Chih-Tang Sah (, genannt Tom Sah, * 10. November 1932 in Peking; † 5. Juli 2025) war ein chinesisch-US-amerikanischer Physiker und Elektroingenieur. Er erfand zusammen mit Frank Wanlass die CMOS-Technik.
Leben und Werk Sah war der Sohn des Physikers und ehemaligen Präsidenten der Xiamen-Universität (und Mitglieds der Academia Sinica) Pen-Tung Sah.Biographie von Chih-Han Sah, Notices AMS 1998, pdf. Sein Vater schrieb ein in den 1930er und 1940er Jahren in China verbreitetes Physik-Lehrbuch. Sah studierte Elektrotechnik und Physikingenieurwesen (Bachelor of Science,1953) an der University of Illinois at Urbana-Champaign (UIUC) und der Stanford University (Master of Science,1954), wo er 1956 bei Karl Spangenberg promoviert wurde (über Wanderfeldröhren). Danach ging er in die sich entwickelnde Mikroelektronikindustrie in Kalifornien zu William B. Shockley und 1959 zu Fairchild Semiconductor in Palo Alto (gegründet von unzufriedenen ehemaligen Mitarbeitern in Shockleys Firma wie Gordon Moore und Robert Noyce), wo er bis 1965 war und die Physikabteilung leitete. Bereits 1962/63 unterrichtete er an der UIUC, wo er 1964 Professor für Physik und Elektrotechnik wurde. 1988 ging er in den Ruhestand und wechselte zur University of Florida.
Bei Shockley war er mit Robert Noyce und Shockley 1957 Autor einer klassischen Arbeit zur Elektron-Loch-Rekombination in p-n-ÜbergangenC.-T. Sah, R. N. Noyce, W. Shockley: Carrier Generation and Recombination in p-n-junctions and p-n-junctions characteristics. In: Proc. IRE. 45, Nr. 9, 1957, S. 1228–1243, . und 1959 über eine grundlegende Verfahrenstechnik – die Planartechnik, erfunden durch Jean Hoerni – zur späteren Herstellung der ersten integrierten Schaltkreise. Bei Fairchild leitete er die Entwicklung der Technologie für die erste Generation der industriellen Fertigung von MOS-Transistoren und integrierten Schaltkreisen. Bei Fairchild wurde damals 1963 die CMOS-Technologie durch Frank Wanlass erfunden. Sah entwickelte damals auch MOS-Transistor-Modelle (die in der Software SPICE benutzt wurden).
Er war Autor und Ko-Autor von über 250 wissenschaftlichen Aufsätzen und hatte rund 50 Doktoranden.
Er war 1991 Gründungsherausgeber von Advances in Solid State Electronics and Technology (ASSET) bei World Scientific.
Er erhielt zahlreiche Preise, unter anderem den J. J. Ebers Award und den Jack Morton Award der IEEE (1969) und das Certificate of Merit des Franklin Institute. Er war Ehrendoktor der Chiaotung University in Taiwan und der Katholieke Universiteit Leuven und hatte eine Ehrenprofessur der Universitäten von Tsinghua, Peking und Xiamen in China. Er war Fellow der IEEE, der American Physical Society, des Franklin Institute und der American Association for the Advancement of Science, der National Academy of Engineering, der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking und der Academia Sinica in Taiwan. 1998 erhielt er den Preis für Universitätsforschung der Semiconductor Industry Association.
Sein Bruder Chih-Han Sah (1934–1997) war Mathematikprofessor an der State University of New York at Stony Brook.
Schriften Fundamentals of Solid-State Electronics. World Scientific, 1991, ISBN 981-02-0638-0.
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Einzelnachweise
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