mini|Reformierte Kirche in Großwolde mini|hochkant|Glockenturm Die evangelisch-reformierte Großwolder Kirche im ostfriesischen Westoverledingen wurde um 1350 als spätromanische Saalkirche gebaut.
Geschichte und Architektur Das Bauerndorf wurde im 12. Jahrhundert aufgrund des steigenden Grundwassers aus dem Hammrich auf die höher gelegene Geest verlegt. In diesem Zuge wurde zwischen 1250 und 1350 die Vorgängerkirche aus Backsteinen abgetragen und am heutigen Standort neu errichtet.Homepage der Kirchengemeinde: Unsere Kirche. Abgerufen am 28. Dezember 2022. Ein Schwarz-Weiß-Bild zeigt die Ostfenster vor ihrer Vermauerung 1970. An der Westseite ist ein gedrungener Glockenturm angebaut. Aus katholischer Zeit stammen noch die bei Renovierungsarbeiten 1969/1970 freigelegten Nischen, die als Aufbewahrungsort für Vasa Sacra dienten, sowie ein Kreuz mit zwei Hirten- und Bischofstäben.Segebade: Reformierte Kirchen an der Ems. 1999, S. 95. Im östlichen Bereich befindet sich ein Hagioskop in Nähe zum früheren Altarbereich, das den Leprakranken im Mittelalter den Blick auf die Heilige Messe gewährte.Ingeborg Nöldeke: Verborgene Schätze in ostfriesischen Dorfkirchen – Hagioskope, Lettner und Sarkophagdeckel – Unbeachtete Details aus dem Mittelalter. Isensee Verlag, Oldenburg 2014, ISBN 978-3-7308-1048-4, S. 142 ff.
Im Jahr 1560 trat die Gemeinde zum Reformierten Bekenntnis über.
Die heutigen großen Fenster mit leicht abgeflachten Rundbögen wurden im 17. oder 18. Jahrhundert in die Wände des Kirchenschiffs gebrochen. Vor der Renovierung von 1969 hatte es in der östlichen Giebelwand zwei Fenster mit spitzbogigen Laibungen.
Eine 1744 gegossene Glocke stammt aus der 1944 zerstörten reformierten Neustädtischen Kirche in Gumbinnen, dem heute russischen Gussew (Nordostpreußen). Sie „überlebte“ auf dem Hamburger Glockenfriedhof.
Ausstattung Eine flach gewölbte Holzdecke schließt den Innenraum ab. Der Taufstein aus Bentheimer Sandstein aus dem frühen 13. Jahrhundert stammt offensichtlich aus dem Vorgängerbau. Das zylindrische Becken ist mit einem Fries aus Ranken und Tiergestalten versehen und ruht auf vier Löwenfüßen.Segebade: Reformierte Kirchen an der Ems. 1999, S. 94.
1969/1970 wurde das Gestühl erneuert und die Kanzel von der Ostwand in eine Ecke des Chors umgesetzt.
Orgel mini|Orgelprospekt von 1884 Die Orgel auf der geschwungenen Westempore wurde 1883/1884 von Gerd Sieben Janssen als sein letztes Werk geschaffen. Sie verfügte über acht Register auf einem Manual und angehängtem Pedal. Das Innenwerk wurde 1919 von der Firma Furtwängler & Hammer ersetzt. Elf Register auf pneumatischen Taschenladen sind auf zwei Manuale und Pedal verteilt. Die Disposition lautet wie folgt:Orgel auf NOMINE e. V., abgerufen am 28. Dezember 2022.
I Manual C–g3 Bordun 16′ Principal 8′ Gamba 8′ Offenflöte 8′ Oktave 4′ Progressiv II–III II Manual C–g3 Gedacktflöte 8′ Salicional 8′ Fernflöte 4′ Pedal C–d1 Subbass 16′ Gedecktbass 16′ Principalbass 8′
Koppeln: Normalkoppeln: II/I, I/P, II/P Superoktavkoppeln: II/I, II/II Suboktavkoppeln: II/I, II/II
Siehe auch Liste der historischen Kirchen in Ostfriesland
Literatur
Weblinks
Homepage der Kirchengemeinde Präsenz auf reformiert.de Ev.-ref. Kirche in Großwolde auf ostfriesland.de
Einzelnachweise
Kategorie:Kirchengebäude in Westoverledingen Kategorie:Kirchengebäude der Evangelisch-reformierten Kirche (Landeskirche) Kategorie:Saalkirche in Niedersachsen Kategorie:Backsteinkirche Kategorie:Erbaut im 14. Jahrhundert Kategorie:Romanische Kirche Kategorie:Bauwerk der Romanik in Niedersachsen Kategorie:Baudenkmal in Westoverledingen Kategorie:Disposition einer Orgel Kategorie:Kirchengebäude in Europa