in Chennai, er verlor jedoch in der ersten Runde gegen Željko Krajan. Im März 2003 erreichte er zusammen mit Fred Hemmes in Ho-Chi-Minh-Stadt sein erstes Finale auf der zweitklassigen ATP Challenger Tour. Im Juli 2003 spielte Bopanna erstmals zusammen mit dem Pakistaner Aisam-ul-Haq Qureshi, mit dem er in Denver seinen ersten Challenger-Titel gewann. Die Partnerschaft währte vorerst nur für drei Turniere, sollte jedoch später erfolgreich fortgesetzt werden. Im Einzel konnte Bopanna im August 2003 seinen dritten Future-Titel gewinnen; bei Challenger-Turnieren kam er in diesem Jahr nie über die zweite Runde hinaus. Das Jahr 2004 verlief für Bopanna weniger erfolgreich: Er konnte nur einen Future-Titel im Doppel gewinnen (mit Mustafa Ghouse) und musste dann von Juli 2004 bis März 2005 aufgrund einer Schulteroperation komplett pausieren. Das Comeback-Jahr 2005 war wiederum erfolgreicher, mit je einem Future-Titel sowohl im Einzel als auch im Doppel. Nach einer Halbfinalteilnahme beim Challenger-Turnier von Buxoro erreichte Bopanna zum Jahresende mit Platz 266 seine bis dahin beste Einzelplatzierung. Im Doppel verbesserte er sich von Rang 671 zu Jahresbeginn auf Rang 277 zum Jahresende.
2006–2009: Erste Finalteilnahmen und Titelerfolge Im Januar 2006 konnte sich Bopanna für das ATP-Turnier von Chennai qualifizieren und konnte in der ersten Runde gegen den Top-100-Spieler Cyril Saulnier seinen ersten ATP-Sieg feiern, bevor er in der zweiten Runde gegen Gilles Müller ausschied. Im Doppel bekam er mit seinem Landsmann Prakash Amritraj eine Wildcard und erreichte das Finale. Im weiteren Jahresverlauf erreichte die beiden zwei Challenger-Finals, von denen sie eines in Aptos gewinnen konnten. Nach einem weiteren ATP-Finale in Mumbai mit Mustafa Ghouse sowie einem Challenger-Finale an der Seite von Aisam-ul-Haq Qureshi erreichte Bopanna in der Doppel-Weltrangliste Platz 107. Im Einzel versuchte Bopanna in diesem Jahr erstmals, sich für Grand-Slam-Turniere zu qualifizieren, kam jedoch nie über die zweite Qualifikationsrunde hinaus. Dafür schaffte er aber die Qualifikation beim ATP-Turnier von Halle, wo er in der ersten Runde gegen den Weltranglistenersten Roger Federer in zwei knappen Sätzen verlor. In Buchara erreichte er als Qualifikant erstmals ein Challenger-Finale, verlor jedoch gegen Janko Tipsarević. Zum Ende des Jahres nahm Bopanna an den Asienspielen teil. Im Einzel schied er bereits in der ersten Runde aus, erreichte dafür aber mit Mustafa Ghouse im Doppel das Viertelfinale. Im Mannschaftswettbewerb unterlag Indien zum Auftakt gegen Chinesisch Taipeh aus. Zu Beginn des Jahres 2007 trat Bopanna zusammen mit Sania Mirza beim Hopman Cup an. Sie konnten alle drei Doppel gewinnen, Bopanna verlor jedoch alle drei Einzel, so dass Indien letztendlich mit Platz zwei in der Vorrunde das Finale verpasste. Im Juli 2007 startete Bopanna eine Erfolgsserie: Zunächst gewann er in Dublin gegen Martin Pedersen seinen ersten Challenger-Titel im Einzel; zudem gewann er mit Adam Feeney auch die Doppelkonkurrenz. Zwei Wochen später erreichte er in Manchester das Halbfinale und erlangte daraufhin mit Platz 213 seine bislang beste Platzierung in der Einzel-Weltrangliste. Im Doppel spielte er bei diesem Turnier wieder zusammen mit Aisam-ul-Haq Qureshi und die beiden gewannen ihren zweiten gemeinsamen Titel. In den folgenden Wochen gewann der „Indo-Pak-Express“ vier Challenger-Turniere hintereinander (nach Manchester folgten Titel in Nottingham, Segovia und in der Bronx) und Bopanna erreichte daraufhin erstmals einen Platz in den Top 100 der Doppel-Weltrangliste. Beim ATP-Turnier von Mumbai zogen die beiden bis ins Finale ein und sorgten damit auch trotz der religiösen und politischen Konflikte ihrer Heimatländer Indien und Pakistan für positives Aufsehen. Zum Jahresende erreichten sie noch zwei weitere Challenger-Finals, zudem stand Bopanna an der Seite von Olivier Rochus im Halbfinale des ATP-Turniers von Stockholm.
Das Jahr 2008 begann wie schon das Vorjahr mit einer Teilnahme am Hopman Cup zusammen mit Sania Mirza. Erneut konnten sie alle drei Doppel gewinnen, erreichten jedoch unter anderem aufgrund dreier Einzelniederlagen von Bopanna nicht das Finale. Bei den Australian Open gab Bopanna an der Seite von Rajeev Ram sein Grand-Slam-Debüt und konnte mit diesem durch einen Sieg über die an Position fünf gesetzten Paul Hanley und Leander Paes das Achtelfinale erreichen. Von nun an spielte er hauptsächlich ATP-Turniere, zumeist an der Seite von Aisam-ul-Haq Qureshi. Nachdem sie bei den French Open in der ersten Runde gegen die topgesetzten Bryan-Brüder Bob und Mike ausgeschieden und in Wimbledon die zweite Runde erreicht hatten, mussten sie sich beim ATP-Turnier von Newport erst im Finale gegen Mardy Fish und John Isner geschlagen geben. In Newport erreicht Bopanna zudem im Einzel das Viertelfinale und besiegte dabei unter anderem den topgesetzten Mardy Fish. Im August 2008 konnte Rohan Bopanna an der Seite von Eric Butorac in Los Angeles schließlich seinen ersten ATP-Titel gewinnen. Zudem erreichte er im Oktober in Sankt Petersburg zusammen mit Maks Mirny ein weiteres ATP-Finale. Anfang 2009 spielte Bopanna einige Turniere zusammen mit Jarkko Nieminen. Bei den Australian Open erreichten sie die zweite Runde und beim ATP-Turnier in San José das Finale. Zudem konnte Bopanna in diesem Jahr zwei weitere ATP-Halbfinals erreichen: In München an der Seite von Travis Parrott, und in Moskau mit Janko Tipsarević. Mit Aisam-ul-Haq Qureshi gewann er zudem in Khorat, Aachen und Helsinki drei Challenger-Titel. Die größten Erfolge als Einzelspieler in diesem Jahr waren das Erreichen der zweiten Runde beim ATP-Turnier von Kuala Lumpur, wo er den Top-100-Spieler José Acasuso bezwang, sowie das Erreichen des Viertelfinals beim Challenger-Turnier von Rhodos.
2010–2011: US-Open-Finale und erste Masters-Titel Nachdem Bopanna und Qureshi im Januar 2010 bei den Australian Open noch in der ersten Runde ausgeschieden waren, gewannen sie zwei Wochen später in Johannesburg gegen Karol Beck und Harel Levy ihren ersten gemeinsamen ATP-Titel. Nach einer Halbfinalteilnahme beim ATP-Turnier von Marseille an der Seite von Jeff Coetzee sowie einem Challenger-Titel in Jersey zusammen mit Ken Skupski konnte Bopanna im April 2010 zusammen mit Qureshi erst ein Challenger-Finale in Neapel und eine Woche später ein ATP-Finale in Casablanca erreichen. Im Mai 2010 folgte in Nizza die nächste Finalniederlage, gefolgt von einem Zweitrundenaus bei den French Open. In Wimbledon konnte der „Indo-Pak-Express“ dann erstmals das Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers erreichen, wo sie sich den späteren Siegern Jürgen Melzer und Philipp Petzschner geschlagen geben mussten. Dabei machten sie zudem mit ihrer „Stop War Start Tennis“ genannten Kampagne auf sich aufmerksam. Beim ATP-Turnier von Atlanta trat Bopanna zusammen mit Kristof Vliegen an, da Qureshi in dieser Woche für Pakistan im Davis Cup spielte. Obwohl sie noch nie zuvor zusammen gespielt hatten, konnten sie auf Anhieb das Finale erreichen. In den folgenden Wochen spielte Bopanna dann wieder zusammen mit Qureshi, mit dem er in Los Angeles und Washington jeweils das Halbfinale sowie in New Haven das Finale erreichte. Dabei konnten sie unter anderem die Weltranglistenersten Bob und Mike Bryan besiegen. Bei den US Open 2010 schließlich gelang Bopanna und Qureshi der bislang größte Erfolg ihrer Karriere: Nachdem sie im Achtelfinale die an Position zwei gesetzte Paarung Daniel Nestor und Nenad Zimonjić besiegt hatten, zogen sie bis ins Finale ein, wo sie in zwei knappen Sätzen den Bryan-Brüdern unterlagen. Im Oktober 2010 nahm Bopanna an den Commonwealth Games in Neu-Delhi teil. Im Einzel scheiterte er in der zweiten Runde am an Position zwei gesetzten Peter Luczak, im Doppel verlor er an der Seite von Somdev Devvarman im Spiel um die Bronzemedaille. Nachdem sie in Shanghai und Moskau jeweils im Viertelfinale ausgeschieden waren, konnten Bopanna und Qureshi in Sankt Petersburg wieder ein Finale erreichen. Sie verloren jedoch in zwei knappen Sätzen gegen Daniele Bracciali und Potito Starace.
mini|Bopanna in Roland Garros 2013